Review: Assassin’s Creed II 12

Review: Assassin’s Creed II 12

Nachdem man in Assassin’s Creed den Barkeeper Desmond in die genetischen Erinnerungen seines Vorfahren Altaïr in die Zeit der Kreuzzüge begleiten musste, führt Assassin’s Creed II uns ins Italien des 15. Jahrhunderts. Desmond schlüpft hier in die Rolle des jungen Draufgängers Ezio Auditore da Firenze, für den das Leben ein einziger Spaß und Florenz seine Spielwiese ist.
Assassin's Creed 2 Ezio over Monterrigioni
Doch schon bald wird er mit dem Ernst des Lebens konfrontiert, als seine beiden Brüder und sein Vater verhaftet und vor seinen Augen exekutiert werden. Ezio schwört Rache, die versteckte Assassinenausrüstung im Büro seines Vaters kommt ihm da gerade Recht. Mit Hilfe Leonardo da Vincis bringt er diese in Schuss und anschließend seine Schwester und seine Mutter in Sicherheit, zu seinem Onkel Mario in die Toskana. Dieser lebt in Monterrigioni, einer kleinen heruntergekommenen Stadt, in der vermutlich niemand eine lange Assassinen-Tradition vermuten würde. In einigen Missionen kann Mario seinem Neffen beibringen, was es heißt, ein Assassine zu sein, bevor unser Held sich schließlich nach Venedig aufmacht. Nach und nach müssen die Verschwörer, die Ezios Vater und seine Brüder auf dem Gewissen haben, dran glauben, denn der junge Assassine wird nicht ruhen, ehe er die Hintermänner dieser Verschwörung, zur Strecke gebracht hat. Dazu besucht Ezio detailverliebte digitale Kopien von Florenz, Venedig, Forli…

Assassin's Creed II: Sweeping Ezio
Doch der Weg ist schwer und je näher er seinem Ziel kommt, umso mehr Hürden werden ihm in den Weg gelegt. Glücklicherweise lernt er aber auch neue Kampftechniken, kann bessere Rüstungen und Waffen erwerben und immer auf Leonardos Hilfe zählen, der ihm z.B. mit seiner Flugmaschine aus der Patsche hilft.

Aber auch zwischen den Quests bleibt Ezio kaum Ruhe, sich die Sehenswürdigkeiten Venedigs anzuschauen, denn seine Taten bleiben nicht unbemerkt. Die Wachen werden schneller auf den Rächer im Kapuzenmantel aufmerksam, als ihm lieb ist. Da hilft nur das Abreißen von Fahndungsplakaten, das Bestechen von Heralden oder die Flucht über die Dächer ins nächste Versteck. Auch wenn es schwer fällt, darf man nie vergessen, dass wir nicht wirklich Ezio sind. Wir spielen Desmond, der Ezio quasi in seinen Erinnerungen mit dem Animus steuert. Assassin's Creed 2: Ezio mit UnterstützungSterben kann er also nicht. Trotzdem lohnt es sich manchmal, schnell weg zu laufen oder sich den Gegnern zu stellen, schließlich muss man bei einem Tod des gedanklichen Abbildes von Desmonds Vorfahr die aktuelle Erinnerung von vorne beginnen. Bei manchen Passagen kann dies unter Umständen ganz schön ärgerlich sein. Zum Glück kann Ezio nicht nur als Assassine aus dem Verborgenen heraus töten, er ist auch im Nahkampf mit zahlreichen Waffen hervorragend ausgebildet. Zur Not kann er Verwirrung mit Rauchbomben oder zu Boden geworfenem Geld erzeugen, Kurtisanen oder Diebesbanden zur Ablenkung anheuern oder eine Gruppe Söldner als Unterstützung anwerben.
Ich persönliche versuche ja stets, dem offenen Kampf auszuweichen, so gut es geht. Manchmal führt leider kein Weg dran vorbei.

Assassin's Creed 2: Ezio killt in Venedig
Die Quests, die Ezio bestehen muss, sich ganz unterschiedlicher Natur. Von einfachen Botengängen, über ausgefeilte Kletterpartien und Flug- oder Wagenrenn-Leveln, bis hin zu der Ermordung einer der Verschwörer; Langeweile kommt in der Hauptstory sicher nicht auf. Bei den Sidequests sieht es da ein bisschen anders aus. Die Suche nach geheimen Glyphen, die eine frühere Testperson im Animus versteckt hat, fordert bei der Entschlüsselung die Intelligenz des Spielers, die versteckten Assassinengräber das Sprunggeschick und manchmal eine ruhige Hand unter Zeitdruck. Und auch der Aufbau von Monterrigioni macht Spaß und bringt Ezio jede Menge Florin in die Tasche. Es gilt, die Stadt zu renovieren und den Wert durch den Kauf von Gemälden, dem Finden der Assassinen-Siegel, Codex-Seiten und Vervollständigen der Rüstungen zu erhöhen. Sowas macht mir Spaß, ist aber sicher nicht für jeden interessant, ich finde es schön, der Stadt beim Wachsen und Gedeihen zusehen zu können.
Assassin's Creed II: Double Assassination
Das Auffinden von 100 im Spiel versteckten Federn finde ich dann doch nur noch nervig, zumal diese nicht in den Karten angezeigt werden. Das Verprügeln von untreuen Ehemännern und die Rennen auf Zeit sind sehr repetitiv und sollte man wirklich nur machen, wenn man die Belohnung nötig hat. Ansonsten wechseln sich Verfolgungsaufträge, Kletterpartien, Kämpfe und heimliche Morde vor fantastischem Setting ab und lassen niemals Langeweile aufkommen. Höchstens manchmal Ungeduld bei den Klettereien, wenn Ezio mal wieder nicht da hinspringt, wo er hinspringen sollte. Man gewöhnt sich im Laufe des Spiels daran, bei plötzlichen Verfolgungsjagden kam es mir dann aber doch immer mal wieder vor, dass Ezio statt an den Vorsprung, in seinen 100 Meter entfernten Tod sprang. Sollte man auf dem Kopfsteinpflaster nicht gestorben sein, ist es ratsam, schnell den nächsten Doktor aufzusuchen und Medizin zu kaufen. Den findet man dank des genialen Kartensystems schnell. Einziger negativer Punkt bei der Karte ist für mich die Tatsache, dass noch nicht freigeschaltete Areale trotzdem angezeigt werden. Man rennt durch ganz Venedig, um eine Codex-Seite zu erreichen, um kurz davor zu merken, dass die aktuelle Erinnerung nicht so weit reicht. Ärgerlich.

Assassin’s Creed II (Xbox 360, PS3, PC)
Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Erscheinungsdatum: bereits erschienen (PC-Version erscheint im Februar)
USK-Einstufung: ab 16 freigegeben

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Zusammenfassend kann ich sagen: Assassin’s Creed 2 ist ein tolles Spiel und mit dem Vorgänger kaum zu vergleichen. Sogar die Rahmenhandlung mit Desmond, die ich bei Teil 1 noch total überflüssig fand, macht hier Spaß und auch die Auflösung ganz zum Schluss wirkt nicht gekünstelt und passt ins Spiel. Die Story ist stimmig, das Gameplay perfekt. Der Aufbau der Stadt kommt für mich ein bisschen zu kurz und ist zu schnell vorbei und auf die kleinen Macken in der Steuerung könnte ich auch gut verzichten, trotz allem ist Assassin’s Creed 2 für mich das Spiel des Jahres und ich kann die Fortsetzung (die es ja ganz offensichtlich geben wird) kaum erwarten.
Kaufempfehlung von mir und alle Daumen hoch!

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

12 Comments

  1. Ich würde zum großen Teil zustimmen – allerdings fand ich die Rahmenhandlung zumindest am Anfang ganz schön hölzern und überflüssig.

    Im Gegensatz zur geschmeidigen und stimmigen Geschichte um Ezio wirkt die Rahmenhandlung, als ob die Spieldesigner noch schnell was dranpappen mussten. Alleine der Anfang hat mir fast die Lust auf das Spiel vergällt:

    RAUS AUS DEM ANIMUS! LAUFENLAUFEN! REIN IN DEN ANIMUS!

    Aber der Rest… Ja der ist wirklich genial. Obwohl ich zugeben muss, dass AC2 gerade gegen Saboteur verliert. Das ist zwar nicht so glatt produziert, aber irgendwie frischer…

  2. Ja okay, gut ist sie nicht, aber in Teil 1 dachte ich die ganze Zeit nur: „Was soll der Mist?“ und mit Teil 2 hat die Rahmenhandlung für mich zumindest endlich mal Sinn ergeben. Zudem kam sie viel seltener vor und den Schluss (ich darf ja bestimmt nicht zu viel verraten) fand ich schon ziemlich gut. Wenn ich das da mit dem Ende von Borderlands vergleiche (fällt mir immer als Vergleich ein, weil es auch im Vault endet), fand ich AC2 schon bedeutend besser.
    Und durch das Erlernen der Assassinenfähigkeiten von Desmond durch den Animus und die Suche nach der Wahrheit hinter dem Vault fand ich zumindest interessant. Und sie hat sich ja bis auf drei Stellen dezent im Hintergrund gehalten, so kann das ruhig in den nächsten Teilen weitergehen.
    Saboteur habe ich leider noch nicht gespielt und auch noch nichts davon gesehen, kann ich nichts zu sagen.

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