Destiny 2.0 0

Destiny 2.0 0

Destiny: The Taken King

Vor über einem Jahr habe ich hier mein Review zu »Destiny« veröffentlicht (Destiny: Die kleine Revolution).

Golden!
Golden!

Damals kristallisierten sich gerade fünf Dinge heraus:

  1. Bungie hat absolut keinen Kritikerliebling entwickelt.
  2. Activision hat kurz vor Veröffentlichung – vermutlich von den kapitalistischen Befindlichkeiten der Anteilseigner inspiriert – das Spiel um Inhalte gekürzt, die zu einem späteren Zeitpunkt wieder kostenpflichtig als Zusatzinhalte verkauft werden sollen.
  3. Der – ach so wichtige – Metacritic-Wert wird keinesfalls die 80 knacken.
  4. Das Wort »Gunplay« wurde erfunden (und seither inflationär im Zusammenhang mit »Destiny« benutzt).
  5. »Destiny« verkauft sich wie geschnitten Brot.

Als nun Mitte September »The Taken King« als DLC für schlappe 40,- Euro veröffentlicht wurde, da erinnerte sich die Journaille wieder an ihren liebsten Prügelknaben aus dem vergangenen Jahr. Allerdings hörte man nun eher verhaltene Töne, denn zeitgleich mit dem »König der Besessenen« erfolgte ein umfassender Patch auf »Destiny 2.0« und es ergab sich ein neues Gesamtbild. Rein formal erhält ein Spieler, der sich »Destiny: Legendary Edition« heute kauft (also inkl. der bisher veröffentlichten DLC) für knappe 60,- Euro das Spiel, welches uns ursprünglich für den September letzten Jahres versprochen wurde. Grund genug zuzuschlagen? Jawohl!

Machen wir uns nichts vor. »Destiny« ist ein unglaublich erfolgreiches Spiel.

Über 11 Millionen verkaufte Einheiten innerhalb von einem Jahr
Destiny: Über 11 Millionen verkaufte Einheiten innerhalb von einem Jahr (Quelle: vgchartz.com)

Aus gutem Grund. Es macht Spaß. Zwar nicht jedem, aber das muss es ja auch nicht. »Destiny« ist kein neues Halo. Vielleicht eher ein Diablo? Egal, ich muss und will gar keine Vergleiche ziehen. »Destiny« ist ein Coop-Shooter mit hohem Grinding-Anteil. Und zwar der beste, der gerade auf dem Konsolen-Markt ist. Punkt! Ja, »Titanfall« ist auch gut. Aber nach 40h ist die Luft raus, spätestens. »Destiny« habe ich seit Release ca. 140 Stunden gespielt. Dann hatte ich die Schnauze voll. Und die Preispolitik des Herstellers war auch nicht dazu geeignet, mich milde zu stimmen. Aber am Ende habe ich dann doch wieder zugegriffen. Deswegen kommen nochmal knappe 25h Spielzeit seit Veröffentlichung von »The Taken King« in der vorletzten Woche dazu. Und das werden noch mehr.

Geschicklichkeit ist gefragt
Geschicklichkeit ist gefragt

Was hat sich geändert? Die Spielwelt wurde irgendwie einem Reset unterzogen, anders kann ich es nicht nennen. Zum Beispiel wurden alle (exotischen) Waffen auf einmal in Spielzeug-Gewehre verwandelt und selbst die Hardcore-Raider müssen wieder auf Beutezug gehen, um bessere (*hihi* grüne und blaue) Waffen zu finden. Das hat dem Spiel sehr gut getan. Es hatte sowieso schon jeder ein Gjallarhorn in der Tasche.

Außerdem gibt es unzählige Detailverbesserungen, die bestimmt anderenorts schon akribisch aufgelistet wurden. Mir persönlich gefällt das neue Quest- und Beutezug-System sehr gut, die Aufwertung des Waffenhändlers ist toll, der Hof von Oryx ein Kracher und auch die eingeführten Checkpoints in Dämmerungs-Strikes haben was Gutes. Blöd finde ich eigentlich nur die – ich nenne sie mal – Springmission. Mann, Leute! Wenn ich ein Jump ’n’ Run spielen will, dann kaufe ich mir eine Wii.

Besessene
Besessene

Unterm Strich kann ich also guten Gewissens behaupten, dass »Destiny« besser geworden ist. Es wurde auch zugänglicher durch die »The Taken King«-Erweiterung, die Story etwas kinoreifer präsentiert und irgendwie ergibt nun auch alles einen Sinn. Irgendwie. Egal. Das Ballern macht einen Heidenspaß. Und Gerüchten zufolge soll jetzt ja auch Schluß mit der Abzocke sein. Angeblich gibt es bis zum „richtigen“ »Destiny 2.0« im Herbst 2016 nur noch kostenlose Erweiterungen. Na, da bin ich ja mal gespannt.


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In keinem anderen Spiel ist es derzeit so einfach, kooperativ seinen Spaß zu haben. Die Strikes sind die beste Erfindung, seit es Schokolade gibt. Und wer ein paar gleichgesinnte Freunde in PSN oder XBL hat, dem stehen mit den Raids in »Destiny« noch ganz andere Spielerlebnisse offen, die ich so auf der Konsole noch nicht gesehen habe.

Und jetzt sollen auch noch ein Mikrotransaktionssystem für Emotes eingeführt werden?! Shut up and take my money!

Ein Bogen! Ein Bogen!1!11!!!
Ein Bogen! Ein Bogen!1!11!!!
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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

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