Jahresrückblick 2012 – Teil 7/9: Kristin 3

Jahresrückblick 2012 – Teil 7/9: Kristin 3

Hey, ich hab grad eine Bronchitis, da wird wohl niemand von mir verlangen, lange Einleitungen zu schreiben, oder? Deswegen kurz, aber prägnant: 2012 war dufte. Viele gute Spiele, kaum richtige Flops, aber auch kein neues Spiel für die Ewigkeit. Alles Weitere dann in den Zeilen to come. Bühne frei:

Top und Flop von Kristin

Top 5 des Jahres:

FEZ // Kann ich mich selbst zitieren? Mein klarer Favorit ist »FEZ«, ein Xbox-Adventure in Pixel-Optik, dessen Rätsel ich durch Perspektivwechsel und Entschlüsseln von Geheimschriften löste. Das Spiel verlangte etwas, das ich im digitalen Zeitalter fast vergessen hatte: Um alle wichtigen Items zu finden, griff ich zu Stift und Papier und notierte jedes noch so kleine Detail, das mir dabei helfen könnte, die Geheimnisse von »FEZ« aufzudecken. Am Ende des Spiels bot mir ein einfacher Blick auf meine Notizen eine detailreiche Dokumentation meiner Reise durch die thematischen Welten. Das war auch nötig, denn noch Monate später rätselte ich in Foren mit der gesamten Spielerschaft, wie wir das letzte Rätsel, den Schwarzen Monolithen, knacken sollten.

Borderlands 2 // Wenn sich das Spiel des Jahres durch eine einfache Rechnung namens »Zeit + Spaß« definieren ließe, dann hätte »Borderlands 2« ganz klar die Nase vorn. Denn ich hüpfe selbst im Januar noch durch Pandoras weite Welten, lache über jeden schlau-frechen Spruch von Handsome Jack und genieße es, den kuriosen Monstern meine Säure-verseuchten Shotgun-Shells in den Rachen zu ballern. »Borderlands 2« ist von Sekunde Eins bis zum fulminanten Finale ein feuchter Traum von einem Spiel.

Journey // »Journey« war mein Gänsehaut-Erlebnis des Jahres. In knapp vier Stunden schafft dieses Spiel, was viele andere Werke in 20 bis 100 Stunden verzweifelt versuchen: es baut eine irre gute, emotionale Verbindung zum Spieler auf. Das liegt vor allem daran, dass niemand das Spiel allein bereist. Stattdessen wird mir zu Beginn ein Begleiter an die Seite gesetzt, ein anderer Spieler, der irgendwo auf der Welt genau die gleichen Spielmomente erfährt. Und obwohl wir nur über einen einzigen Laut miteinander kommunizieren können, entwickeln wir unsere eigene Technik, unsere eigene Sprache, unsere eigene Welt, unsere eigene Verbindung. Eigentlich wollte ich »Journey« nur anspielen und dann an einem anderen Tag weiter spielen. Tatsächlich aber machte mich der Gedanke irrsinnig traurig, meine unbekannte Reise-Begleitung in den Weiten der Wüste zurückzulassen. Ein wahnsinnig gutes und einzigartiges Gefühl, das mir bislang kein anderes Spiel geben konnte.

The Walking Dead // Die Einen lieben es, die Anderen verstehen den Hype nicht. Bei Episode 1 gehörte ich noch zur letzteren Fraktion, danach packte mich »The Walking Dead« an den Fußgelenken und zog meinen mit Angst erfüllten und vor Spannung zuckenden Körper durch seine zombifizierte Welt. Hype? Ja. Aber: Absolut gerechtfertigt. Das liegt natürlich nicht am eher drögen Adventure-Gameplay, sondern am hervorragenden Writing. Wie die Story präsentiert wird, in welch gutem Tempo Emotionen beim Spieler hervorgerufen werden, wie fein ausgearbeitet die (Haupt)Charaktere sind, wie mit einem Kind als Kernfigur gearbeitet wird, und und und. »The Walking Dead« macht einen schleichenden (Zombie-)Schritt in die richtige Richtung und ich kann es kaum erwarten, mehr dieser mutigen Experimente zu sehen.

Dust: An Elysian Tail // Typisch Summer of Arcade: Ich sollte mich langsam dran gewöhnen, dass der Sommer-Knaller auf XBLA nie das Spiel ist, mit dem ich nach der ersten Ankündigung rechne. Das war schon bei »Bastion« (whoa!) und »From Dust« (meh!) so, und wiederholt sich dieses Jahr mit »Deadlight« (geht okay!) und »Dust: An Elysian Tail«. Das Spiel ist allein deswegen schon spannend, weil es von nur einem einzigen Menschen im Alleingang verwirklicht wurde. Und dann stimmen auch noch Art-Style, Charaktere, Humor, Story und das Gameplay, das sich zwischen Rollenspiel, Metroidvania und Hack’n’Slay wiederfindet. Herausragende Leistung und das wohl unterschätzteste Spiel des Jahres!

// Platz 6-10: Spelunky, Mass Effect 3, The Darkness 2, Darksiders 2, Rocksmith

Flop des Jahres:

Dishonored // Weniger Flop, mehr Ich-hab-dem-Spiel-zu-wenig-Aufmerksamkeit-geschenkt-aber-in-der-kurzen-Zeit-konnte-es-mich-so-gaaaaaaaaar-nicht-überzeugen. Sorry, Dishonored. Ich wollte dich wegen deines Art-Styles echt geil finden, aber diesmal hat es einfach nicht hingehauen. Vielleicht bekommst du irgendwann eine zweite Chance. Bis dahin muss ich dich aber leider mit einem leicht enttäuschten Blick im Regal liegen lassen.

Game-Charakter des Jahres:

Salvadore the Gunzerker

Salvador, the Gunzerker // Muss ich wirklich mehr sagen, als: Der Typ schaukelt zwei Shotguns gleichzeitig. Und singt dabei.

Studio/Firma des Jahres:

Humble Hearts // Was Fabian sagt.

Wenn ein Ein-Mann-”Studio” sich das Programmieren beibringt, um ein Spiel rauszubringen, das nicht nur besser ist und geiler aussieht als alles andere dieses Jahr, dann ist das unheimlich und inspirierend zugleich. Danke dir, Dean Dodrill für »Dust: An Elysian Tail« – du bist ein Role Model für all die Spielentwickler voller Ideen und ohne Mut da draußen.

Beste App des Jahres:

Spotify // Best 10 bucks per month ever spent. Eigentlich komme ich ja aus der Musik-Ecke. Mit dem Games-Interesse hatte ich plötzlich keine Zeit mehr für Musik und hörte 4 Jahre lang immer und immer wieder die gleichen Bands und Alben; Neuentdeckungen gingen gegen Null. Dank Spotify hat sich alles geändert: ich höre wieder bewusst und aktiv Musik, entdecke neue und alte Lieblinge und teile die besten Tracks mit meinen besten Freunden. Und merke, wie sehr mir all das eigentlich gefehlt hat. Danke, Spotify.

Gaming-Webseite des Jahres:

Mehr Popkultur als Gaming, aber ich bin total verliebt in UNWINNABLE.

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Up and Down:

Das wird Dein Jahr!Januar 2012: Max klebt mir auf der Arbeit einen Sticker in meinen Block (siehe Bild rechts). Da ich zu viele Sorgen in meinem Kopf hatte, wollte ich ihm nicht glauben. Doch dann kam alles anders:

+ Erst GameStar/GamePro, dann High5.
+ Dank Spotify viel neue Musik!
+ Hab’s seit sieben Jahren endlich wieder gebacken bekommen, Lyrics zu Papier zu bringen. YESSS!
+ Hamburg war cool, aber München rockt fast mehr.
+ Es war wirklich ein absolut fantastisches Serien-Jahr.
+ Ich bin jetzt irgendwie auch Katzen-Fan (You’re welcome, internet!). Aber nur rote Katzen, bitte.
+ Mit »John Dies at the End« und »This Book is Full of Spiders« meine beiden absoluten Lieblingsbücher entdeckt.
– Immer noch kein neuer Coen-Film. Ich will wieder.
Zu wenig Gar keinen Urlaub gemacht, aber das wird 2013 nachgeholt.
– Gemerkt, dass ich mich eigentlich NOCH MEHR mit Musik beschäftigen will. Doch wann?
– Kein Projekt Hörsturz mehr.
– Ich vermisse meine ZwO-Jungs ja schon irgendwie.

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Album des Jahres:

FOE – Bad Dream Hotline // Dank Spotify war 2012 für mich ein richtig gutes Musik-Jahr. Mich deswegen auf ein Album festzulegen, war wirklich nicht einfach. Die meisten Ohrwürmer und das rundeste Gesamt-Ding hat für mich allerdings die britische Newcomerin FOE abgeliefert. »Bad Dream Hotline« ist leicht schräg, voll mit guten Texten und immer melodisch. Ich bin Fan!


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Film des Jahres:

Seven Psychopaths // Ein neuer Film von Martin McDonagh, der für das herausragende »In Bruges« verantwortlich ist? Hätte ja klar sein müssen, dass »Seven Psychopaths« allein deswegen mein Film des Jahres werden müsste. Und dann gab’s da noch so viel mehr Gründe: Das Drehbuch im Drehbuch, Tom Waits, ein überzeugender Christopher Walken, eine ordentliche Portion Twists, eine unfassbar geniale Leistung von Sam Rockwell und die typische McDonagh-Mischung aus düsteren Witzen und perfekt platzierter Melancholie.


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Auch sehenswert: John Dies at the End (aka. die Verfilmung meines Lieblingsbuchs), Moonrise Kingdom, Looper

TV-Serie des Jahres:

Heeeeyo, Bitches!
Heeeeyo, Bitches!

It’s Always Sunny in Philadelphia // »It’s Always Sunny in Philadelphia«, oder auch liebevoll »Sunny« genannt, ist schon eine ganze Weile meine allerliebste Comedy-Serie. Mit ihrem fiesen, tiefschwarzen Humor erreichte die Gang um Danny DeVito zwischen Staffel 3 und 5 ihren Höhepunkt. Nachdem die beiden folgenden Staffeln eher gutes Mittelmaß waren, ist die ungewöhnlichste Clique im amerikanischen TV mit Staffel 8 stärker, witziger und abgedrehter denn je. Wie in guten, alten Zeiten.

Unterm Weihnachtsbaum lag:

  • Liebe Worte auf Papier
  • Amazon-Gutschein
  • Bose AE2i Kopfhörer mit iOS-Remote (Gute Sound-Qualität und endlich kein Druck mehr auf den Ohren beim Musik hören. Saugut!)
  • Dolce Gusto Kaffeemaschine (Selbst geschenkt, damit ich in Weihnachtsstimmung komme!)
  • WD Elements Portable Festplatte (Selbst geschenkt, damit ich unterwegs all meine Serien dabei habe!)

Freut sich in 2013 auf:

Urlaub in Rom! Achso, Spiele? Die hier: »BioShock Infinite« (WILL.HABEN.SOFORT.), »BattleBlock Theater« (Es wird Zeit, The Behemoth!), »The Witness« (was Neues vom Blow!), »Antichamber« (bin neugierig), »Grand Theft Auto V« (seltsam, aber wahr), »Watch_Dogs« (bring it on!), »Tomb Raider« (vielleicht), »Mew-genics« (Team Meat halt)

Vorsatz für 2013:

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Jahresrückblicke der anderen Team-Mitglieder:

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Kristin Knillmann (Projektleitung, Gast-Redaktion) Job: High5-Mädchen, Redakteurin GameStar/GamePro

3 Comments

  1. Ich kann dir bei fast allem zustimmen, außer bei zwei Punkten:
    bester Game-Charakter war meiner Meinung nach Claptrap und (da ich dieses Jahr zeimlich softe Musik im Gegensatz zum normalen Punk und Metal hörte) die Alben „Living Things“ von Linkin Park und „Guess Who’s A Mess“ von Brad Sucks (Extrem chilig!!!)

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