Brütal Legend nicht relevant für Wikipedia 24

Brütal Legend nicht relevant für Wikipedia 24

Eddie Riggs gespielt von Jack Black in BRÜTAL LEGENDSDie aktuelle Löschdiskussion in der Wikipedia über das neue Werk von Tim Schafer BRÜTAL LEGEND wirft bei mir die Frage auf, an welchen Krankheiten unsere Wiki-Administratoren einige Wiki-Nutzer leiden: Langeweile oder Minderwertigkeitsgefühle? In den so genannten Löschdiskussionen geht es darum, dass für die Zulassung von neuen Artikeln in die Wikipedia deren Inhalt als relevant eingestuft werden muss. Aber Relevanz ist bekanntlich rein subjektiv. Wie subjektiv, das beschreibt der Artikel 99% aller Deutschen sind irrelevant sehr anschaulich.

Aber ein Spiel von Tim Schafer mit Jack Black, Lemmy Kilmister und Ozzy Osbourne? Das Videospiel aus der Late Night Show von Jimmy Fallon? Jenes BRÜTAL LEGEND auf unzähligen Covers der aktuellen Spielezeitschriften? Alles nicht relevant für den User Eingangskontrolle, dem offenbar die Relevanz bei Google und in der restlichen Welt entgangen war und der deswegen den Vorschlag zur Löschung des Artikels machte. Ich unterstütze die Arbeit der Wikipedia seit Jahren finanziell, aber die aktuellen Zustände lassen mich noch an meiner diesjährigen Spende zweifeln! Ich traue mich fast nicht, es vom Löschvorschlag dieses Spiels abhängig zu machen.

Eins kann Euch aber das Team von Zockwork Orange versichern: Für uns ist BRÜTAL LEGEND durchaus relevant und wir testen es gerade auf Herz und Nieren und liefern Euch spätestens in der kommenden Woche ein Review zu BRÜTAL LEGEND!

Update: Der Löschantrag wurde mittlerweile abgelehnt und der Artikel ist wieder ohne Einschränkung zu lesen!

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

24 Comments

  1. An der deutschen Wikipedia kann man hervorragend erkennen, wie das Blockwart-Gen immer noch in uns schlummert. Nichts gegen hohe Qualitätsansprüche, aber Leute wie dieser Benutzer haben meine 2-3 naiven Edits (Trau dich! Wikipedia lebt vom mitmachen!) in der Luft zerrissen und mir damit jegliche Lust genommen, auch nur noch ansatzweise aktiv dort zu partizipieren. Ansonsten weiß ich nicht, welche Stufen so ein Löschprozess durchläuft. Vorschlagen kann man ja viel, wenn der Tag lang ist.

  2. Ich hätte gar keine Lust, da aktiv mitzugestalten. Ich fühle in meiner Rolle als Nutzer sehr wohl und habe die Arbeit der Wikipedianer auch seit Jahren finanziell honoriert.

    Leider ist es auch kein rein deutsches Problem! Schau mal in den verlinkten Artikel mit den 99%.

  3. Schöne Analyse. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum ein Wildwuchs an vermeintlich irrelevanten (dieses Wort allein ist schon so abartig arrogant, wenn man bedenkt, dass sich zunächst jemand Zeit und Herz fasst, einen Artikel überhaupt zu beginnen) Artikeln ein Widerspruch zu hoher Qualität sein soll. Klar sind reine Trollartikel doof und Redundanzen sollten auch tunlichst vermieden werden, aber wenn da ein gut recherchierter Nischenartikel drin steht, der ein paar Kilobyte frisst und den keiner liest – who cares?

  4. Wenn man den Anspruch hat alles Wissen zu sammeln und zugänglich zu machen dann gehört dort auch alles hinein das jemanden interessieren könnte.

    Nicht umbedingt einen Artikel über mich, oder wohin ich schon mit meinem Wagen alles gefahren bin, aber all jene Dinge die Exestieren und über die es informationen zu sammeln und finden gibt.

    Ansonsten kann ich mir auch den Brockhaus nehmen wenn ich was wissen will.

    Doch wenn die Wikipedia so weitermacht wird irgendwann eine Alternative entstehen, denke ich mal und dann war es das mit der Wikipedia.

  5. Die Situation ist völlig klar und leicht verständlich – offensichtlich gibt es zu viele rechthaberische Lösch-Freaks, die mit wenig Kompetenz aber grosser Genugtuung Ihren Löschpenis rubbeln.
    User, deren Beitrag zur Wissenssammlung hauptsächlich darin besteht, die Arbeit anderer Menschen zu vernichten, verhalten sich schlicht asozial, das ist wirklich ganz einfach zu verstehen. Diese brutale Vergewaltigung der ursprünglichen Idee freien Wissens ist als Vandalismus zu bewerten! Da gibts gar keine Missverständnisse. Die einzige Frage, die diskutiert werden muss, ist wie man möglichst schnell die Verfahrensweisen ändert, um die Wikipedia vor diesen seelisch kranken Menschen zu schützen, deren Hauptwerk die Zerstörung ist, bevor weitere wertvolle Inhalte den Vandalen zum Opfer fallen.
    Vorschlag: gelöscht wird einfach gar nicht mehr – es kann aber jeder User der Wikipedia Artikel, die er nicht lesen möchte, einfach ausblenden. Sowas wie eine private Sperrliste von Artikeln. Könnte man auch als Firefox-Plugin realisieren. Auf diese Weise können sich die Lösch-Fanatiker voll ausleben, ohne dass es jemanden stört :)

  6. @Ralf: Mich wunderts ein wenig das du BL als erstes Spiel bei Fallon bezeichnest. Der hat doch schon mit Natal in seiner Sendung rumgespielt und auch sonst ab und zu Videospiele drinnen…

  7. Nur eine Randnotiz: Den Brockhaus gibt es wahrscheinlich nicht noch einmal. Die Auflage von 2006 könnte sehr gut die letzte sein.

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    „Die Zeit, in der man sich eine hervorragende Enzyklopädie von anderthalb Meter Umfang ins Regal stellt, um sich dort herauszusuchen, was man wissen will, scheint vorbei zu sein“, sagte der Verlagssprecher Klaus Holoch.
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    http://de.wikipedia.org/wiki/Brockhaus_Enzyklop%C3%A4die#Zuk.C3.BCnftige_Entwicklung

    Internet killed the print encyclopedia.

  8. Und was hat der Löschantrag mit den Administratoren zu tun? Der Antragssteller ist kein Administrator und Löschanträge können von jedem, auch unangemeldeten Benutzern, gestellt werden.

  9. Mhh? Ein Admin entscheidet, ob er dann auch gelöscht wird oder eben nicht. ER löscht ihn nach Relevankriterien und seinem Ermessen. Nicht der, der den Antrag stellt. Das hat er damit zu tun.

  10. Ähm – wo ist das genaue Problem? Brütal Legend hat einen Wikipedia-Artikel. Eine Löschung wurde vorgeschlagen und äußerst schnell abgelehnt.

  11. Der Artikel ist mittlerweile wieder ohne Einschränkungen online. Der Löschantrag wurde abgelehnt. Immerhin hat die Vernunft gesiegt. Allerdings liest sich die Diskussion über den Löschantrag wie ein schlechter Scherz. So viel Unfug habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

    Ich ziehe meinen Hut vor den Menschen, die sich tagtäglich bemühen, gute Artikel für unsere freie Enzyklopädie zu schreiben und dann auch noch die Kraft aufbringen, sich gegen diese Löschtrolle zur Wehr zu setzen! Weiter so!

  12. Wenn das für Dich bemerkenswert ist, solltest Du mal einen echten Editwar erleben. Aber die Generation QuakeNet kennt ja nicht mal mehr die archaischen Usenet-Kämpfe :-)

  13. Vorsicht, ich bin älter als ich aussehe ;-)

    Falls Dir mal wieder so ein Editwar unterkommt, dann freue ich mich auf einen Hinweis. Muss nichts mit Games zu tun haben, einfach interessehalber. Vielen Dank!

  14. Ralf: Du siehst alt aus, daher der Smiley :-P

    Dich auf „wieder so einen Editwar“ hinzuweisen ist als ob Du jede Geschwindigkeitskeitsüberschreitung in Deutschland registrieren willst. So etwas ist in Wikipedia Alltag. Durch die verkürzte Löschdiskussion ist dies sogar ein Fall, der als besonders unproblematisch zu werten ist.

    Ein kleiner Tipp zur Einsortierung: Selbst http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Machtstruktur hat einen Löschantrag. Zum x-ten Mal.

  15. Ich sehe alt aus?!!!!! Unfassbar!

    Danke für den Link! Es scheinen auch immer die gleichen Nasen mit den Löschanträgen zu sein. Interessanter Stoff, ich werde mich da mal tiefer einlesen. Aber wofür manche Menschen alles Zeit haben. Die sollten sich lieber mal eine Konsole kaufen und ein wenig ballern, das hilft!

  16. Das halb-automatisierte Löschen mittels SLA (SofortLöschAntrag) funktioniert zweigleisig:

    Erst schlägt Nicht-Admin (z.B. Eingangskontrolle) Seite zum Löschen vor, dies wird dann innerhalb von Minutenfrist von einem Admin (z.B. Emes) ohne jegliche Prüfung durchgewunken.

    Der Admin funktioniert quasi wie ein Richter, der einfach das aburteilt, was die Exekutive vorschlägt. Die Exkludisten haben in der DE-WP eben die Kontrolle gewonnen – so what. Es wird andere Online-Enzyklopädien geben.

  17. Hallo Leute!

    Ein Lexikon / mal hochgestuft ,,Enzyklopädie“ ist natürlich ‚was anderes als die BILD-Zeitung – oder ? Hier haben wir nun zwei Seelen in unserer Brust.

    Vor hunderten von Jahren war durch den Wert von Papier/Papyros und Leder jeder Text gewissen Einschränkungen unterworfen.
    Jetzt leben wir im Zeitalter von/m Überfluss, also von Giga-, bzw. schon eher von TeraByte! Trotzdem muss gefiltert werden. Sonst werden wir von Daten erschlagen.

    Eine kleine Gruppe von Menschen (wie bei den Germanen in der Wesermarsch) kämpt dagegen!

    Die Ausweitung auf viele – sorgfältig analysierte Begriffe – wird der rein geldmäßig orientierten – amerikanisch, kapitalistisch gestylten Suchmaschine – evtl. paroli bieten können. Wir müssen es nur wollen -. und damit gehört viel mehr dazu. Der Kampf der Menschheit gegen das KAPITAL also hier die Wikipedia gegen GOOGLE ist mehr als ein Streit über Relevanzkriterien.

    Wenn wir Wikipedia (wie es schon einmal in Form einer Suchmaschine probiert wurde) über die ;Relevanz‘ von GOOGLE erheben – dann hat das Volk über das Kapital gesiegt!

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerd Taddicken

    Ich breche aus persönlichen Gründen mal kurz den Beitrag ab (2010-01-09, ca. 02.36 h)

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