Horror Stories: Hallowseed – Herzkasper garantiert! 0

Horror Stories: Hallowseed – Herzkasper garantiert! 0

Immer rund um Halloween sprießen neue Horrorspiele wie Pilze aus dem Boden. Als Liebhaberin dieses Genres, lasse mich dann um diese Jahreszeit gerne breitschlagen, das eine oder andere zu spielen. Deshalb habe ich auch gleich zugegriffen, als mir ein Reviewcode zu »Horror Stories: Hallowseed« angeboten wurde.

»Hallowseed« ist bereits seit längerem als Alphaversion mit etwa einer Stunde Spielzeit verfügbar. Nun steht der Release in den Startlöchern und ich habe mir angesehen, was das Spiel zu bieten hat.

Überraschenderweise wurde »Hallowseed« von nur einem einzigen Entwickler, Jeff Winner, kreiert, der damit seine Hommage für die Amnesia-Reihe zum Ausdruck bringen wollte. »Hallowseed« soll das erste Spiel einer ganzen geplanten Reihe sein, was der Titel »Horror Stories« ja schon verrät. Ideen für weitere Teile sind wohl schon reichlich vorhanden.

Im Wald lauert das Böse

Die Story beginnt zunächst ganz gemütlich im Wald an einem Lagerfeuer. Ich spiele den jungen Mann Michael, der mit einer Freundin und einem Freund hier einen geselligen Abend mit Gitarrespielen und Grillen verbringen möchte. Doch irgendetwas läuft gewaltig schief, als sich die drei gerade gegenseitig Gruselgeschichten erzählen.

Ich erwache in einem dunklen Keller und kann mich nicht erinnern, was passiert ist. Mühsam kämpfe ich mich zum Lagerfeuer zurück und muss feststellen, dass meine Freunde verschwunden sind. Ich stolpere nun ziellos durch den Wald, bis ich ein angeranztes Haus erreiche. Panische Schreie dringen aus dem Inneren und es wird mir klar, dass meine Freunde hier festgehalten werden. Ich organisiere mir also kurzerhand Werkzeug, um die Türe aufzubrechen, und begebe mich auf eine vermeintliche Rettungsaktion …

»Hallowseed« folgt einem bewährten Horrorspielkonzept, was ja nicht schlecht sein muss. Allerdings hebt sich das Spiel dadurch auch nicht unbedingt von anderen Games dieser Machart ab. Ich durchstöbere angegammelte und schummerige Räume, rüttle immer wieder an verschlossenen Türen und sammle hier und da nützliche Gegenstände auf. »Hallowseed« punktet hier nicht unbedingt mit Originalität. Leider enthüllt sich mir aber auch die Hintergrundgeschichte nicht so ganz. Es geht wohl um Besessenheit, den Teufel und Gott und ich finde auch einige Hinweise, die ich dann allerdings nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen kann. Hier hätten ein paar deutlicher Hinweise oder Notizen nicht geschadet.

Auch wenn »Hallowseed« jetzt nicht unbedingt mit einer fesselnden Story aufwartet, so macht es doch Spaß, sich durch das Haus und den angrenzenden Wald zu gruseln. Kleinere Rätsel lockern die angespannte Atmosphäre hier und da auf und lassen das Spiel nicht langweilig werden. Allerdings bin ich mehr als einmal etwas länger durch die Gegend gestolpert, um einen dringend benötigten Gegenstand zu finden. Aber das gehört wohl dazu.

Das gruselige Haus wird nicht meine einziges Herausforderung in diesem Spiel bleiben, auch der umgebende Wald bietet einige Überraschungen. Ich möchte hier aber nicht zu viel verraten …

Nichts für schwache Nerven

Die unheimliche Atmosphäre von »Hallowseed« weiß allerdings durchaus zu überzeugen. Manchmal ist außer dem Knarzen von alten Balken nichts zu hören, dann wieder ertönt ein merkwürdiger Gesang aus einem Nebenraum oder ich höre ein Klopfen, dessen Ursache ich aber nicht finden kann. Auch wenn länger nicht viel passiert, reicht allein dieser Soundtrack aus, um eine gruselige Spannung aufzubauen und zu halten.

Zudem rühmt sich der Entwickler, ein sogenanntes Micro-Scares-System eingebaut zu haben, das bei mir jedenfalls wunderbar funktioniert. Zufallsgesteuert werden hier kleine Horror-Events ausgelöst, die auch durchaus wirkungsvolle Jumpscares beinhalten können. Mehr als einmal bin ich mit einem Herzkasper fast vom Stuhl gefallen.

Um die gespenstische Stimmung zu unterstreichen, wird viel mit Licht und Schatten gespielt. Anfangs habe ich mich noch dazu beglückwünscht, ein Smartphone gefunden zu haben, um die Umgebung zu erhellen. Später muss ich mich allerdings mit einer ziemlich übersichtlichen Zahl von Streichhölzern behelfen, mit denen ich mir mühsam einen Weg durch das Haus funzele. Mehr als einmal stehe ich in absoluter Dunkelheit, was mir die Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Beim Ambiente hat Jeff Winner jedenfalls ganze Arbeit geleistet!

Auch technisch kaum was zu meckern

»Hallowseed« spielt sich flüssig und ich kann mich über die Steuerung nicht beschweren. Viel zu steuern gibt es allerdings nicht. Laufen, Ducken und Interagieren … damit ist das Repertoire auch schon erschöpft. Ich werde also hierbei definitiv nicht überfordert. Das ist mein Glück, denn derzeit ist nur die Steuerung mit Maus und Tastatur möglich und da bin ich eine totale Niete. Die endgültige Version soll dann aber eine Controllerunterstützung bieten.

Dass die Sprachausgabe bei meiner Testversion nur auf Englisch ist, stört mich jetzt nicht, denn gesprochen wird sowieso nicht viel. Aber auch das wird noch ausgebaut und es sollen dann bis zum Release einige Sprachen zur Verfügung stehen.

Inventar gibt es übrigens keins. Ich kann sowieso immer nur einen Gegenstand mit mir rumschleppen und der wird dann oben rechts auf dem Bildschirm angezeigt. Man erspart sich also fummeliges Inventarmanagement.

Bemängeln kann ich nur die seltsame Speicherung des Spielstands. Es ist offensichtlich nicht vorgesehen, dass zwischendurch immer mal wieder automatisch gesichert wird. Zu allen Überfluss ist der Punkt, an dem ich selbst speichern kann, nicht immer verfügbar. Da ich aus Zeitgründen nicht in einem Rutsch durchspielen konnte, war es ziemlich ärgerlich, meinen mühsam erarbeiteten Fortschritt teilweise wieder zu verlieren. Ein paar Speicherpunkte mehr hätten hier nicht geschadet.

Mein Fazit

»Hallowseed« erfindet die Horrorwelt jetzt nicht neu, bietet aber durchaus einige Stunden spannenden Spielspaß für Liebhaber dieses Genres. Obwohl für mich die Hintergrundstory, die wohl auf Dämonen und Besessenheit basiert, ziemlich im Dunklen geblieben ist, hat mich die unheimliche Atmosphäre gut unterhalten.

Wer sich also zu Halloween noch einen Herzkasper geben will, findet mit »Hallowseed« schönen Gruselhorror zu einem günstigen Preis.

»Horror Stories: Hallowseed« ist für knapp 20 Euro für Microsoft Windows, Mac OS und Linux erhältlich.

 

Disclaimer: Ein Reviewcode wurde mir freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

Previous Article
Auf ZwO Expertin für Stealth und Sneaky Games (ab und zu darf aber auch mal ein reinrassiger Shooter oder ein Horror-Spielchen dazwischen sein).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: