Fabian

Los ging es Weihnachten 1988, als unter dem Baum ein C64 lag. Dies führte zu einem mittelschweren Bürgerkrieg in der Verwandtschaft: "Computer sind nunmal die Zukunft" vs. "Der Junge wird ein sozialer und körperlicher Krüppel". Zumindest das mit dem sozial stimmte nicht: um an Raubkopien von Giana Sisters, Turrican und Pirates! zu kommen, brauchte man in der Zeit vor dem Internet schließlich noch Freunde. Von anderen Freunden wiederum lernte Fabian die schöne Welt der Konsolen kennen: Ein NES mit Super Mario 3 und Castlevania durfte er nämlich nie selbst haben, er hatte ja schon den C64 (Elternlogik).

Später kam dann ein 386er und Doom wurde Fabians Religion. Der PC sollte lange Zeit sein einziges Zocksystem bleiben, heute ist es hauptsächlich seine PS3 Slim und für Mehrspielerspaß und die Pflichttitel der Nintendo-Franchises steht eine Wii zur Verfügung. Historische Wissenslücken arbeitet Fabian bis heute mit Emulatoren und nachträglich gekauften Systemen auf, wie zum Beispiel seinem geliebten Amiga 500.

Ansonsten liebt er Musik von Ambient bis Death Metal, alte Horrorfilme, Erdnussbutter und sein Mountain Bike. Und wenn er bei all diesen Hobbys mal dazu kommt, arbeitet er als Projektleiter in der Softwareentwicklung.

spielt gerade: Uncharted 2 (PS3)
freut sich auf: God of War III, The Last Guardian, 3D Dot Game Heroes (alles PS3), Metroid: Other M (Wii)

Fabian ist erreichbar unter fh [at] zockworkorange [dot] com.
Außerdem twittert er via @yesnocancel.


Alle 42 Artikel von Fabian:

MEHR HEALTH BEI MUENZNACHWURF – ein Abend bei RetroGames e.V.

Fabian

Ja, Asche auf mein Haupt: Jetzt lebe ich schon das eine oder andere Jahr in Karlsruhe, meine die Stadt auch relativ gut zu kennen und trotzdem habe ich es bis letzten Dienstag nie in den RetroGames e.V. geschafft. Für diejenigen, die noch nie oder nur flüchtig davon gehört haben, hier nochmal eine kurze Zusammenfassung: Bei den Vereinsmitgliedern handelt es sich um technikbegeisterte wie verspielte Geeks, die (bevorzugt alte) Spielautomaten und Flipper sammeln, gegebenenfalls reparieren und in Schuss halten. Was für uns Zocker interessant ist: Es handelt bei den RetroGamern nicht um einen schwarzen Voodoo-Zirkel, sondern um aufgeschlossene Menschen, die freundlicherweise zweimal die Woche der untechnischen Öffentlichkeit ihre Pforten öffnen. Für einen lächerlich niedrigen Eintrittspreis von 3 EUR pro Nase darf man als Nicht-Mitglied dienstags und samstags den ganzen Abend flatratemäßig alle Automaten bespielen. Dazu gibt es günstige kalte Getränke und einen unbezahlbaren Nostalgieflash inklusive.

tl;dr: Automatenspiele! Mortal Kombat, Pacman und so! Und Flipper! Soviel man will!

Als ich mit zwei Freunden letzten Dienstag ankam, gerieten wir in eine größere Umräumaktion, für die sich die Mitglieder mehrfach entschuldigten -- was für uns aber absolut kein Problem darstellte. Wir konnten zunächst “nur” etwa die Hälfte der Automaten ausprobieren, der übrige Bereich war abgesperrt. Als der Rest im Laufe des Abends dann schließlich geöffnet wurde, hatten wir gerade mal ansatzweise alles bis dahin verfügbare gesehen und angespielt, so dass es überhaupt nicht zu Einschränkungen kam (und selbst wenn…).

Was fasziniert an Automaten denn eigentlich so? Zunächst mal waren Automatenspiele üblicherweise technisch viel besser dabei als Heimkonsolen- oder Computerspiele derselben Generation. Das liegt daran, dass eine Konsole mit den unterschiedlichsten Arten von Spielen zurecht kommen muss, also doch eher universell ausgelegt ist. Ein Automat hat den großen Vorteil, dass er in seinem Leben nur dieses eine Spiel abspielen muss, bei dem vorab jede Rechenanweisung und jedes Frame bekannt und fest definiert ist. Statt eine CPU mit vorab unbekannter Software zu füttern, konnte man hier also vieles fest verdrahten und in Hardware gießen. Zusätzlich hatten viele Automaten geile Gimmicks dabei. Lightguns, Fahrersitze mit Gaspedal, riesige Bildschirme, Force Feedback -- da konnte euer Amiga und Competition Pro-Joystick zuhause nicht mithalten.

Erster Publikumsmagnet war natürlich der Lightgun-Zombie-Railshooter House of the Dead. Die Knarre in der Hand verzeiht sofort alles, unter anderem um was für ein mieses Spiel es sich aus designtechnischer Sicht eigentlich handelt. Denn die unendlich vielen Continues nehmen natürlich eine Menge von dem Zauber eines Automaten: House of the Dead ist trotz oder gerade wegen tausender Tode netto in weniger als 20 Minuten durchgespielt und selbst in der kurzen Zeit recyclet das Spiel die Endgegner. Denn natürlich geht es Automaten primär darum, Dir das Geld aus der Tasche zu ziehen und so leben sie in ihrem Spielaufbau auch davon. Eine 1:1-Umsetzung wäre selbst für ein XBLA-Spiel undenkbar.

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Jahresrückblick 2011 – Teil 5/6: Fabian

Fabian

2011 war ein gutes Jahr. Normalerweise nagge ich mich am Jahresende immer selbst, dass ich eigentlich viel mehr hätte erreichen wollen als ich es letztlich tat -- dieses Mal war es nicht so: Ich habe mich beruflich etwas mehr selbst verwirklicht, indem ich meinen alten Job für eine schlechter bezahlte Doktorandenstelle geschmissen habe, in der ich aber inhaltlich nur für mich selbst arbeite, dafür um die Welt reisen darf und nebenbei noch Studis mehr oder weniger spannende Dinge beibringe. Parallel dazu gab es mehr Sport und gefühlt etwas weniger socially awkward penguin-ness. Für die lang geplante Asienreise hat es leider nicht gereicht, dafür gab es dank gamescom und Tattoo-Tourismus jede Menge Besuche in Köln. Vielen lieben Dank hier an Moritz und Philip für Kost und Logis -- die Burgerbuden fürchten nun unsere fairen wie erbarmungslosen Kritiken.

Top 5 des Jahres:

Grundsätzlich gab es 2011 viel zu viele Spiele. Nein, das ist nicht gut -- ich will dann nämlich alles auf einmal spielen und renne durch viele Titel einfach nur durch. Was ich jetzt zum Jahresende in Ruhe das zweite Mal gespielt hatte, gefiel mir plötzlich viel/noch besser. So etwas gebe ich mir 2012 nicht noch einmal. Und ironischerweise waren es auch zwei ältere Spiele, die mein Herz am meisten erobert haben, und dank HD-ReRelease-Loophole kann ich sie jetzt auch auf meine 2011-Liste setzen. Ich kannte beide aber vorher noch nicht.

Beyond Good and Evil HD (Review) // Was soll ich noch sagen, was ich nicht bereits gesagt habe? Eine wunderschöne Geschichte, in der Freundschaft über alles gestellt wird, auch wenn alles um einen herum komplett fucked ist. Ich liebe die Werte, die hier vermittelt werden. Ich liebe, wie bewährte und teils gegensätzliche Spielmechaniken wie Seiten-, Such- und Sammelquests, Schleich- und Autorennen-Missionen, Puzzlen und Kloppen zu einer perfekten Symbiose vermischt werden. Ich liebe den Soundtrack. Ich liebe das beste Spiel, was ich seit Jahren gespielt habe. Liebe für immer.

Ico HD // Ico hat bei mir einen ähnlichen Nerv getroffen wie BG&E. Atmosphärische, brachiale Architektur versus eine große Freundschaft, die aber leiser und subtiler als bei Jade und Pey’j. Schüchternes Händchenhalten statt Furzsprünge. Sprachbarriere statt lauter Zoten. Die etwas ungelenke Steuerung passt gut in diese Verlegenheit, ich verzieh Ico die nervigen Kämpfe und knobelte mich mit Freude durch die zum Glück recht eingängigen und nicht zu wirren Rätsel.

Bastion // Es war keine Liebe auf den ersten Blick, da ich lange Zeit nicht wusste, was ich von dem Erzähler Rucks halten sollte. Erst in dem zweiten Durchlauf spielte ich beim New Game Plus befreit auf und Bastion offenbarte mir seine Schönheit und seinen Galgenhumor, der trotz komplett zerrütteter Welt nie den positiven Ausblick verliert. Knallbunte Bonbongrafik und die beste Videospielmusik des Jahres platzen vor düsterer Hoffnung, ein ganz großes Juwel. Vielleicht das beste Indiespiel aller Zeiten.

L.A. Noire // Ein Rockstar-Game, bei man keine Autos kaputt fahren will, sondern den Kollegen hinters Steuer lässt? Mit simpelsten Schießereien, mehr Mittel zum Zweck denn zentrales Spielelement? Ja -- weil dieser ganze Quatsch eh nur stört, wenn das Spiel in Ruhe seine dunklen Geschichten erzählen will. Für einen AAA-Titel verdammt mutig und anders. Mit dem etwas metzgerartigen Verhörsystem bin ich aber nie ganz warm geworden.

Portal 2 // Portal 2 fühlt sich an wie der Moment, in dem unsere Lieblingsband bei einem Major Label untergekommen ist. Ab jetzt wird nichts mehr dem Zufall überlassen und rohe, sympathische Unfeinheiten werden ausgebügelt. Doch ist da nicht doch noch die feine Subtilität unter dem Holzhammerhumor? Und bleibt einem nicht immer noch das Lachen im Hals stecken, weil Portal verdammt noch mal creepier ist als dieser Silent-Hill-Quatsch mit den Nacktmullen? Und die Rätsel sind zumindest im Multiplayer um Ecken geiler als ganz Portal 1.

// Platz 6-10: Batman: Arkham City, Uncharted 3, Deus Ex: Human Revolution, Outland, Sonic Generations

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Schrottwichteln: Killing Floor – Twisted Christmas

Fabian

Nach einem stressigen Tag im Advent, ich war nur unterwegs
Sitz ich abends eingekuschelt bei heißem Tee und Keks
Blicke auf den Pile of Shame, habe auf nichts Bock
“2011 ist fast vorbei”, weine ich, “wo bleibt mein Uber-Zock?”

Triple-A ohne Ende, war halt alles ganz okay
Pendelte sich immer ein zwischen “cool” und “meh”
Doch wo bleibt der Knaller, die Zeit rast doch so schnell
Und kleinlaut leuchtet sie auf, fast unbemerkt: eine neue Mail

Du kleine Notification, ich muss gar zweimal hinsehen
Jemand hat an mich gedacht -- hach, wie ist das schön!
Doch die Freude verfliegt schnell, der Absender ist Steam.
Noch mehr Werbung, Angebote, Spam -- jaja, immer gib ihm.

Dann fängt das schöne Wort “Gift” plötzlich meinen Blick.
Es ist ja bald Weihnachten, habe ich etwa Glück?

Von Zockworks David, ich sah jetzt klar
Das muss es sein, das beste Spiel für dieses Jahr!
Von David erwarte ich alles, aber keinen Schund
Verlässt nur höchste Kompetenz seinen bratapfelroten Mund

Er beschert mich reich, nicht mit Mandarinen oder Nüssen
Nein -- mit “Killing Floor Twisted Christmas Edition“?!
Den Titel hab ich nie gehört, tut mir leid, ich passe
Aber sicher ein Geheimtipp allererster Klasse

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Batman: Arkham City

Fabian

Man büßt ja eine Menge Nerd-Credibility ein, wenn man zugibt, dass man mit diesen Comic-Superhelden eigentlich nicht viel anfangen kann. Fantastic Four, Green Lantern, X-Men, yadda yadda. Natürlich haben mich als Kind die martialischen Titelbilder gereizt, die im Zeitschriftenladen neben meiner Standardlektüre Lustiges Taschenbuch bzw. meiner sehr unpopulären Hipsterwahl Fix & Foxi lagen, aber ein schneller Blick in den Inhalt machte mir klar, dass ich stets mitten in einer langen Fortsetzungsgeschichte landete -- das war blöd. Auch heute hätte ich keinen Bock, mich durch -zig Reboots und Paralleluniversen zu kämpfen. Ein Freund von mir erzählt manchmal Schwänke aus der Marvel-Welt. Dort durchzusteigen klingt eher nach absurdesten Bemühungen, disjunkte Plotholes zu einer Art konsistentem Kanon zu verkleben als nach fluffigem Lesespaß für Jung und Alt. Und da beschweren sich die Leute über LOST, da lachen ja die Hühner.

Zwei Superhero-Kollegen bildeten aber immer die Ausnahme: Batman und Spiderman, die ich lustigerweise nie mit Comics verband. Von Spiderman liefen auf Sky Europe Folgen einer ziemlich cheesigen TV-Serie in OV, ich verstand das Englisch nicht, aber die Krabbelszenen an den Häuserwänden haben mich komplett weggezonkt. Bei Batman (um mal langsam zum Thema zu kommen) war es die Mischung aus a) der TV-Wiederholung der kultigen 60er-Jahre-Serie, b) dem ersten Batman-Kinofilm von Tim Burton mit Jack Nicholson als Joker, sowie c) dem C64-Spiel Batman -- The Movie von Ocean, was typischer Ocean-Lizenzschrott war, aber den durchgehend besten Chiptune-Soundtrack überhaupt hatte. Ja Hülsbeck, da guckste. Batman war also cool und ist es bis heute!

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The Dark Side of the Tomb

Fabian

Was soll ich über Uncharted 3: Drake’s Deception schreiben? Dass es technisch der Wahnsinn ist, dass man es einfach erlebt haben muss, dass sich spätestens jetzt jeder verdammt nochmal eine PS3 kaufen muss? (Was? Das habt ihr nach Teil 2 noch nicht getan?) Braucht es dafür wirklich einen weiteren Blogpost? Ich wüsste nicht mal, wie ich das Spiel inhaltlich beschreiben soll, ohne es in dem ersten Satz zu spoilern. Spoilern bedeutet ja in dem Fall nicht bloß, Einzelheiten der Story offenzulegen, sondern auch Leveldetails zu verraten. Schließlich macht es bei Uncharted ja den größten Reiz aus, zu entdecken, an was für abgefahrene Orte die Reise so geht. Die eigentliche Frage, die sich jeder sowohl vor, als auch vor allem nach dem Durchspielen stellt: Konnte Uncharted 2 noch verbessert werden? Ja, das konnte es an einigen Stellen -- in Maßen zwar, aber deutlich sichtbar. Jedoch: Drake’s Deception macht auch einige Dinge schlechter und genau das schmerzt bei aller More-of-the-same-Begeisterung.

Uncharted 3: Mit Elena nachts am Flughafen

Darum der Disclaimer vorab: Ich muss euch nicht erzählen, wie sehr ich Uncharted 1-3 liebe. Wenn ihr eine PS3 habt, tut ihr das nämlich selbst. Wenn ihr keine habt, ist euch Uncharted sowieso egal. Stattdessen möchte ich nitpicken und auch auf höchstem Niveau ein wenig über Details meckern, wie sich das für einen Fanboy mit übermäßigen Erwartungen gehört -- und gleichzeitig ein wenig Besorgnis darüber ausdrücken, wohin die Serie laufen wird.

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King’s Quest VI – Lieblingsspiel?

Fabian

Mein Lieblingsspiel soll ich also vorstellen. Hm hm. Eigentlich ist das ja die perfekte Steilvorlage für Platitüden a la “Lieblingsspiel? Ich liebe Spiele.” oder “So viele, unmöglich eines zu wählen…“. Ich könnte auch etwas konkreter werden, auf ein paar exemplarische Schönheiten meiner Jugend verweisen und angesichts der Tatsache, dass sie heute immer noch der Anker für nette Erinnerungen sind, qualifizieren sie sich doch eigentlich als meine Lieblingsspiele.

Erinnerungen -- damit kommen wir der Sache immerhin schon näher. Lieblingsspiel bedeutet für mich nicht zwangsläufig, dass ich hunderte von Stunden hinein investiert habe. Vielleicht habe ich es nur einmal durchgespielt. Vielleicht habe ich es sogar nie beendet. Was zählt, ist, dass ich wohlig-warme Erinnerungen damit verknüpfe, seien sie nun realer Natur (und das Spiel, wie oben beschrieben, lediglich der Anker) oder an das Spiel selbst: eine schöne Atmosphäre, ein Ohrwurm-Soundtrack, vielleicht ja sogar eine besonders unfaire Stelle, die irgendwann zur richtigen Zeit am richtigen Ort gemeistert wurde.

Aus den hunderten von Spielen, die ich im Laufe meines Lebens gespielt habe, will ich mir gar nicht die Mühe machen, bewusst eine Wahl zu treffen. Stattdessen schließe ich meine Augen und lasse gespieltes an mir vorbei ziehen: Lachend fliegen Jade und Pey’j aus Beyond Good and Evil an mir vorbei, hinter ihnen wandern mit ernster Miene Monkey und Trip aus Enslaved. Faith (Mirror’s Edge) rutscht von einem roten Abwasserrohr ab, fällt als Indiana Jones durch die Bibliothek von Barnett College und landet schließlich… in the Land of the Green Isles. Ich reiße meine Augen auf und lächele selig vor mich hin: King’s Quest VI, ja, das war toll.

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Review: Deus Ex – Human Revolution

Fabian

Ja, liebe Kinder. Deus Ex, das ist das Spiel, bei dem eure Gaming-Eltern immer feuchte Augen bekommen, sobald es erwähnt wird. Every time you mention it, someone will reinstall it. Das Ocarina of Time der DOSen-Zocker. Waren das noch Zeiten, heute nur noch Schlauchlevels und selbst Duke Nukem kann Autoheal. Ist doch alles Scheiße, schreien sie. Deus Ex, das war noch ein richtiges Spiel. Sowas müsste mal wieder kommen, mit etwas besserer Grafik vielleicht, aber muss auch nicht. Die gute Nachricht vorab: Genau das bietet euch DEUS EX: HUMAN REVOLUTION. Hurra, oder? Eigentlich könntet ihr jetzt aufhören zu lesen, losrennen und euren Software gewordenen Messias in Empfang nehmen. Die schlechte Nachricht, die ihr vermutlich dann nicht hören wollt: Nicht nur die Spielewelt hat sich weiter entwickelt, sondern auch ihr. Eure Gewohnheiten, eure Ansprüche, euer Spielverständnis. Deus Ex aber ist stehengeblieben. Hm, vielleicht doch erstmal weiterlesen?

Deus Ex: Human Revolution Xbox 360 Packshot

Im Jahre 2027 (25 Jahre vor Deus Ex 1) ist Adam Jensen Sicherheitschef der Firma Sarif Industries, welche Augmentierungen -- also künstliche Körperverbesserungen, mit denen man besser laufen, werfen, sehen, denken kann -- herstellt. Diese Augmentierungen sind umstritten, eine Terrorgruppe namens Purity First ist beispielsweise der Ansicht, dass der menschliche Körper perfekt ist und nicht angepasst werden sollte. Ein weiteres Problem, das Augmentierungen mit sich bringen, ist Abhängigkeit: Damit der Körper das fremde Organ nicht abstößt, muss der Träger ständig ein Medikament zu sich nehmen, das nicht ganz billig ist. Grund genug, dass ein paar Bomben bei Sarif Industries hochgehen und natürlich Purity First zunächst verdächtigt wird. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass einer der Attentäter augmentiert war und Jensen nimmt die Ermittlungen auf.

Unabhängig von den tatsächlichen Ereignissen im Spiel rückt Human Revolution stets die Frage in den Vordergrund, ob Augmentierungen ethisch vertretbar sind oder nicht. Diese Glaubensfrage zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel und wird durch die Radikalität der einzelnen Parteien auch hinreichend plakativ dargestellt. Immerhin, es hat dafür gesorgt, dass ich mich am Wochenende mit zwei Freunden darüber unterhalten habe, ob wir uns augmentieren lassen würden. Aus einer spaßigen Frage in Bierlaune wurde dann doch eine recht lange, intensive Diskussion, die zu keinem eindeutigen Ergebnis führte. Human Revolution merkt man ständig an, dass es zu genau dieser Diskussion motivieren will. Das Spiel präsentiert die Gründe für Augmentierungen sehr cool und die Gründe dagegen sehr erschreckend. Die Hauptmotivation der Story erfüllt es somit ausgezeichnet.

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gc2011: Ein Einblick in Das Schwarze Auge – Satinavs Ketten

Fabian

Früher™ habe ich die Fantasywelt von Das Schwarze Auge geliebt. Ich spielte das Pen & Paper-Rollenspiel (nach heute vermutlich längst veralteten Regeln), las die Romane (billigster Hohlbeinscher Groschenschund, wo sich eigentlich immer nur Sex- und Schlachtenszenen abwechselten -- für Teen-Fabian das Größte!) und spielte am PC die Nordland-Trilogie: Schicksalsklinge / Sternenschweif / Schatten über Riva. Danach bin ich ausgestiegen, ein Drakensang habe ich nie angerührt.

DSA: Satinavs Ketten Logo

Eine schöne Möglichkeit relativ stressfrei wieder in diese Welt einzusteigen bietet das 2012 kommende Point-and-Click-Adventure Satinavs Ketten von Daedalic Entertainment. Die Jungs haben sich in dem Genre in den letzten Jahren mit Spielen wie Edna bricht aus, The Whispered World und A New Beginning (und jetzt neu: Harveys neue Augen) einen respektablen Namen gemacht und die Idee eines DSA-Spiels ohne W20-Gerolle und stundenlangem Leveling von Skills wie Plätzchenbacken und Musizieren klingt für mich erst mal sehr reizvoll.

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gc2011: Uncharted 3 flüchtig berührt

Fabian

Uncharted ist meine absolute Lieblingsserie aus der jüngeren Zeit. Als ich Teil 2, Among Thieves, das erste Mal bei einem PS3-besitzenden Freund sah, wurde mir bewusst, dass es wohl langsam an der Zeit war, mich von meiner grauen, für Spiele ständig veralteten DOSe zu verabschieden, Gamingspaß darüber zu definieren, dass ich vor der großen Trashschleuder namens Fernseher sitze und ein mehr oder weniger klobiges Eingabegerät in beiden Händen halte. Nun denn. Seitdem habe ich auf diese Weise natürlich noch viel mehr gespielt, doch Uncharted started it all und hat immer einen besonderen Platz bei mir.
Uncharted 3: Logo
Entsprechend gespannt ging ich in die Präsentation zum dritten Teil, bei der neues Gameplay-Material live vorgespielt wurde. Und ich ging ein wenig blass heraus und dachte nur Wenn das mal gut geht. Gezeigt wurde uns der Build von letztem Freitag und ich war schockiert, wie klunky und unfertig viele Details noch wirkten. Zur Erinnerung: Release ist im November und wer einmal entfernt etwas mit Softwareentwicklung am Hut hatte, weiß: Das ist gefühlt so in etwa gestern.

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Jenseits von Eden

Fabian

Meine Erfahrungen mit Drogen halten sich relativ in Grenzen. Klar, ginge ich jetzt näher ins Detail, würde sich xStraightEdge1995x@myspace.com verächtlich die Reste seines Tofuschnitzels aus seinem Unbroken-Bandshirt pulen, aber ich glaube, wir Normalsterblichen sind da mehr oder weniger en par. Insbesondere habe ich keine Erfahrungen mit synthetischen Drogen im allgemeinen und im Zusammenhang mit der Techno-Szene im speziellen. Die Gründe dafür sind vermutlich eine gesunde Mischung aus zu behüteter Jugend in zu kleinstädtischem Reihenhaus, zu inkompatibler musikalischer Sozialisation und zu inkompatiblem Freundeskreis. Und jetzt ist es irgendwie auch zu spät, damit noch anzufangen. Oder? Warum ist das überhaupt wichtig für ein Spiel wie Child of Eden?

Child of Eden: Lumi

Nun, als hochprofessioneller, endkompetenter und gnadenloser Spielreviewer, für den Gamestar & Co. regelmäßig Kristin absurd hohe Transfersummen bieten, bin ich natürlich in der Pflicht, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um ein Spiel optimal zur Geltung kommen zu lassen. Ich kann ja auch nicht Crysis auf einem 486er spielen und mich dann über die miese Framerate beschweren. Oder mit was PC-Spieler sich heutzutage sonst so rumärgern. Muss ich also völlig druff sein, um ein Licht- und Bass-Spektakel wie Child of Eden adäquat genießen zu können? Ich vermute: Nein. Child of Eden ist so abgefahren bild- und soundintensiv, dass mein Kopf bei Verstärkung wohl platzen würde. Man kann eigentlich gar nicht beschreiben, was für ein luzider Farbenregen auf einen einprasselt. Am liebsten stelle ich den Fokus meiner Augen auf unendlich und starre direkt durch das Bild hindurch, was sehr zu Lasten der Konzentration auf das Spielgeschehen geht. Denn da geht es echt zur Sache; wie schon den Vorgänger Rez (mit ziemlich genau 1:1 demselben Spielprinzip) finde ich auch Child of Eden stellenweise brockenschwer. Doch von vorne.

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