Schrottwichteln: Als Frau lässt es sich besser lügen. Stimmt’s? 1

Schrottwichteln: Als Frau lässt es sich besser lügen. Stimmt’s? 1

Manchmal hat der Würfel sogar recht.
Manchmal hat der Würfel sogar recht.

Da kehrt man abends in sein heimisches Domizil zurück, schaut die zahlreiche Fanpost sowie diverse Aufmerksamkeiten aus fernen Ländern durch (ihr kennt das..), nur um dann bei einem ganz besonders anmutenden Päckchen hängen zu bleiben. Daniel hat weder Kosten noch Mühen gescheut, mir ein kleines Präsent des großen Warenlieferdienstes zukommen zu lassen. Mit Geschenkpapier und allem, was dazugehört. „Netter Kerl!“, denke ich mir, während meine Griffel bereits die ersten Fetzen des roten Geschenkpapieres von dem mysteriösen Inhalt herunter reißen.
Kurz darauf ist mein Geschenk freigelegt und diese eine Ader auf der Stirn beginnt zu pochen. Schweiß durchdringt meine Poren und der eigene Gesichtsausdruck verformt sich zu einem zornigen etwas, welches ich an dieser Stelle nur mit dem Begriff Grumpy Human erklären kann.
Jetzt fällt es mir wieder ein: Wie schon im letzten Jahr haben wir uns bei Zockwork Orange wieder besonders lieb und schenken uns die allerschönsten Schrecklichkeiten, die man für relativ wenig Geld kaufen kann. Das Schrottwichteln hat begonnen!

In meinen Händen halte ich eine relativ breite Box. Stimmt’s? ist darauf zu lesen und in der rechten unteren Ecke des Titelbildes versucht jemand, den Ted Mosby Ähnlichkeitswettbewerb zu gewinnen. Die enorme Breite der Verpackung erklärt sich durch ein mitgeliefertes Mikrofon. Versprochen wird mir ein (quasi FBI-verifizierter) Lügendetektor, mit dem ich spielerisch leicht die Wahrheit (und nichts als die Wahrheit!) aus meinen Freunden herausbekomme. Ein fantastischer Spaß für bis zu 8 Personen.
„Geil! Ein Casual-Party-Game für mich und meine Freunde!“ frohlocke ich. Casual-Games mag ich normalerweise eher nicht. Aber mit den richtigen Freunden… moment! Freunde habe ich ja auch keine. Verdammt! Meine Laune wird finster. „Spiel ich halt mit mir selbst!“, rufe ich in den leeren Raum. Wohl wissend, dass mir eh‘ niemand erklärt, dass diese Aussage irgendwie falsch klingt.
Schnell das Medium ins Laufwerk, sowie das mitgelieferte Mikrofon in den USB-Port (3x geflippt!) verfrachtet und die Xbox angeschmissen. Hurra! Ein neues Spiel!


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Ich beschließe, gegen mein weibliches Ich mit verstellter Stimme zu spielen. Was auch sonst?
Für den ersten Spieler gebe ich den Namen Marc ein (hihi). Daraufhin soll ich meinen Namen noch laut und deutlich ins Mikrofon sprechen. Dies mache ich 2-3 Mal. Jedoch ohne softwareseitige Reaktion. Also wieder aufgestanden, Mikrofon raus, Mikrofon wieder rein. Dabei ein „verdammtes Mikrofon“ gemurmelt, nur um dann von der Software Glückwünsche zu erhalten.

Mein Name? Mikrofon, verdammtes Mikrofon! Unterwegs im Namen ihrer heiligen Majestät ­Knillman I. um fragwürdige Spiellogiken zu verfluchen.

Mein Name? Mikrofon, verdammtes Mikrofon! Unterwegs im Namen ihrer heiligen Majestät ­Knillman I. um fragwürdige Spiellogiken zu verfluchen. Das Spiel schlägt mir vor, mich im weiteren Verlauf einfach Snaz zu nennen. Warum auch nicht? Meine weibliche Seite nenne ich Cram. Bringt aber auch nichts, das Spiel nennt die gute Dame einfach Snatch. Im Folgenden werde ich nach heimlichen Liebschaften in meiner Schulklasse, meinen Gewohnheiten vor dem Schlafen gehen (!), bösen Feinden und Details zu meinem Familienleben gefragt. Antworte ich kurz, knapp und wahrheitsgemäß, erhalte ich Punkte für die dickste Lüge und erfinde ich Geschichten von meinem Vater namens Hulk Hogan ist alles wieder bestens und der Wahrheit entsprechend. Ein hoch kompliziertes Würfelsystem, welches ich da vor mir habe. Anders kann ich mir das nicht erklären. Am Ende werde ich von meiner eigenen weiblichen Seite mit den dreistesten Lügen haushoch geschlagen, bin irgendwie im Clinch mit mir selbst und habe in knapp 15 Minuten immerhin 415 GS für mein XBL-Profil verdient.
Danke, Daniel! Ich weiß zwar noch immer nicht, was du mir mit dem Titel sagen wolltest, aber Gamerscore geht immer. Und zu mehr ist dieser Titel dann auch nicht zu gebrauchen.

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