Mass Effect: Die Offenbarung (Drew Karpyshyn) 2

Mass Effect: Die Offenbarung (Drew Karpyshyn) 2

Ich weiß ja nicht, ob es nur mir so geht, aber meine Eltern haben mich früher, als ich regelmäßig vor meinem Nintendo saß, immer ermahnt, ich solle doch mal ein Buch lesen, das sei viel besser für die Augen und macht mindestens genauso viel Spaß, weil es die Fantasie anrege. Aber wozu brauchte ich denn Fantasie, wenn ich die ganzen Bilder schön präsentiert bekommen kann? So ist an mir dann auch ein potenzieller Bücherwurm verloren gegangen.

Was manche Games aber genauso gut können wie Bücher, ist das Erzählen von Geschichten. Mass Effect ist da ein Paradebeispiel. Schon beim Spielen merkt man, wie viel Potential das Universum für viele weitere Geschichten hat als die, die der Spieler erlebt. Kein Wunder also, dass es parallel zum Spiel auch eine Romanreihe gibt, mit der man tiefer in die fantastische SciFi-Welt eindringen kann. Und wenn es nur als Verkürzung der Wartezeit auf die Fortsetzung des Spiels dient.


Und so möchte ich euch an dieser Stelle ein paar Worte zum ersten Teil der Romanreihe des Spiels erzählen. Geschrieben wurde er übrigens von Drew Karpyshyn, der schon einige Geschichten im Star Wars Universum (unter anderem auch zu Knights of the Old Republic) schrieb und hauptverantwortlich für das Drehbuch bei Mass Effect 1 und 2 war. Der Mann weiß also, was er schreibt. Ins Deutsche übersetzt wurde der 282 Seiten starke, „Die Offenbarung“ genannte, Roman vom Spieleredakteur Mick Schnelle, dessen Arbeit bis auf ein, zwei Ausnahmen als gelungen bezeichnet werden kann – allerdings ohne den Vergleich zum Original zu haben.

Inhalt

„Die Offenbarung“ erzählt nicht, wie man zunächst denken könnte, ein Kapitel aus dem Leben von Commander Shepard, sondern geht zeitlich noch weiter zurück. Nach einer kurzen Geschichtsstunde, wie es überhaupt dazu kam, dass die Menschheit den Kontakt zu außerirdischen Rassen hergestellt und die Masseneffektportale zu nutzen gelernt hat, beginnt die eigentliche Handlung, deren zentrale Figur Commander David Anderson ist – den der Spieler im Spiel Mass Effect dann als Captain Anderson kennenlernt.

Anderson wird damit beauftragt, einen Vorfall auf einer geheimen Forschungsstation der Menschen zu untersuchen. Dort angekommen entdeckt er nur Leichen und Zerstörung, das gesamte Team von Wissenschaftlern wurde brutal abgeschlachtet. Wer steckt hinter dem Angriff und was war das Ziel der Angreifer? Als Hauptverdächtige gilt Kahlee Sanders, die die Station kurz vor der Zerstörung verlassen hat, doch ihr Ergreifen bringt Anderson nicht wirklich weiter, sondern wirft nur noch mehr Fragen auf.

Verkompliziert wird die Angelegenheit noch dadurch, dass der Rat der Citadel von der Sache Wind bekommen hat und zur Aufklärung ihren besten Agenten ansetzt: Saren. Und als wenn das immer noch nicht genug wäre, rekrutieren die wahren Drahtzieher des Angriffs auch noch einen mächtigen Kroganer als Attentäter, der verhindern soll, dass Kahlee Sanders irgendetwas verraten könnte, was Anderson oder Saren zu ihnen führen könnte.

Wer Mass Effect gespielt hat, wird sich schon so ungefähr denken können, worauf die Geschichte hinausläuft. Zumindest wenn man sich immer interessiert durch die Dialoge geklickt hat, weiß man, dass Anderson und Saren eine gemeinsame Vergangenheit haben. Und genau diese wird im Roman erzählt und enthält nebenbei auch erste Andeutungen auf die Ereignisse des Spiels.

Fazit: Lohnenswert für Fans des Spiels

Lohnt es sich also, das Buch zu lesen? Meiner Meinung nach ja, zumindest dann, wenn man gern noch etwas tiefer in die Geschichte von Mass Effect eintauchen möchte, also das Spiel entweder schon gespielt hat oder noch spielen möchte. Gefallen haben mir vor allem die Hintergründe, die der Roman offenbarte, etwa über einige der außerirdischen Rassen oder den schon erwähnten Erstkontakt zwischen Menschen und Außerirdischen. Ein bisschen aufgesetzt kamen mir die technischen Erklärungen wie die des Körperschilds und des Medigels vor, die aber wohl ein Stück weit auch Zugeständnisse an das Spiel sind.

Im Großen und Ganzen war der Roman aber sehr angenehm zu lesen. Die detaillierte Charakterzeichnung und Beschreibung der Szenen lassen Kennern des Spiels noch einmal einen lohnenswerten Ausflug in das wirklich tolle Mass Effect Universum unternehmen. Wenn man mit der Erwartung an den Roman herangeht, dass er für Spieler geschrieben wurde, wird man sicher nicht enttäuscht werden. Die 10 Euro Anschaffungskosten sind also gut angelegt. Ich werde mir auf jeden Fall auch den zweiten Roman holen, der als Bindeglied zwischen Mass Effect 1 und 2 fungiert.

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beetFreeQKonstantin Eggert hat seine ersten Erfahrungen mit Games schon im Vorschulalter am C64 gemacht, dessen Bedienung er eher auswendig lernte als verstand und bei dem er zahlreiche Joysticks kaputtspielte. Später saß er so viel am Nintendo, dass seine muskulösesten Körperteile seine Daumen waren. Wenn er mal nicht für uns bloggt, schreibt er auf der Gedankendeponie.

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