Film-Review: Wreck-It Ralph/Ralph reicht’s 5

Film-Review: Wreck-It Ralph/Ralph reicht’s 5

Wreck-It Ralph, der Bösewicht des Arcade-Klassikers »Fix-It Felix Jr.« hat schon lange genug von seinem Job. Jeden Tag, sobald die Litwak’s Arcade geöffnet wird, in der sein Spielautomat steht, muss Ralph (John C. Reilly) das gleiche Appartementhaus zerstören, nur um zuzusehen, wie Felix (Jack McBrayer) alles wieder repariert. Am Ende des Tages feiern sie alle Felix und Ralph schmeißen sie vom Dach des Hauses in den Matsch, wo er sich dann alleine zum Schlafen in seinen Haufen aus Backsteinen zurückzieht. Doch diese Nacht ist anders als die bisherigen. Es ist das 30-jährige Jubiläum des Spiels, alle feiern mit Felix, doch Ralph hat niemand eingeladen. In einer hitzigen Diskussion mit Felix und den Hausbewohnern beschließt Ralph, eine Medaille zu gewinnen, um zu beweisen, dass auch ein „Bad Guy“ was wert ist.

Des Nachts, wenn die Arcade geschlossen ist und die Spiele ausgeschaltet sind, vertreiben sich die Charaktere gerne die Zeit in anderen Spielen, trinken ein Bier in Root Beer Tapper oder versammeln sich – im Falle von Ralph – im Pac-Man-Spiel zum Treffen der Anonymen Bad-Guys. Da wird gepredigt, sein Dasein als Bösewicht zu akzeptieren, doch das ist keine Option für Ralph. Er schleicht sich in das Game »Hero’s Duty«, bei dem es für das Erklimmen eines Turmes das Objekt von Ralphs Begierde gibt: eine Medaille. Dem im Weg stehen nur die fiesen Cy-Bugs – die insektenartigen Gegner des Spiels – und die Anführerin der Soldatentruppe, Sergeant Calhoun (Jane Lynch). Zwar bekommt Ralph seine Medaille, aber welche Auswirkungen sein Vorhaben auf die restlichen Games der Arcade haben würde, hat er nicht bedacht. Bei der morgendlichen Eröffnung der Arcade steht Fix-It Felix Jr. ohne Antagonist Ralph da und das vermeintlich defekte Spiel steht kurz vor der endgültigen Abschaltung. Außerdem ist einer der Cy-Bugs Ralph in ein fremdes Spiel, das zuckersüße Japano-Kart-Game „Sugar Rush“, gefolgt. Dem droht nun die Zerstörung durch die Cy-Bugs, da diese sich rasend schnell vermehren können.

Während Felix und Sergeant Calhoun Ralphs Pfad der Zerstörung folgen, um alles wieder gerade zu rücken, versucht dieser in „Sugar Rush“ seine Medaille von der Fahrerin „Vanellope von Schweetz“ (Sarah Silverman) zurückzubekommen. Die braucht sie nämlich, um am nächsten Rennen teilnehmen zu können, von dem sie aufgrund ihres Daseins als Glitch im Spiel ausgeschlossen war. Ralph muss sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: seine Medaille oder seine wachsende Freundschaft zu der Außenseiterin Vanellope.

Wreck-It Ralph, der im Trailer als ein nostalgischer Rückblick auf Retro-Games dargestellt wurde, ist am Ende doch ein typischer Disney-Film, wenn auch ohne Gesang. Es geht um Freundschaft, um Selbstfindung und um Zugehörigkeit. Darum, dass der Bad Guy nicht böse sein muss, nur weil seine Programmierung vorgesehen hat, dass er Häuser zerstört. Darum, dass man jemanden nicht ausschließen sollte, nur weil er anders ist. Das alles wird in Videospiel-Optik erzählt, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde. Die Figuren der alten Arcade-Maschinen bewegen sich zum Beispiel in eckigen, ruckartigen Bewegungen und im Hintergrund sieht man einige Figuren alter Games. Die tatsächlichen Anspielungen auf Videogames halten sich letztendlich aber stark in Grenzen und die meiste Zeit spielt Wreck-It Ralph in dem Racer „Sugar Rush“ und kommt ohne bekannte Videospiel-Figuren aus.

Unterm Strich bleibt ein toller, absolut witziger Film über Freundschaft und Toleranz, verpackt im Videospiel-Kostüm, mit passendem Soundtrack und einem genialen Cast. Videospiele sind nicht die zentrale Thematik des Films, das macht ihn aber nicht weniger gut oder weniger geeignet für Videospiel-Fans. Unser Fazit: unbedingt anschauen! Wreck-It Ralph/Ralph reicht’s läuft bei uns ab dem 6. Dezember im Kino.


Youtube-Videos sind im „privacy enhanced mode“ eingebunden, erst beim Abspielen werden Daten an Youtube übertragen. Beim Abspielen stimmst du dem zu, mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Vor dem Hauptfilm wird nach bestem Pixar-Vorbild ein Kurzfilm gezeigt, weshalb man nicht zu spät im Kino eintreffen sollte. Paperman heißt dieser und erzählt die Geschichte eines Paares, das mit Hilfe von Papierfliegern zueinander findet. Sehr schön gemacht. Ach und bitte, kommt nicht nur pünktlich, bleibt auch bitte bis nach dem Abspann sitzen!

Previous ArticleNext Article
Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

5 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: