Lust for Darkness: Erotik, BDSM und Horror? 0

Lust for Darkness: Erotik, BDSM und Horror? 0

Erotik, BDSM, Horror, Esoterik, Okkultismus … das sind nur ein paar der Schlagworte, mit denen Lust for Darkness um die Gunst der Spieler wirbt. Da wollte ich doch mal einen kleinen Blick in die kurze Demo werfen, denn vielleicht kann ich ja noch etwas lernen …

Der Prolog

Meine Reise in diese mysteriöse und erotische Welt beginnt ziemlich profan in einer Zelle im Keller eines mir unbekannten Gebäudes. Wie in einem guten Puzzler untersuche ich meine Umgebung nach Hinweisen oder Nützlichem. Bald finde ich einen Schlüssel, mit dem ich mein Gefängnis verlassen kann, und bahne mir durch den kaum beleuchteten Keller einen Weg ins Erdgeschoss. Dabei habe ich ständig den Eindruck, beobachtet zu werden, denn ich sehe Schatten und schemenhafte Gestalten durch die Gänge huschen. Ein wenig unheimlich ist das schon.

Lust for Darkness

Im Erdgeschoss angekommen finde ich mich in einem viktorianisch ausgestatteten Gebäude wieder. Auch hier kann ich zwar viele Gegenstände untersuchen, wirklich weiter bringt mich das aber nicht. Dann betrete ich ein riesiges Schlafzimmer, im dem einige kleinere und größere Gerätschaften herumstehen. Diese dienen wohl zur sexuellen Stimulation und Befriedigung, wie ich vermute. Doch bevor ich mir etwas davon näher ansehen kann, versinkt die Welt um mich herum in Dunkelheit …

Okkulte Rituale in anregender Umgebung

Im eigentlichen Spiel schlüpfe ich in die Rolle von Jonathan Moon, dessen Frau vor über einem Jahr spurlos verschwunden ist. Nach dieser langen Zeit habe ich allerdings plötzlich einen Brief von ihr erhalten, der mich zu einem abgelegenen Anwesen geführt hat. Hier liegt beim Eintreten bereits eine erotische Stimmung in der Luft und ich werde informiert, dass das „Ritual“ bald beginnen würde. Ich habe zwar keine Ahnung um was es geht, kann es mir auf Grund der Ausstattung des Gebäudes und der Kostüme der Anwesenden aber schon denken.

Trotzdem durchstreife ich erst einmal die Räume, um vielleicht doch eine Spur meiner Frau zu finden. Und tatsächlich hat sie mir eine Nachricht hinterlassen. Ich versuche noch mehr zu erfahren und stolpere kurze Zeit später über obszöne Statuen, diverse BDSM-Ausstattung und andere beunruhigende Gegenstände.

Das angekündigte okkulte Ritual scheint ebenfalls immer näher zu rücken, denn das anwesende Publikum hat sich bereits seiner Kleidung entledigt und vergnügt sich nun paarweise oder alleine in den verschiedenen Räumlichkeiten. Ich spaziere lässig durch die Reihen und komme mir vor, wie der letzte Spanner.

Lust for Darkness

Hier und da verschwimmt allerdings mein Blickfeld und ich habe den Eindruck, zu halluzinieren. Oder vermischen sich hier zwei Welten und ich kann in eine andere Dimension blicken? Bevor ich das herausfinden kann, endet die Demo und lässt mich etwas ratlos zurück.

Erotische Dimensionsübergänge

In Lust for Darkness geht es tatsächlich darum, zwischen zwei Welten zu wechseln. Einerseits gibt es da dieses opulent ausgestattete Anwesen mit seinen Orgien und auf der anderen Seite Lusst’ghaa, eine Dimension, die von außerirdischen Wesen bevölkert wird. Diese waren den Erdbewohnern einmal sehr ähnlich, bevor sie anfingen, sich durch Experimente selbst zu verändern. Ziel war eine nie endende Ekstase zu erreichen und das ständige Verlangen, die eigenen sexuellen Begierden zu erfüllen.

Aber was hat Jonathan Moons verschwundene Frau damit zu tun? Welche Rolle spielt sie in dieser von erotischer Spannung erfüllten Umgebung und warum wurde Jonathan hierher bestellt? Diese Fragen wird wohl erst das eigentliche Spiel beantworten.

Gefährliches Terrain

Meiner Meinung nach bewegt sich Lust for Darkness hier auf dünnem Eis. Die Gefahr, dass die erotische Geschichte mit ihrem okkulten und mystischen Touch ins Lächerliche abgleitet, ist nämlich groß. Die Demo hat natürlich nur einen kleinen Einblick zugelassen, aber schon hier musste ich bei der Bemühung des Spiels, eine erotische Stimmung aufzubauen, eher grinsen. Aber das ist sicher auch Geschmackssache. Die Ausstattung des Anwesens wird allerdings dem Thema gut gerecht und fast jeder Gegenstand, den ich untersuchen kann, zeigt eine eindeutige Symbolik. Hier wurde Wert auf Details gelegt.

Trotzdem bleibt Lust for Darkness im Grunde ein Puzzler, in dem man sich seinen Weg durch das Lösen verschiedener Aufgaben und Rätseln erspielen muss. Auch Nebengeschichten sollen sich nach und nach freischalten lassen. Dass das Spiel als BDSM-Horror angekündigt wurde, hat sich mir in der Demo jedenfalls nicht offenbart, obwohl manchmal auf Jumpscares hingearbeitet wurde.

Lust for Darkness

Lust for Darkness trifft jetzt nicht wirklich meinen Geschmack, obwohl ich für außergewöhnliche Ideen ja gerne zu haben bin. Dazu konnte ich mich während der Demo zu wenig in diese okkulte und ekstatische Welt hineinversetzen und würde wahrscheinlich während des Spielens zu oft die Augen rollen. Aber Spiele sind ja immer zum großen Teil Geschmackssache und ich denke, dass sich hier auch begeisterte Fans finden werden. Die überaus erfolgreiche Kickstarter-Finanzierung zeigt jedenfalls deutlich, dass durchaus Interesse an einem solchen Spiel besteht. Für mich ist es allerdings nichts. Meine Bewertung: Drei von fünf angebissenen Dildos.

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Auf ZwO Expertin für Stealth und Sneaky Games (ab und zu darf aber auch mal ein reinrassiger Shooter oder ein Horror-Spielchen dazwischen sein).

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