Seit Mitte letzter Woche können »Borderlands 2«-Spieler sich mit dem sechsten spielbaren Charakter »Krieg« durch das Ödland von Pandora schlachten und… Ich liebe es!!! Ich habe ohne Untertreibung meine offizielle Lieblingsklasse für 2K’s Ballerspiel gefunden. Mit Gaige und (anders als Ralf) Axton konnte ich nie so richtig viel anfangen. Ich beschwöre einfach nicht so gerne kleine Helfer und/oder Türmchen, um was von der Action abzugeben. Mit der Sirene bin ich auch nie so richtig warm geworden und der Gunzerker war mir auf Dauer zu eintönig, obwohl als Zweitcharakter zum Dampfablassen sehr lustig. Im Endeffekt siegte meine Liebe für Meuchelmörderklassen in Rollenspielen, Stealth und Aliens und ich bin bei Zer0 gelandet (Was die ‘Aliens’ angeht: Ich meine, guckt euch die Körperproportionen an und außerdem hat er VIER Finger an jeder Hand!). Ich weiß auch, dass das eine etwas unpopuläre Entscheidung bei
der Klassenwahl war, oder wie schrieb Ralph letztens noch? „Zero sieht aus wie ne Wurst und spielt sich auch so“? Lass ihn aussehen wie er will, ich hatte Spaß! Jeder kann Gegner über den Haufen ballern, die teilweise in einer anderen Dimension feststecken oder ein Geschütztürmchen in die Landschaft setzen, aber um auf riesige Entfernung ein ganzes Banditenlager mit dem Scharfschützengewehr leer zu räumen oder zig von denen ungesehen zu erdolchen braucht es eben doch ein Quentchen mehr Stil und Skill. Pöh!
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Ich wollte zuerst einen Rant über den feministischen Blick auf die Videospielszene schreiben, habe mich dann aber doch besonnen. Rants sind nur bedingt hilfreich, wenn es um sinnvolle Diskussionen geht. Nützlich sind sie hingegen, wenn Mann mal auf den Putz hauen und seine Meinung kundtun will. Versteht diesen Beitrag nicht als Rant, aber als kritischen Kommentar. Nur so viel vorneweg: Auch ich bin der Meinung, dass die Sexismus-Debatte hier in Deutschland richtig und wichtig ist. Ich meide aber die Politik und bleibe lieber bei meinem Lieblingsthema: Videospiele.
Angefangen hat alles mit Mario. Oder Link. Oder noch viel früher. Aber es geht darum, dass Anita Sarkeesian über Kickstarter ihre Videoreihe Tropes Vs. Women in Videogames finanziert hat und anprangert, dass wir (insbesondere männliche) Gamer die Story von Videospielen gefälligst mehr reflektieren sollen. Es kann ja nicht angehen, dass immer nur Männer die Prinzessinnen retten. Oder Spiele einfach »Zelda« genannt werden und das Spiel dann auch ganz gut ohne Zelda auskommt. Meinetwegen. Dann hackt schnell jemand »The Legend of Zelda« und rettet Link. Das schafft Bewusstsein und ist noch witzig dazu. Oder auch die Donkey Kong: Pauline Edition. Vortrefflich.
Meiner Meinung nach ist die Branche selbst auch schon auf einem ganz guten Weg, Computerspiele dem “weiblichen Blickwinkel” zu öffnen. In der »Mass Effect«-Reihe z.B. kann der Spieler schon länger einen weiblichen Shepard spielen. Super! Girl on girl Action finde ich sowieso besser. Auch »Remember Me« wird einen positiv stark dargestellten weiblichen Hauptcharakter haben, den einige Publisher nicht haben wollten. Trotzdem erscheint es. Und überhaupt bin ich sehr dafür, dass auch mehr Frauen Videospiele spielen. Das ist keine Männersache (mehr?).

Nilin (Remember Me)
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Toki Tori, liebe Freunde! Was habe ich den ersten Teil des Puzzlevergnügens geliebt, wo man mit diesem dicken Kanarienvogel alle Eier innerhalb eines wenige Bildschirme großen Level einsammeln musste. Dazu hatte man wechselnde Fähigkeiten wie Brückenbau oder Beamen in begrenzter Anzahl zur Verfügung, so dass sich direkt ein wunderbar-nostalgisches Lemmings-Gefühl einstellte. Ganz tolles Ding, ich hatte da ja vorher noch nie von gehört, aber irgendwann war es dann eben mal in einem Humble Indie Bundle drin und ich hatte einige Stunden an Spielspaß damit. Irgendwann wurden mir die doch sehr kniffligen Rätsel aber echt zu schwer, ich bin ja nun auch nicht der Hellste, aber das wisst ihr ja.
Dennoch freute ich mich sehr, als ich vom zweiten Teil erfuhr. Wie geil -- more of the same und das auch noch zeitexklusiv für die Wii U, die ja aktuell nicht gerade mit Releases überschüttet wird? Da schlägt das Gamerherz doch gleich doppelt vor Sympathie. Als vermeintlicher Veteran des ersten Teils lud ich diese Schönheit also aus dem eShop und liebend gerne würde ich euch jetzt ein herzhüpfendes Review präsentieren, aber…

Seien wir doch mal ehrlich: Zombies waren einst spannende Film- und Spielemonster, doch haben sie durch ihre gegenwärtige Überpräsenz gewaltig an Reiz und vor allem auch an Schrecken verloren. Klar, ich schaue auch trotz der schwächelnden letzten Staffel immer noch gerne AMCs »The Walking Dead«, doch geht es hier schließlich weniger um die Zombies selbst und ihr blutiges, zweites Dahinscheiden, als mehr um das Verhalten der Überlebenden in dieser absoluten Ausnahmesituation. Diesen Ton der Comicvorlage und Serie schaffte Telltale im letzten Jahr mit ihrem gleichnamigen Adventure aufzugreifen, welches zwar nach außen mehr versprach als es letztlich bieten konnte, doch als „spielbare Graphic Novel“ immer noch ein verdammt gutes Bild abgab. Da man die sprichwörtliche Milchkuh natürlich nicht mit dickem Euter im Stall stehen lässt, war es nur eine Frage der Zeit, bis man auch für Fans stumpfer Metzelei einen Titel auf den Markt werfen würde, der den Fokus weg von Geschichte und Charakterentwicklung, hin auf Bodycount und Blutfontänen setzen würde.
Activision spielt den Bauern und brachte Ende März das von Terminal Reality entwickelte »The Walking Dead: Survival Instinct“ heraus, in dem ich als Spieler in die Rolle des Seriencharakters Daryl Dixon schlüpfe und mich in den ersten Tagen der Zombie-Epidemie durch den Südosten Georgias schlagen muss. Klingt doch eigentlich gar nicht so schlecht, denn schließlich hat sich Daryl mittlerweile zu einem der interessantesten Charaktere gemausert, der über die drei TV-Staffeln vom Nazi-Hillbilly zu einem echten Sympathieträger wurde. Leider wird Survival Instinct dem eigentlich interessanten Charakter nicht gerecht, denn für mehr als pseudocoole One-liner hat es dann leider doch nicht gereicht und so flach wie die Charaktere, bleiben auch Story und Gameplay. Dabei gefallen mir sogar einige Ansätze durchaus gut, aber alles der Reihe nach.
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Gut Ding will Weile haben. Und so schreibe ich zehn Monate nach Erscheinen von »Spec Ops: The Line« hier meine Gedanken zu diesem Ausnahme-Shooter während im Hintergrund »Hush« von Deep Purple läuft. Überhaupt liest sich dieser Artikel viel besser, wenn Ihr dazu den Soundtrack des Spiels (Spotify) laufen lasst. Aber Vorsicht! Ich bin noch Tage nach dem Beenden von »Spec Ops: The Line« mit der amerikanischen Nationalhymne im Ohr aufgewacht.

The star-spangled banner (Spec Ops: The Line)
Und falls Ihr jetzt denkt, ich rede hier wieder von einem imperialistischen Patriotismus-Shooter-Einheitsbrei à la Call of Déjà-vu, dann kann ich Entwarnung geben, zumindest in Teilen.
Warum überhaupt so spät? Ich habe das Spiel letztes Jahr gekauft, an Freunde verliehen und erst vor ein paar Tagen zurück erhalten. Da es durch einige Hände gegangen war und alle begeistert von »Spec Ops: The Line« erzählten, habe ich mich nun doch noch an der Xbox 360 als Captain Walker mit Lieutenant Adams und Staff Sergeant Lugo auf die Suche nach dem in Dubai verschollenen Colonel John Konrad und seinem 33. Bataillon gemacht. Außerdem hat »Spec Ops: The Line« leider nicht den Deutschen Computerspielepreis gewonnen. Dort war es zurecht als Bestes Deutsches Spiel 2012 nominiert.

