Demo-Donnerstag: The Miskatonic

von in Features
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Für den heutigen Demo-Donnerstag habe ich eine sehr kleine Demo rausgesucht, um nicht zu sagen eine winzige Demo. Aber manchmal sind es ja gerade die kleinen Dinge wert, besonders beachtet zu werden.

»The Miskatonic« heißt das Spielchen, das ich euch vorstellen möchte. Nach erfolgreich abgeschlossener Kickstarter-Kampagne entwickelt Rapscallion Games, eine englische Entwicklungsschmiede, hier einen Sidescroller, der sowohl Horror- als auch Puzzler- und Comedy-Elemente beinhalten wird. Englischer Humor soll uns abstruse und seltsame Dialoge bescheren und die Spielumgebungen werden einige Überraschungen bereithalten, wenn wir okkultistische Ausflüge unternehmen und bluttriefende Rätsel lösen.

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Schauplatz ist die alte Miskatonic Universität, die mit seltsamen Rätseln und kuriosen Zeitgenossen nur so vollgestopft ist. Die Universität hat sich ganz der Welt des Okkulten verschrieben und sowohl die Professoren als auch die Studenten leiden unter schrecklichen Mutationen und psychischer Belastung. Teilweise scheinen sie zu explodieren oder sie essen sich gegenseitig bei lebendigem Leib. Dennoch finden sie ihre Arbeit immer noch faszinierend und verbreiten gute Stimmung. Das alles klingt schon mal extrem durchgeknallt und ziemlich vielversprechend. Diese fiktionale Universität wird übrigens in diesem Wikipedia-Eintrag näher beschrieben.

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Unsere Protagonistin Charlotte LeStrange, Studentin dieser Universität, verfolgt hier eigene geheime Ziele, die nicht immer im Einklang mit den Vorstellungen der Universität stehen. Sie kämpft sich auch nicht ganz unbewaffnet durch das abstruse Spielgeschehen und zeigt Monstern oder Mutanten, dass sie auch mit einer riesigen Shotgun umzugehen weiß. Viel Spaß nicht nur beim Lösen der verschiedenen Rätsel scheint also garantiert zu sein. Ich bin jedenfalls schon gespannt.

Die Demo kann hier heruntergeladen werden.

Zugegeben, die Demo ist sehr kurz. Trotzdem finde ich, dass schon aus dem Wenigen, das man zu sehen bekommt, eine gewisse Liebe zu den Charakteren und zur Gestaltung der Umgebung spricht. Die grafische Umsetzung hat mich jedenfalls sehr angesprochen und die liebevoll ausgearbeiteten Figuren habe ich jetzt schon ins Herz geschlossen.

»The Miskatonic« soll 2016 erscheinen und es lohnt sich auch ein Blick in den Miskatonic Entwicklungsblog.

Sicher habt Ihr das auch schon erlebt: Ihr hört einen tollen Song im Radio und wisst sofort „Das ist doch die Titelmelodie von Mission Impossible!“ oder „Oh, das Titanic-Lied…“. Manche Soundtracks sind einfach so eingängig, dass man sie auch dann noch erkennt, wenn man den Inhalt des Films vielleicht schon vergessen hat.

Bei Videospielen geht es mir nicht anders. Viele Spiele haben so grandiose Soundtracks mit hohem Wiedererkennungswert, dass nur ein paar Takte reichen, um mich an wunderbare durchzockte Stunden zu erinnern. Viele Emotionen, die während des Spielens hochkommen, werden durch geeignete Hintergrundmusik noch verstärkt und vertiefen so das Spielerlebnis. Einige Soundtracks habe ich mir sogar später dann gekauft, weil sie mich einfach mitgerissen haben.

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Leider haben die Soundtracks der Videospiele längst keinen so hohen Stellenwert wie Filmmusik, obwohl sie teilweise genauso aufwendig produziert werden. Das liegt aber natürlich in der Natur der Sache, denn Filme werden von mehr Menschen angesehen als Videospiele gespielt. Und dieses Schattendasein wollte Tommy Tallarico, ein bekannter Komponist und Musiker für Videogames, ändern und rief 2002 die Konzertreihe »Video Games Live« ins Leben.

Seit über 10 Jahren ist Tommy Tallarico nun mit dieser Show weltweit unterwegs, begleitet von einem symphonischen Orchester und einem großer Chor, und zeigt, dass der Soundtrack von Videospielen durchaus konzertfähig ist. Als die Show dann im März in München Station gemacht hat, konnte ich mir dieses Event nicht entgehen lassen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Trailer: Deus Ex: Mankind Divided

von in News
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Normalerweise posten wir ja keine News und Trailer. Normalerweise gucke ich mir auch gar keine Trailer zu Videospielen an, meist weiß ich auch so, was mich interessiert und was nicht und Trailer haben die Angewohnheit, oft viel zu viel zu verraten. Bei »Deus Ex « mache ich eine Ausnahme. Warum? Nun, »Deus Ex: Human Revolution« war ein Spiel, das die Spielergemeinschaft gespalten hat und auch ich fand es zu Anfang ziemlich mies. Ich spielte auf Stealth, was auch super klappte, bis zum ersten Endboss. Da entschloss das Spiel plötzlich, man müsse Endbosse unbedingt im offenen Kampf erledigen. Doof nur, wenn man überhaupt keine lethalen Waffen oder Fähigkeiten besitzt, weil man alles auf Stealth optimiert hat. Beim zweiten Endboss lief es besser, weil ich darauf vorbereitet war, dennoch störte mich dieser Bruch massiv. Wenn ein Spiel mir sagt, ich dürfe entscheiden, ob ich als Killermaschine oder als schleichender Pazifist spielen wolle, dann möchte ich das auch das komplette Spiel durchziehen dürfen. Über die Bosskämpfe habe ich mich ausführlich ausgelassen und dann auch noch mal über den »Missing Link«-DLC. Letztendlich habe ich das Game, das ich zu Beginn eher nervig fand, nicht nur komplett, sondern auch mehrfach durchgespielt, auf allen Schwierigkeitsstufen und Spielarten. Mache ich sonst nie. Man könnte »Deus Ex: Human Revolution« also schon als eine Art Hassliebe bezeichnen, wobei am Ende schon mehr die Liebe überwog. Jetzt landete gestern – für mich total unerwartet – ein Trailer zum Nachfolgespiel im Netz und ich muss sagen: ich fand’s direkt geil. Das muss natürlich nichts heißen, aber ich freue mich einfach mal drauf, wieder als Adam Jensen Bösewichter verhauen zu können. Wenn es mindestens so gut wie »Human Revolution« (ohne die doofen Bosskämpfe und die viel zu lange Detroit-Sequenz am Anfang) wird, bin ich schon glücklich. Jetzt müssen Eidos/Square Enix nur noch ein Release-Datum bekannt geben. Ansonsten weiß man nicht viel. Es geht um eine Art Bürgerkrieg zwischen Augmentierten und Augmentierungsgegnern und Adam steckt mitten drin. Am Ende wird es natürlich wieder zahlreiche Verschwörungen, die Adam aufdeckt, oder auch nicht. Was mich persönlich interessieren würde, ist, ob alte Entscheidungen die Handlung im neuen Spiel beeinflussen werden, schließlich gab es ja auch mehrere Enden in »Human Revolution«. Bis »Mankind Divided« endlich erscheint, werden wir aber sicherlich mehr erfahren, vielleicht ist auf der nächsten gamescom ja schon was anspielbar.

I never asked for this but ich freu mich trotzdem drauf. Und ihr so?

Kaufhauscomputertage

von in Retro
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Jeden Samstag durfte ich meine Eltern zu einem Ritual begleiten. Ort dieses Rituals war unser nahegelegenes Einkaufszentrum. Ziel war die Verlagerung des morgendlichen Frühstücks, gemeinsam mit Freunden meiner Eltern, zu diesem Ort. Ich war 14 Jahre alt.

Sicher kann sich jeder vorstellen, dass es für einen Schuljungen kurz vor der Pubertät, noch spannendere Ereignisse am Wochenende hätte geben können. Vor allem, weil es zu dieser Uhrzeit weit und breit keine anderen Kinder gab. Deshalb beschränkte ich mich bei der Nahrungsaufnahme auf das Nötigste und versuchte mich, so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen. Überhaupt war ich in diesen Jahren oft im Einkaufszentrum unterwegs gewesen. Klar, auch im Wald oder Fußballspielen mit Freunden, aber das Einkaufzentrum war, aus einem bestimmten Grund, ein heiliger Ort, von dem eine große Anziehungskraft auf mich ausging. Darauf komme ich gleich zurück.

Ich verließ also die im 70er Jahre Look gehaltene, ziemlich düstere, Kaufhof-Kantine und fühlte mich sogleich von magischer Hand befreit. Wohin sollte ich zuerst gehen? Zur Auswahl standen entweder die Computerabteilungen von Kaufhof oder Horten. Der letzte Begriff wird vermutlich nicht mehr jedem Leser geläufig sein. Denn die deutsche Warenhauskette Horten wurde 2004 für immer geschlossen. Ich entschied mich als erstes für die Computerecke vom Kaufhof.

Bild 1: In der Computerabteilung vom Kaufhof.

Bild 1: In der Computerabteilung vom Kaufhof.

Kaum dort angekommen verlangsamten sich meine Schritte. Durch das wegweisende Geschenk meines Vaters zum Weihnachtsfest 1984 – es lag ein Sinclair ZX81 unter dem Weihnachtsbaum – war ich bereits im Besitz eines eigenen Heimcomputers. Beim Kaufhof aber standen die „richtigen“ und unerreichbaren Ideale der damaligen Jugendträume. Diesen Beitrag weiterlesen »

Im Februar erschien dank eines Kickstarter-Projekts des deutschen Studios King Art das dritte Point & Click-Adventure aus der »The Book of Unwritten Tales«-Reihe. Nach einem kleinen Prequel-Ausflug 2011 mit dem Add-on “Die Vieh-Chroniken” knüpft nun The Book of Unwritten Tales 2 an die Geschichte des ersten Teils aus dem Jahr 2009 an. Wir erinnern uns: Der Gnom Wilbur Wetterquarz, die Elfenprinzessin Ivo, der Piratenkapitän Nate Bonnet und das flauschig-rosarote Wesen Vieh haben Aventásien vor der Erzhexe Mortroga und ihrem verzogenen Sohn Munkus gerettet. Vorerst! Denn natürlich wartet schon ein neues Abenteuer auf unsere wagemutigen Helden.
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Der Krieg gegen die Erzhexe hinterließ seine Spuren. Unruhen beherrschen das Land und die Ratsvorsitzende van Buren nutzt diese, um einen politischen Machtkampf mit dem Erzmagier um das Bürgermeisteramt von Seefels auszutragen. Auch Wilbur Wetterquarz, der aufgrund von Lehrermangel seinen Traum wahr machen konnte und als erster Gnom eine Professur an der Magierschule annahm, beobachtet sorgenvoll das Geschehen. Doch dann erhält er den Rat, einen Golem zum Schutz des Erzmagiers zu bauen und damit nimmt das Chaos seinen Lauf. Natürlich sind auch Ivo, Nate und das Vieh wieder mit von der Partie. Mit ihren ganz eigenen Problemen im Gepäck versuchen sie erneut, Aventásien vor einem furchtbaren Schicksal zu bewahren.
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»The Book of Unwritten Tales 2« ist, wie seine Vorgänger, ein klassisches Point & Click Adventure mit Genre-typischem Gameplay. Es glänzt mit einer liebevollen, beinahe klischeehaften Fantasiewelt und einem wunderbaren Humor, der häufig Bezug auf bekannte Bücher, Filme und Spiele nimmt. Wer jedoch befürchtet, dass dem Spieler die Popkultur-Bezüge mit dem Holzhammer eingeprügelt werden, wie z.B. bei dem kürzlich erschienenen »Randal’s Monday« (Review), den kann ich beruhigen. Sie werden meiner Meinung nach wesentlich behutsamer und passender in das Spielgeschehen eingestreut. Alle vier Helden sind spielbar und ergänzen sich immer wieder einmal, um Rätsel zu lösen und neue Wege zu öffnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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