Ich habe vor ein paar Wochen in einem anderen Artikel von Präsentationen auf Spielemessen gesprochen, wo man sich am Liebsten Scheuerpulver in Augen reiben möchte, damit jeweils diese großartige Präsentation das Letzte ist, was man jemals sieht. Nachdem ich mir »The Witcher 3« auf der Gamesom in der Pressevorführung gegeben habe, muss ich CD Projekt Red eines lassen: Auch wenn kein Mensch mein vielleicht etwas überspitztes Szenario je in die Tat umsetzen wird (Hoffe ich…), so kommen die Jungs und Mädels aus Warschau sehr nah an dieses Level dran. Fast jeder Rollenspieler liebt diese Reihe und der dritte Teil hat bereits rund 140 Messe Awards einkassiert, „meist erwartetes Spiel“, sowas eben.

Aber warum eigentlich? Hat das jemals jemand anderes außer den Entwicklern bei den Livevorführungen gespielt? Hat jemals jemand etwas anderes vom Spiel gesehen, außer den fertigen, unheimlich detailreichen Arealen, die als Aushängeschild genommen werden, um den Leuten die Augen glasig und die Münder wässrig zu machen? Äh… Nein. Nicht soweit ich weiß. Ich weigere mich, einfach blind ins Euphorieorchester mit einzustimmen und darum dekonstruieren wir doch mal ein bisschen, warum dieses Stück Rollenspiel-Goodness so ein Phänomen geworden ist, obwohl sich keiner jemals eine richtige, eigene Meinung durch bloßes Zocken hat bilden können.

screenshot_33

Diesen Beitrag weiterlesen »

»Die Siedler« sind so ein Videospielphänomen, vor dem ich mich immer ein bisschen verschlossen habe. Eigentlich machen mir diese Aufbausimulation total viel Spaß, allerdings habe ich eh schon ein Problem mit meinem Zeitmanagement, würde ich sowas anfangen, ich käme vermutlich zu nichts mehr. Dennoch packte mich das Interesse und ich deshalb meinen Hintern in die Präsentation des neusten Siedler-Ablegers: »Die Siedler: Königreiche von Anteria« Für die Lesefaulen: ich fand ziemlich geil, was mir da gezeigt wurde. Zugegeben, es war eine genau einstudierte Demo, die uns da vorgespielt wurde, während uns Informationen um die Ohren gehauen wurden, richtig bewerten kann man ein Spiel natürlich nur, wenn man auch mal selbst Hand anlegen durfte. Aber was ich sah, konnte überzeugen.

Die_Siedler_Anteria

Ein paar der Notizen, die ich Siedler-Noob mir machte:

  • Jeder Spieler hat ein festes Königreich, das nicht angegriffen und zerstört werden kann. Kämpfe finden in separaten Missionen statt, die Gebäude bauen friedlich vor sich hin und sind sicher. Das finde ich cool, ehrlich gesagt. Bei solchen Spielen war ich immer recht langsam und während ich noch die Schmiede ausbaute, stand der Feind schon mit einer riesigen Armee vor der Tür: Game Over. Nicht hier. Wer alleine ein bisschen aufbauen möchte, kann das in Ruhe tun.
  • Tauschen, Verkaufen und Handeln: es gibt einen Marktplatz, in dem man Gegenstände mit anderen Spielern handeln kann.
  • Missionen können mit Freunden im Koop gespielt werden. Mehr Freunde = mehr Loot, niemand kommt zu kurz. Die Missionen gehen 15 bis 30 Minuten und man kämpft in einer Art Action-RTS gegen insgesamt 150 unterschiedliche Pokèmon Gegner.
  • Besseres Gebäude-Management: Gebäude können sehr komplex werden und von vielen anderen abhängig sein. So ein Schmied braucht zum Beispiel Holz, das muss gefällt und verarbeitet werden. Er braucht Erze, die müssen abgebaut werden… eine voll entwickelte Meister Schmiede ist von 19 unterschiedlichen Ressourcen abhängig. Damit man da nicht den Überblick verliert, zeigt einem ein Klick auf das Gebäude sämtliche Abhängigkeiten an und man kann so fix Wege optimieren.
  • Champions: Champions sind Krieger, die in den Missionen eingesetzt werden. Diese Krieger können wie in einem RPG mit speziellen Waffen ausgerüstet und in einem Skilltree aufgelevelt werden.

Es wurden direkt wieder Stimmen laut, bezüglich des Onlinezwangs und als jemand, der gerade auch wieder eine Woche ohne Internet war, kann ich das nachvollziehen. Das Argument, man sei ja eh immer online, zieht einfach nicht. Manchmal kann man eben nicht online sein, weil das Internet kaputt ist, weil man mit dem Gaming-Notebook im Zug sitzt… Onlinezwang ist doof. Abgesehen von diesem Ärgernis sah »Die Siedler: Königreiche von Anteria« aber ausgezeichnet und nach viel Spaß aus. Wie das jemand sieht, der alle anderen Teile gespielt hat, kann ich nicht beurteilen, aber ich glaube, der neue Teil wird auch in Fankreisen sehr gut ankommen.

Kurz ein paar Worte zu »Assassin’s Creed: Unity« und »Far Cry 4« (die Termine waren ein bisschen… unbefriedigend, aber ich versuche, so gut es geht wiederzugeben, was ich gesehen habe):

Far Cry 4 Shangrila
Diesen Beitrag weiterlesen »

Guardians of the Galaxy

von in Reviews
0
X-Men_Origins_Wolverine

Kacke.

Mal unter uns Pastorentöchtern: Ich stehe ja total auf Comicverfilmungen. Besonders die Marvel-Flicks der letzten zehn Jahre haben es mir angetan (abgesehen von »X-Men Origins: Wolverine«. Brrrr, Leute! Hallo?); »Fantastic Four«, »X-Men«, »Iron Man«… Auch wenn man hier oft merkt, wie schlecht die Filme altern und wie grottig die Dramatik eine Dekade später wirkt, merkt man einen deutlichen Trend, der sich über die Jahre hinweg entwickelt hat: “Düster” ist das neue Schwarz. Eine Mischung aus Pathos, Action und klamaukigen Kalauern flimmert da jüngst über die Filmleinwände der Welt. Leidgeplagte Protagonisten, die mehr unter ihrer Vergangenheit leiden, als unter den aktuellen Avancen eines aufgekratzten antipathischen Halunken, die Weltherrschaft an sich zu reißen oder einfach nur die Erde zu vernichten.

“Make it dark, make it grim, make it tough, but then, for the love of God, tell a joke.” – Joss Whedon

The-Avengers-Movie-1-Team-Pose-570x332

“The Avengers”: Besser als die “Guardians”?

Zwar mögen diese Streifen im Gros unglaublich cool sein – zumindest entsprechend ihrer cineastischen Halbwertszeit – “der” absolute Überfilm blieb bisher allerdings aus. Mein persönlicher Marvel-Favorit »The Avengers« kratze nun lange Zeit am Thron, die trägen ersten 20 Minuten des Films und die puren Story-Elemente im Mittelteil ließen mich allerdings beim zehnten bis 24. Rewatch regelmäßig auf der heimischen Couch ins Land der Träume flüchten. Zugleich sind die Film gewordenen Franchises oft sehr düster und in einer sehr gezwungenen Art und Weise auf die zu erwartende Katharsis zurechtgeschnitten, so dass man während der Introsequenz oft schon den gesamten Streifen vor dem geistigen Auge ablaufen sieht. Schema F to the max. Wie bereits Joss Whedon, Nerdgasm-Mastermind hinter »The Avengers« und »Firefly« – sagte: “Make it dark, make it grim, make it tough, but then, for the love of God, tell a joke.”

“We’re the Guardians of the Galaxy.”

guardians-galaxy-pose

Nicht im Bild (weil zu klein): Rocket.

So Recht Whedon mit dieser Aussage auch hat: Wie wäre es also mit etwas frischem Wind? Einfach mal den Spieß rumdrehen? Wie wäre es mit einem Film, der etwas außerhalb der Konventionen agiert und nicht den typischen hünenhaften Helden kredenzt, an dem man sich bereits sattgesehen hat? Einem quietschbunten Feuerwerk aus der Witzekiste, das sich selbst an den wenigsten Stellen ernstnimmt, und das dennoch alle Komponenten liefert, auf die mein zehnjähriges Ich abfährt? Inklusive Raumschiffschlachten, Kampfsequenzen, Explosionen und einem Bösewicht aus der Bösewicht-Wundertüte? Well, Ladies and Gentlemen, ich gebe euch: »Guardians of the Galaxy«. Diesen Beitrag weiterlesen »

Am gamescom-Freitag ging es dann auch zum Stand von Warner Bros., um mir bei der Hands-On Session meine persönlichen Highlights im Line-Up anzusehen. Es geht nach Outworld, Mittelerde und natürlich ein letztes mal nach Gotham City!

»Mortal Kombat X«

Oh, Prügelspiele… obwohl sie nie dieselben Massen an verkauften Exemplaren vorzuweisen hatten, wie etwa »Battlefield« oder »Call of Duty«, so waren Fighter doch immer neben Jump’n’Runs und Sportspielen das Urgestein der Spielewelt mit einer eingeschworenen Fangemeinde. Und welche Serien springen einem sofort vor das geistige Auge, wenn man vom Genre spricht? Richtig, »Street Fighter« und »Mortal Kombat«. Für mich war es immer so, dass »Street Fighter« sich stilistisch eher an ein jüngeres Publikum gerichtet hat. Alles ist bunter und mehr cartoon-like, während »Mortal Kombat« eher an ein „erwachsenes“ gerichtet ist… Oder eben die Vorstellung eines Fünfzehnjährigen, wie erwachsene Unterhaltung so auszusehen hat. Epische Geschichten um ein bluttriefendes Martial Arts-Turnier, das auf einer anderen Welt abgehalten wird! Actionhelden, die einem Fiesling mit einem Roundhouse-Kick den Kiefer brechen, danach lässig eine rauchen und einen genuschelten One-Liner loslassen! Oh… und natürlich nur die wohlgeformtesten Babes, deren Kampfoutfits und Specialmoves eine Doppelrolle erfüllen: Beides können sie in der Arena gegen die anderen einsetzen und danach können sie im hiesigen Stripclub an der Stange tanzen und müssen sich dabei nicht einmal umziehen. Wie praktisch (abgesehen davon, dass Susan B. Anthony und ihre Kolleginnen im Grab rotieren)! Die ganze Serie ist albern, übertrieben blutig, irgendwie sexistisch und… Ich muss ja gestehen… Eines meiner Guilty-Pleasures. Fällt bei mir einfach unter die “So bad, it’s great!”-Kategorie, genau wie ein paar Filme eines gewissen Nicolas Cage.

MKX_GamescomScreenshot_KanoRaiden

Diesen Beitrag weiterlesen »

inFamous: Second Son

von in Reviews
0

In »inFamous: Second Son« schlüpfe ich in die Rolle eines naseweisen Proleten vom Lande, für den “Regeln” und “Kleidungsstil” Fremdwörter sind. Mein Name ist Delsin Rowe. Ja, richtig gelesen. Okay, der Name erklärt vielleicht schon meine etwas verschrobene Einstellung zum Leben. Ich kann nur wenig richtig gut, z.B. Graffitis sprayen oder vor der Polizei flüchten. Beides wird mir im Verlauf des Spiels aber noch von großem Nutzen sein.

Delsin Rowe

Delsin Rowe

In meiner Welt gibt es Mutanten, so genannte Conduits. Menschen die aufgrund einer Katastrophe vor sieben Jahren (aus dem ersten Teil der Serie) mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie können z.B. andere Menschen zu Stein werden lassen, an Häuserfassaden hochlaufen oder Energiebomben aus ihren Händen zaubern und auf ihre Gegner werfen. Solche Menschen nennen wir hier meist aber einfach Bioterroristen. Eine Frau, ebenfalls eine Conduit, hat sich gegen ihre eigenen Leute gestellt und zusammen mit der Regierung das D.U.P. gegründet, das Department of Unified Protection. Ihr Name ist Brooke Augustine und sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Bioterroristen zu fangen und zu internieren. Zum Schutze der Menschheit versteht sich. Sie ist ziemlich beliebt.
Diesen Beitrag weiterlesen »

Seite 1 von 22212345...222