Ich will eine Spielekonsole und keine Xbox One 7

Ich will eine Spielekonsole und keine Xbox One 7

Kawumm! Microsoft hat die Katze aus dem Sack gelassen: Xbox One. Viele Gamer fragen sich allerdings, ob die sehnsüchtig erwartete neue Spielekonsole aus Redmond in Wirklichkeit nicht doch ein orwellscher Fernsehapparat ist, der unsere Rechte als Konsumenten mehr einschränken soll als es sich die schwarz-gelbe Regierung in ihren feuchtesten Träumen je hätte ausmalen können?!


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Aber der Reihe nach.

Als Xbox-Fanboy der ersten Stunde war ich natürlich sehr gespannt auf den Nachfolger meiner Lieblingskonsole. Und dann kam die Xbone.

1. Onlinezwang

Hier hat sich M$-Vize Harrison gegenüber Kotaku klar zu positioniert: Die Konsole MUSS nicht IMMER online sein. Allerdings liegen z.B. die Spielstände online. Und den Spieleherstellern überlässt man es, ob Inhalte nur als Streaming zur Verfügung gestellt werden. Vermutlich wird man ohne permanente Internetverbindung die Box einfach nicht gebrauchen können, einmal pro Tag zumindest muss die Box online gehen.

2. Umgang mit gebrauchten Spielen

M$ hat nichts gegen das Handeln mit gebrauchten Spielen, solange sie selbst auch daran verdienen. Neue Spiele werden an meinen Account bei »Xbox Live« gebunden und wenn ich mir ein gebrauchtes Spiel kaufe, dann muss ich das ebenfalls an meinen Account binden. Natürlich kostenpflichtig! Was das für das Leihgeschäft von physischen Datenträgern bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. Und meinen Kumpels kann ich auch keine Spiele mehr ausleihen oder gar mit ihnen tauschen (ohne dass Gebühren anfallen). Da lässt sich jetzt trefflich drüber streiten.

But there never has been freedom for games. The copyright messages printed on your average videogame impose draconian and unsocial instructions from a futuristic evil oppressive regime, that somehow exist in our era.

Für mich ist das aber ein Rückschritt. Ich kaufe sehr viele Spiele gebraucht und verkaufe auch fast alle meine Neuanschaffung nach dem »Game Over« wieder. Unterm Strich wird das für mich bedeuten: weniger Spiele spielen. Wenn’s ganz hart kommt und ich mir keine AAA-Titel mehr leisten kann, dann bewerbe ich mich eben bei den Kollegen von Superlevel und schreibe zukünftig mehr über Indie-Titel. Oh wait, …

3. Indie-Games

Auch die neue Konsole aus Redmond wird sich nicht für die Indie-Entwickler öffnen. Und M$ tut hier genau das Gegenteil von dem, was Nintendo und Sony machen. Ohne self-publishing Möglichkeiten werden Liebhaber der Indie-Szene also weiterhin in die Arme der Konkurrenten getrieben.

4. Abwärtskompatibilität

Einer der Gründe, die alte »Xbox 360« zu behalten, ist die fehlende Abwärtskompatibilität der »Xbox One«. Das kann man den Redmondern aber schwerlich zum Vorwurf machen, schließlich haben sie doch einen Architekturwechsel vorgenommen. Und zu welchen unsäglichen Schwierigkeiten Abwärtskompatibilitäten führen können, beobachten wir ja schon seit Jahren an den M$-Betriebssystemen. Also lieber nicht!

5. Controller

Der Controller der Xbox und auch der 360 waren schon immer als klares Plus insbesondere gegenüber dem Sony-Controller zu werten. Das scheint auch so zu bleiben. Auf den ersten Blick sieht er wohl etwas klobiger aus, aber die ersten hands-on Berichte waren positiv und ich denke, dass auch der neue Controller so gut in der Hand liegen wird, wie wir das gewohnt sind. Und am PC wird er auch funktionieren. Übrigens kam in diesem Absatz kein Sarkasmus zum Einsatz!

6. Xbox Live

Der Onlinedienst wird ausgebaut, auf ca. eine Phantastilliarde Server. Und eine heutige Goldmitgliedschaft ist nach Release der Xbone sowohl auf der 360 als auch auf der neuen Konsole gültig. Auch sollen sich zukünftig verschiedene Benutzeraccounts eine Goldmitgliedschaft teilen können (Bsp. Vater, Sohn). Details hierzu will M$ nachliefern. Vermutlich wird dann einfach der Preis der Goldmitgliedschaft mit der Anzahl der Benutzeraccounts multipliziert. Das schafft Transparenz, schließlich will man sich ja auch von M$ Points verabschieden.

7. Kinect

Jede neue »Xbox One« wird mit Kinect ausgeliefert und funktioniert auch nur dann, wenn Kinect aktiviert ist. Bisher hat M$ aber nur einen einzigen Grund geliefert, warum Kinect nicht mehr optional ist. Nämlich den Patentantrag auf die Überwachung unserer Wohnzimmer:

The users consuming the content on a display device are monitored so that if the number of user-views licensed is exceeded, remedial action may be taken.

Herzlichen Dank auch. Es verstösst aber anscheinend nicht einmal gegen deutsches Recht, was beschwere ich mich also? Der Homepr0n-Industrie ist hiermit aber endlich Tür und Tor geöffnet, fehlt nur noch der Share-Button auf dem Controller.

8. TV

Bei mir als vorletzter Punkt, bei M$ an Nummer 1. Fällt mir nix zu ein. Ach doch, Pornos können zukünftig auch auf der »Xbox One« angeschaut werden. Einen TV braucht Ihr dazu aber immer noch!

9. Da fehlt doch noch was, ach ja: GAMES

Fünfzehn Exklusivtitel sollen es allein im ersten Jahr der »Xbox One« werden, vorgestellt hat man aber nur einen Trailer von Remedys »Quantum Break«, voll gespickt mit Next Generation-Gameplay der auf ein gutes Spiel „hoffen“ lässt. Außerdem wird es einen fünften Teil der Forza-Reihe geben. Das war’s auch schon, noch nicht mal ein neues »Halo« (Gerüchten zufolge plant M$ aber ein Pandemonium). Mehr gibt’s erst auf der E3. Natürlich kommt noch die zigste Neuauflage von »Call of Déjà-vu«, aber das brachte mich allenfalls noch zum Gähnen. Und als die Sportabteilung der schlechtesten amerikanische Firma der letzten beiden Jahre (kein Scherz, die Amis haben gewählt!) die Bühne betrat und mir die unzähligste Neuauflage von US-Sportspielen als Highlight verkaufen wollte, da war ich dann endgültig eingenickt.

Und jetzt?!

Der Ball liegt jetzt bei Microsoft. Ohne eine klare Absage an die orwellschen Pläne zur Durchsetzung von rein monetären Interessen der Filmindustrie, halte ich es für mehr als fraglich, ob die Konsole in Deutschland tatsächlich so viele 360er ablöst wie gehofft (meine PS3 kann nämlich schon Blu-ray). Auch fehlt mir ein eindeutiges Bekenntnis zu uns Gamern. Die »Xbox One« ist in meinen Augen eine einzige Verbeugung vor der Industrie.


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Aus der Releasepräsentation (TV, TV, TV, Sports, Sports, Call of Duty, Dogs!) habe ich für mich keinen einzigen Vorteil wahrgenommen, der mich zum Kauf dieser Konsole animieren würde. Und ich sage das als 360er-Fanboy. Schön und gut, bessere Grafik, schneller Prozessor, blabla. Ich will aber kein Gerät, dass mich überwacht, als Spieler bevormundet und die Features meines smarten TVs doppelt anbietet.

Ich will eine Spielekonsole, verdammt nochmal!

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

7 Comments

  1. Also im Großen und Ganzen lohnt sie sich nicht zu kaufen?
    Ich bin zwar eher ein Playstation-Typ aber die PS4 ist für mich erstmal in weiter Ferne, da sie eigentlich kaum eine Verbesserung der PS3 ist, ähnlich wie die XBOX. Das Einzige, was ich schon immer an der XBOX mochte, sind die äußerst bequemen Controller, da sollte sich Sony mal Gedanken machen, denn der für die PS4 sieht genauso aus wie die alten, nur mit Touchsystem (???).

  2. Es ist irgendwie schon interessant. Microsoft stellt sowas vor und was passiert. Die Leute kaufens trotzdem. Ich kapier es nicht. Ich würde mir diese Konsole nicht ins Haus holen, selbst wenn ich begeisterte Konsolenspielerin wäre. Nachbessern werden sie nur wenn die Leute es nicht kaufen. Dummerweise tun die Leute es ja trotzdem.

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