FoxTail 2

Ein füchsisches Point-and-Click Adventure

»Der Schöpfer fing die Träne in seiner großen Handfläche auf, und aus dieser Träne ward seine dritte Tochter geboren: Leah, die große Füchsin.«

Füchse haben in Märchen und Fabeln eine ganz besondere Rolle. Sie gelten als listig und klug, flink und manchmal ein wenig arrogant. Ihre Eigenheiten finden wir in den unterschiedlichsten Geschichten und Kulturen wieder. Sie sind Boten, Feuer- und Fruchtbarkeitsdämonen, Seelenbegleiter, Glücksbringer oder auch das Symboltier für den nordischen Gott Loki. Und wie der Name schon erahnen lässt, geht es auch in »FoxTail« um Füchse. Eher um eine ganz besondere Füchsin: Leah.

Von Füchsen und Kräutern


Leah ist nicht „die große Füchsin“ aus ihrem Buch über die Schöpfung der Welt – im Gegenteil. Leah ist ein wenig tollpatschig und mit Kräuterkunde kann sie so gar nichts anfangen. Als sie jedoch eines Tages ihre Großmutter besucht, ist ihr ganzes füchsisches Können und Geschick gefragt. Die alte Füchsin ist krank und nur Leah kann die beschwerliche Reise antreten, um an die letzte Zutat, den seltenen „Fuchsschwanz“, für den heilenden Trank zu gelangen. Kann sie dem kauzigen Heiler Korsak helfen, die Medizin für ihre Großmutter zu brauen?

Pixel-Liebe…


Dank Early Access konnte ich mir bereits das erste Kapitel des neuen Point-and-Click Adventures des russischen Entwicklers Gingertips Game Studio ansehen. Was für eine Pixel-Schönheit! Inspiriert von Klassikern wie »Monkey Island« oder »Day of the Tentacle « wurde hier ein kleines Meisterwerk aus Pixeln geschaffen. Die detailreichen Hintergründe sind sehr liebevoll gestaltet und auch die anthropomorphen Charaktere (sprechende Füchse auf zwei Beinen) sind für Liebhaber des 90er-Jahre-Looks eine Augenweide! Die Animationen halten sich – für den Look typisch – ein wenig zurück. Um so mehr freut man sich dann über ein genervtes Seufzen der Protagonistin, das wirklich süß animiert ist. Ein Intro gab es zum Early Access leider noch nicht. Dazu kommt ein unaufdringlicher, ruhiger Soundtrack, der die Stimmung der einzelnen Orte einfängt und unterstützt. Das ist sehr wichtig, da das Spiel keine Sprachausgabe hat. Gespräche und Gedanken sind in einer angenehmen Länge gehalten. Für mich persönlich positiv, da ich die kantige OCR-A(?)-Schriftart furchtbar finde. Trotzdem gibt es auch viele längere Geschichten und Informationen in Büchern zu entdecken, die für die Rätsel hilfreich sind und die Welt weiter mit Leben füllen.

… und Rätsel-Frust

Das Gameplay ist sehr einfach und intuitiv gehalten. Im Grunde nutzt man nur die linke Maustaste zum Betrachten und Interagieren. Mithilfe der Schwierigkeitseinstellung kann man sich entscheiden, wie genau der Mauszeiger agiert und ob Interaktionsmöglichkeiten angezeigt werden sollen. So verändert sich der Mauszeiger bereits im Normal-Modus nicht mehr, wenn man mit ihm über einen Gegenstand fährt. Diese Einstellung ist auch noch während des Spielens änderbar – entscheidet also spontan, nach wie viel Masochismus euch zum jeweiligen Zeitpunkt ist.

Natürlich darf bei einem Point-and-Click Spiel auch das klassische Inventar nicht fehlen. Um die Gegenstände zu betrachten, müsst ihr sie jedoch auf den Charakter ziehen. Das hat manchmal zur Folge, dass Leah Lebensmittel nicht einfach betrachtet, sondern sofort aufisst. Ein weiteres Problem sind einige Rätsel-Ungereimtheiten, die durch die bisher sehr lineare Geschichte entstehen. So sucht ihr immer wieder nach Gegenständen, die erst erscheinen, sobald andere gefunden wurden – nur weiß man das ja nicht vorher. Man kann also zig mal einen Ort besuchen und dort nichts finden, muss jedoch trotzdem immer wieder alle Wege ablaufen, falls sich das durch ein ausgelöstes Ereignis geändert hat. Das erste Kapitel wurde dadurch ziemlich in die Länge gezogen, auch wenn ich mich natürlich selbst an vielen Stellen etwas trottelig angestellt habe. Trotzdem benötigte ich für den ersten Spielabschnitt von »FoxTail« nicht die angekündigten „über drei Stunden Spielzeit“, sondern knapp 2 Stunden.

Fazit


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»Foxtail« ist ein wirklich süßes Indie-Adventure-Game mit toller Pixel-Optik! Die märchenhafte Geschichte verspricht noch weitere spannende Kapitel, in denen wir hoffentlich mehr über Leah, ihre Großeltern, den alten Korsak und ihre Welt erfahren werden. Die Rätsel sind machbar, wenn auch manchmal etwas mühsam. Ich hoffe, dass sie im Laufe des Spiels noch etwas variationsreicher werden. Auch fand ich es interessant, mehr über Kräuter zu erfahren. Besonders hätte ich mich gefreut, wenn es den „Fuchsschwanz“ aus der Geschichte wirklich geben würde. Ich fand jedoch nur einen „Garten-Fuchsschwanz“, eine Zierpflanze aus Südamerika, und die „Fuchsschwanzgräser“ aus der Familie der Süßgräser – beide passen leider nicht. Was aber nun dieser »FoxTail« in der Geschichte wirklich ist, erfahren wir hoffentlich bald. Am 1. März 2018 erscheint das Spiel auf Steam für PC und Mac.

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Point & Click Adventurer und Monstermaler

2 Comments

  1. Kleiner, aber feiner Artikel zu einem ebenso aussehenden Spiel, von dem ich bis eben nie gehört hatte. Danke für diesen Tipp!

    PS: Aufgrund des Logos vermute ich mal, das der Fuchsschwanz ein Pilz sein könnte – obwohl der ja nicht zu Kräuter zählt…

    1. Vielen Dank!
      Und ja, es soll ein Pilz sein. Jedoch taucht er im ersten spielbaren Kapitel nicht… richtig auf. Zudem hat er scheinbar besondere Eigenheiten, die ihn im Gegensatz zu den anderen Pflanzen sehr ungewöhnlich machen. Ich wollte es daher ein wenig nebulös halten. :-D

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