Eines der Besten – Jedi Knight II: Jedi Outcast 15

Eines der Besten – Jedi Knight II: Jedi Outcast 15

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Frühjahr 2002, eine Karstadt-Filiale in Bremerhaven, 45 Euro und zwei glückliche Nerds mit ihrer eigenen Kopie von Star Wars – Jedi Knight II: Jedi Outcast. Mein Freund Christian und ich hatten wirklich alle gesammelten Euronen aus dem Sparschwein auf einen Haufen geworfen, um uns dieses Kleinod zu gönnen. Gespannt saßen wir vor dem Röhrenmonitor und beim Intro wurde leise mitgesummt: Dam-Dam-Damm-Dam-Da-Dam-Dam-Da-Dam

Natürlich bestand das darauf folgende Wochenende ausschließlich daraus, Jedi Outcast zu suchten. Zwar hatte ich zuvor schon mit einigen Star Wars-Spielen meinen Heidenspaß, trotzdem war diese Veröffentlichung etwas ganz Besonderes für mich. Nicht nur war ich völlig darauf eingestellt das Spiel am ersten Tag zu kaufen, ich war bereit, in die Haut eines Jedis zu schlüpfen, AT-ATs zu reiten und die Macht zu kontrollieren. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich völlig dem Hype verfallen!

Zur selben Zeit hatte Bioware mit Knights of the Old Republic ein episches Krieg-der-Sterne-Rollenspiel in den Startlöchern, und die Rouge-Squadron- beziehungsweise Rouge Leader-Reihe konnte man als Glanzleistung unter den Sci-Fi-Lizenz-Spielen zählen, doch bei Jedi Knight II sollte wirklich alles stimmen: Es gibt eine spannende Weitererzählung der Star Wars-Sage, tonnenweise bekannte Cameos und das Entwicklerstudio Raven liefert mit Hilfe der Quake-3-Engine einen Augenschmaus. Das Beste jedoch ist, dass man zum ersten Mal als Jedi mit Sicht der dritten Person Stormtroopern und Sith auf den Deckel hauen durfte. Außerdem hat Jedi Outcast ein offensichtliches, aber durchdachtes Moralsystem, welches zumindest mir zum ersten mal das Gefühl gegeben hat, zwischen einer hellen und dunklen Seite zu wählen. Der intelligente Mix aus Egoshooter- und 3rd-Person-Passagen, der bis dato auf diese Art nicht wiederholt wurde, setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Komplett an das Spiel gebunden hat mich nach den rund 15 Stunden mit Kyle Katarn aber ein anderer, viel stärkerer Faktor für meine Liebe zu dem Werk: Eine lebendige Modder-Community, die das Spiel auch Monate nach Veröffentlichung mit neuen Inhalten versorgt hat. Zu diesem Zeitpunkt war die Quake-Engine schon der bunter Hund der Szene und so haben sich Fans als auch Halb-Profis ans Werk begeben und alle bekannten Filmszenen aus der Saga nachgebaut. Man durfte also mit Freunden das Duell zwischen Luke und Vader oder Qui-Gon Jin und Darth Maul nachstellen sowie epische Jedi/Sith-Massenschlachten in allen erdenklichen Raumschiff-Hangarn erleben. Perfekt! Oben drauf gab es noch einen Haufen Eigenkreationen, die für fast endlosen Spaß mit dem Lichtschwert gesorgt haben. Es sind diese frei verfügbaren Updates, die ich seit meinem kompletten Umschwung auf Konsolen sehr Vermisse.

Auch der direkte Nachfolger Jedi Knight: Jedi Academy wurde von Christian und mir mit größtem Genuss verschlungen, so wirklich übertroffen hat es seinen Vorgänger aber leider nicht. Zwar wurde alles für die Fortsetzung modernisiert und insgesamt bietet es eine weit größere Variation, aber das Abenteuer von Kyle Katarn war einfach wesentlich tighter gestrickt. Nach diesen beiden Perlen der PC- und Konsolen-Geschichte ging es für Star-Wars-Spiele eigentlich nur bergab. Nicht, dass ich mit den aktuellen Auswüchsen der Lizenzverwurstungen keinen Spaß haben kann, Force Unleashed zum Beispiel hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, aber von der Qualität eines Jedi Outcast kann man da leider nicht sprechen. Vor allem die zweite Entfesselung ist eine blanke Verarsche und hat meine kleine Fanboy-Seele arg bluten lassen. Vielleicht kann es für 30 Minuten über seine miserablen Seiten hinweg täuschen, aber die restliche Spielzeit ist eine einzige Qual. Peinliche Leistung im Vergleich zu dem, was ich heute als Standard ansehe. Inzwischen lohnt es wohl kaum noch, auf ein würdiges Jedi Knight 3 zu warten, eine Neuauflage meines Lieblingsspiels würde ich trotzdem gerne sehen. Bei einem HD-Remake bin ich auf jeden Fall der Erste, der den Download startet!

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15 Comments

  1. Toller Artikel! Ich hab die Jedi Knight Spiele damals geliebt, wobei ich mit Jedi Academy angefangen habe und Jedi Outcast erst danach gespielt hab. Habe sogar eine ganze Weile in einem Jedi Academy Clan gespielt. Ich hab damals glaub jeden Move auswendig gekonnt. War ne tolle Zeit, aber irgendwie habe ich mittlerweile die Hoffnung auf ein Jedi Knight 3 aufgegeben.

  2. Ohja mit dem Spiel hab ich auch unzählige Stunden verbracht. Ich weiss noch wie ungedulidig ich anfangs war endlich ein Laserschwert in die Hand zu bekommen.

  3. Oh man ich habe dieses Spiel geliebt und mehr als einmal durch gezoggt. Allein die Star Wars Musik hat so viel Atmosphäre in das Spiel gebracht.

    Auch ich kann nur bestätigen das kein SW Teil wieder an das Spiel ran kam. Jedi Academy war in Ordnung, the Force Unleashed ging gerade noch. Naja und der Nachfolger von TFU habe ich nach ca. 10 Minuten wieder aus gemacht.

  4. Jedi Knight: Jedi Outcast war ein wirklich großartiges Spiel, da stimme ich zu 100% zu! Nächtelang habe ich mir mit meinem besten Kumpel die Lichtschwerter um die Ohren gehauen und es wurde nie, wirklich nie langweilig. Das war noch zu Zeiten, als wir zu uncool waren um auf LAN-Partys eingeladen zu werden und wir uns deswegen ganze Wochenenden in ein Zimmer eingesperrt haben um zu zweit im LAN zu zocken. Hach, gute alte Zeiten. <3

    Jedi Academy ist fast vollkommen an mir vorbeigegangen, ich hab aber noch den Vorgänger zu Jedi Outcast gespielt: Dark Forces. (Ist in Deutschland indiziert) Das war aber nur ein straighter Egoshooter, wie er auch von id Software hätte kommen können. Jedi Outcast war schon um einiges cooler!

  5. bei jedi academy hat mir der lichtschwert kampf um einiges besser gefallen, mehr vielfalt. auch eine bessere gegner ki. den einzigen vorteil hatte outcast inder story, meiner meinung nach.

  6. Dark Forces, Jedi Knight 1 (plus Addon) und Jedi Knight 2 … verschlungen habe ich diese Spiele und genauso wie Freddi mit einem Kumpel per Nullmodemkabel gezockt!

    Ich zitiere: „Hach, gute alte Zeiten. <3"

  7. Bei mir war es viel mehr das Gegenüber was in Jedi Outcast besser gewählt war…. Der Echsenmensch Desann war halt um einiges cooler und dunkler als seine dumme Handlöangerin Tavian, welche man dann in Jedi Acadamy als Antagonistin vorgesetzt bekommt….

    Durchaus cool war, dass man in Jedi Acadamy mit zwei Lichtschwertern auf einmal schwingen durfte!

  8. Das war bei Jedi Academy wirklich cool gewesen das man sein Lichtschwert später gegen zwei oder ein doppeltes eingetauscht hat. Daher hatte ich es auch zwei mal durchgespielt. :D

  9. Ich habe mit Dark Forces angefangen, das damals schon Gott-gleich erschien :) endlich mal thermal detonatoren benutzen :) Aber als ich das erste Jedi Knight in den Händen hielt, dachte ich nur OMG der heilige Gral ! Die Cutscenes, damals noch mit echten Darstellen !!! Die Story !! Die Atmosphäre !! Der Soundtrack!! Einfach unbeschreiblich.. vor allem gab es dort im Gegensatz zu Dark Forces.. die MACHT und zum ersten mal ein Laserschwert. Ich habe mich selbst dabei ertappt wie ich 20min einfach nur auf der Stelle stand, und das Lichtschwert aus und an machte :D… Ach… ich glaube ich suche mal im Keller nach dem Spiel :)

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