Ein düsteres Märchen – Anna’s Quest 4

Ein düsteres Märchen – Anna’s Quest 4

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Die kleine Anna lebt mit ihrem Großvater auf einem einsam gelegenen Hof. Immer wieder warnt sie der alte Mann vor den Gefahren, die im umliegenden Wald lauern. Doch als er schwer erkrankt, muss Anna losziehen, um ein Heilmittel zu finden. Prompt wird sie von der bösen Hexe Winfriede gefangen genommen und in einen Turm gesperrt. Winfriede weiß von einer Kraft, die in Anna schlummert und die sie mit einer mysteriösen Apparatur erweckt. Plötzlich besitzt das Mädchen ungeahnte telekinetische Fähigkeiten, die es nutzen muss, um vor der Hexe zu fliehen und sich endlich auf die Suche nach einem Heilmittel für seinen Großvater zu machen. Doch Winfriede hat große Pläne mit Anna.
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»Anna’s Quest« ist das Erstlingswerk des australischen Game Designers und Autors Dane Krams. Die Entwicklung des Spiels begann Krams bereits 2010. Nun konnte er es mit Hilfe des Hamburger Publishers Daedalic Entertainment endlich fertigstellen. Bei dem Spiel handelt es sich um ein klassisches Point & Click-Adventure, das in einer düsteren Fantasiewelt spielt und immer wieder Bezug auf alte, europäische Märchen nimmt. Daher begegnet Anna neben Hexen, Geistern und Trollen beispielsweise auch den Bremer Stadtmusikanten. Das Adventure ist in einem niedlichen, liebevoll gezeichneten 2D-Comicstil gehalten, das einen teilweise starken Kontrast zu den düsteren Situationen bildet, in die Anna im Laufe ihres Abenteuers gerät. Der Humor ist jedoch eher handzahm und nicht so schwarz, wie angekündigt. Auch Annas kindliche, naive Art lässt eher darauf schließen, dass ein jüngeres Publikum angesprochen werden soll. Die Preview-Version von »Anna’s Quest« zeigt jedoch nur die erste Hälfte des Spiels. Anna entdeckt die Welt zum ersten Mal allein und sie lernt auf ihrer Reise sowohl freundliche Kreaturen wie Ben, den verzauberten Teddybären, als auch bösartige Gestalten wie die Wassernymphen kennen. Sie erlebt die Gefahren am eigenen Leib und wächst an ihren Erfahrungen. Daher lässt sich hoffen, dass sich der Ton in den letzten Kapiteln noch etwas verschärft.

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Die englische Synchronisation ist sehr gelungen und die Stimmen passend gewählt. Ob es jedoch noch eine deutsche Fassung geben wird, ist bislang leider nicht bekannt. Zudem hoffe ich, dass die deutschen Untertitel im Hinblick auf Rechtschreibung und Ausdrucksweise vor der Veröffentlichung noch stark überarbeitet werden. Das Gameplay orientiert sich an klassischen Point & Click-Spielen. Es gibt ein Inventar in Form eines Buches, in dem Gegenstände gesammelt werden. Diese kann man anschließend sowohl miteinander als auch mit der Umgebung kombinieren. Die Dialoge geben unterschiedliche Gesprächsoptionen vor, die alle angehört werden können und keine unwiderruflichen Konsequenzen heraufbeschwören, wie beispielsweise die der Telltale-Games. Eine Besonderheit ist jedoch Annas telekinetische Fähigkeit. Durch diese Gabe kann sie mit entfernten Gegenständen interagieren oder sie zerstören. Dies eröffnet im Spiel einige interessante Möglichkeiten, um Rätsel zu lösen. Die Rätsel selbst reichen von einfach bis kniffelig und sollten damit auch erfahrene Spieler fordern. In meinem Fall hat mich eines sogar völlig überfordert. Aus diesem Grunde möchte ich den Tipp geben, sich Gegenstände immer mit linker und rechter Maustaste anzusehen. Auch dann noch einmal, wenn ein wenig Zeit vergangen ist.

»Anna’s Quest« erscheint am 2. Juli für PC, Mac und Linux. Es ist ein liebevoll gestaltetes Adventure, dessen Figuren einem schnell ans Herz wachsen. Das Spiel hat viel Potential und ich hoffe, dass die letzten Kapitel noch ein wenig düsterer werden und Annas Geschichte zu einem passenden Abschluss findet.

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Point & Click Adventurer und Monstermaler

4 Comments

  1. @Überfan: Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Vielleicht wollten sie den ursprünglichen Charme des Spiels beibehalten, vielleicht war es eine Kostenfrage. Sicher ist jedoch, dass die englische Synchronisation sehr gelungen ist. Da das Spiel jedoch ab 6 Jahren freigegeben ist, könnte ich mir vorstellen, dass es gerade für die jüngeren Spieler etwas schwierig wird.
    Aber vielleicht überrascht uns Daedalic ja noch. Auf ihrer Facebook-Seite haben sie das Spiel für 17 Uhr angekündigt. Dann wissen wir es sicher.

  2. Das ist ein sehr schön geschriebener Teaser. Deine Spielbeschreibung macht Lust das Spiel anzuschauen. Das Setting (bsp. europäische Märchen) gefällt mir auch. Das es (vielleicht) keine deutsche Synchro gibt, finde ich nicht schlimm. Vielen Dank für den Tipp und Deinen Beitrag!

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