Review: Gamer 7

Review: Gamer 7

Ralf hatte ja schon letztens ein paar Worte zum Science-Fiction-Action-Thriller Gamer verloren, ich wollte euch mal ein kurzes Review liefern.
Gamer spielt in einer nahen Zukunft, in der Ken Castle (Michael C. Hall, bekannt aus Dexter oder Six Feet Under) die Gesellschaft durch eine neue Form von Videogames revolutioniert hat. Durch Nano-Chips lassen sich echte Menschen durch andere kontrollieren, was er zuerst im Second Life-Klon Society genutzt hat. Da kann man gemütlich zu Hause sitzen und andere Personen durch ein eingegrenztes Areal steuern, um sich mit den Avataren anderer Spieler zu vergnügen.
Im nächsten Schritt führte er das Spiel „Slayers“ ein (die Drehbuchautoren waren bei der Namensfindung nicht sehr kreativ), in dem der Spieler im Wohnzimmer stehend, mit einer Projekt Natal nicht unähnlichen Steuerung, einen Third-Person Shooter mit echten Menschen spielt. Zum Tode verurteilte Sträflinge treten auf Schlachtfeldern mit echten Waffen gegeneinander an und minderjährige Kids steuern diese. Der Held des Spiels ist Kable (Gerard Butler), der schon kurz davor steht, mit 30 Siegen seinen Freispruch erspielt zu haben. Gesteuert wird der Ex-Soldat von Simon, der es mit seinem Avatar durch die beispiellose Siegesreihe zu einiger Bekanntheit im Web der Zukunft gebracht hat.

Eine Organisation namens Humanz (so viel zum Thema Kreativität bei der Namensfindung), deren namenloser Anführer von Ludacris (Kennen Fans von Videospiel-Verfilmungen aus Max Payne) gespielt wird, sabotieren die Aktivitäten Castles und wollen Kable helfen, aus dem „Spiel“ zu entfliehen. Natürlich nicht aus Nettigkeit, Kable ist der einzige, der Castles Machenschaften beenden kann. Castle hat ihm deshalb einen Mord angehängt und in das Spiel gesteckt (Anstatt ihn einfach zu töten. Das Verhalten eines klassischen Bösewichts, der erst seinen Plan minutenlang erläutert, bis er Mr. Bond mit dem langsamen Killerlaser allein lässt, damit dieser fliehen und dem Bösewicht das Handwerk legen kann. Ups, falscher Film. Wo war ich?) Kable war wie gesagt Soldat und damals Versuchskaninchen für Castles Nano-Technik, mit der Soldaten leistungsfähiger werden sollten. Castle baute diese Technik aus und kann nun den Körper jedes Menschen fernsteuern, der jemals an einem seiner Spiele teilgenommen hat.
Wer es bis jetzt nicht wusste wird spätestens bei Kables Ausbruchszene erkennen, mit welchen Filmen Gamer die beiden Screenwriter und Regisseure gemeinsam hat. In bester Crank-Manier trinkt Kable die reingeschmuggelte Flasche Hochprozentiges auf Ex, wankt betrunken über das Spielfeld, entleert seine Blase in den Tank eines leeren Requisitenautos, um mit dem nun vollen Tank vom Spielfeld fliehen zu können. Er sucht seine Frau, die sich aus Geldmangel im Spiel Society prostituieren muss und stellt sich schließlich Castle zum Showdown, der auf allen Kanälen übertragen wird.

Die Thematik des Films bietet genug Fläche für kritisches Hinterfragen der Killerspieldebatte und ist wie geschaffen, um dem Zuschauer den moralischen Zeigefinger ins Gesicht zu strecken. Wenn der „Held“ des Films auf seinem Weg in die Freiheit allerdings dutzende, wenn nicht gar hunderte anderer ferngesteuerter Personen tötet, fällt es irgendwie schwer, ihn als Opfer zu sehen. Zum anderen muss man sagen, dass das Grundkonzept von Gamer nur eine Überarbeitung von The Running Man mit Schwarzenegger ist. Die Zielgruppe – die Videospieler – sind hier die Bösen, obwohl Gamer selbst ist, was es zu kritisieren versucht: unnötige Gewalt in den Medien. Die einzigen, die Spaß an Gamer haben werden, sind Fans von Filmen wie Crank und jeder, der ein paar Explosionen, viel Geballer und Action sehen möchte. Wer mehr von dem Streifen erwartet, wird leider enttäuscht werden.

Aus mir unbekannten Gründen wurde der offizielle Starttermin von Gamer in Deutschland um mehrere Monate nach hinten verschoben, erst war wie überall sonst der 16./17. September geplant, in Deutschland wurde die Premiere auf den 7. Januar verschoben. In weiteren Rollen sind Uma Thurmans Stuntdouble Zoe Bell, Hero und Weltenretter Milo Ventimiglia, sowie Kevin Bacons Frau und Closer-Star Kyra Sedgwick zu sehen. Videospieler erkennen vielleicht auch Dexter-/Smallville-/Battlestar Galactica-Schauspieler Sam Witwer, der den Protagonisten in den Star Wars: Force Unleashed-Spielen spielt.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin’s-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

7 Comments

  1. Pingback: Review: Gamer
  2. Das habe ich mir fast schon gedacht. Da ich aber z.Zt. ein paar Explosionen, viel Geballer und Action vertragen könnte, werde ich die Woche wohl ins Kino gehen :)

  3. Werde ich mir definitiv mal anschauen gehen… Filme mit Gerald Butler finde ich meistens gut ;D! Da kann ich jedenfalls nicht Kasumis Meinung teilen ;).

  4. Macht der Kerl eigentlich immer abwechselnd Action-Filme und dann wieder Liebesschnulzen? :-P
    Ja, der Gerard ist schon nett und passt auch auf die Rolle, man sieht ihn momentan leider zu oft, finde ich.

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