gc2011: Uncharted 3 flüchtig berührt 0

gc2011: Uncharted 3 flüchtig berührt 0

Uncharted ist meine absolute Lieblingsserie aus der jüngeren Zeit. Als ich Teil 2, Among Thieves, das erste Mal bei einem PS3-besitzenden Freund sah, wurde mir bewusst, dass es wohl langsam an der Zeit war, mich von meiner grauen, für Spiele ständig veralteten DOSe zu verabschieden, Gamingspaß darüber zu definieren, dass ich vor der großen Trashschleuder namens Fernseher sitze und ein mehr oder weniger klobiges Eingabegerät in beiden Händen halte. Nun denn. Seitdem habe ich auf diese Weise natürlich noch viel mehr gespielt, doch Uncharted started it all und hat immer einen besonderen Platz bei mir.
Uncharted 3: Logo
Entsprechend gespannt ging ich in die Präsentation zum dritten Teil, bei der neues Gameplay-Material live vorgespielt wurde. Und ich ging ein wenig blass heraus und dachte nur Wenn das mal gut geht. Gezeigt wurde uns der Build von letztem Freitag und ich war schockiert, wie klunky und unfertig viele Details noch wirkten. Zur Erinnerung: Release ist im November und wer einmal entfernt etwas mit Softwareentwicklung am Hut hatte, weiß: Das ist gefühlt so in etwa gestern.

Gezeigt wurde die bereits von der E3 bekannte Spielszene vom sinkenden Schiff. Die mochte ich damals schon nicht so sehr, weil das Schiff sehr eintönig und texturarm grau-in-grau wirkt. Aber gut, das übliche Tech-Gepose von Naughty Dog soll hier über das reinfließende Wasser abgefrühstückt werden. Für dieses wurde eigens ein eigenes Physikmodell entwickelt, in dem sich die schwimmenden Objekte nicht einständig auf und ab bewegen (dies war noch bei Drake’s Fortune der Fall), sondern es eine Wechselwirkung zwischen Wasserwellen und den Objekten gibt und dadurch optisch ein natürlicherer Flow entsteht. Außer einem Bug, welcher eine fallen gelassene Waffe eines Gegners einfach verschwinden ließ, gab es hier aber nicht viel Neues zu sehen. Hm.

Spannender war da schon die neue Szene rund um ein Frachtflugzeug, die mit einer Cutscene zwischen Drake und Elena beginnt. Es ist atemberaubend, wie sehr die Gesichtsdetails verbessert wurden – Elena sieht aus, als wäre sie eine andere Schauspielerin und auch bei dem schon immer sehr gut aussehenden Drake sieht man die Hautporen und Narben jetzt noch besser. In dem Flugzeug gibt es dann die herrlichste Over-the-top-Action, wie wir sie aus den Vorgängern kennen und lieben: Es wird im Flug ein Loch in die Wand gesprengt, die Fracht fliegt aus der offenen Luke heraus, haut die Gegner weg, während Drake sich an rutschenden Kisten und Netzen hochzieht. Einfach zum Schreien.

Schließlich kommt es dann zu einer Prügelei mit einem großen Gegner (die klassische Raiders-of-the-Lost-Ark-Referenz) und ich war erschüttert, wie mies und abgehackt die Animationen aussahen. Die Schläge schienen überhaupt nicht ihr Ziel zu finden. Eine Ladezeit von etwa zwei Minuten zwischendrin plus ein langweiliges Multiplayer-Deathmatch, das ich dann spielen durfte, rundete den etwas zwiespältigen Eindruck ab.

Uncharted war für mich immer gleichbedeutend mit Liebe bis ins allerletzte Detail. In dem überragenden zweiten Teil saß jede Schneeflocke an der richtigen Stelle, die Steuerung reagierte perfekt, die Animationen waren vom Feinsten und alles, wirklich alles sah unglaublich gut aus. Bei jeder bisherigen Präsentation des dritten Teils merke ich an mir selbst, dass ich immer etwas underwhelmed bin und ganz ketzerisch denke: „Hm, das hätte man jetzt auch besser machen können!“

Uncharted 3: Werbung an einer Haltestelle

Ich äußere jetzt einfach mal Kritik auf höchstem Niveau und hoffe wirklich stark, dass die Jungs von Naughty Dog bis November noch die Kurve kriegen und wieder ein makelloses Spiel abliefern, und die Messlatte liegt nach Uncharted 2 verdammt hoch. Falls es nicht reichen sollte: Bitte verschiebt es! Ich weiß, das ist angesichts der momentanen Marketingoffensive kaum noch machbar, aber gerade ihr seid doch diese Detailfuddler und müsst doch am besten wissen, was euch noch nicht passt. Und der Rest des Jahres wird spielerisch auch so noch reichhaltig genug.
Danke, ein Fanboy.

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Fabian Hartmann (Redaktion) Job: Doktorand ...for science (Future Internet/Social Networks. Nebenher Vorlesungen betreuen und Studis pampern.) Auf ZwO Experte für: das Zerreißen von Kritikerlieblingen. Ansonsten bin ich kürzlich vom PC-Saulus zum Konsolen-Paulus geworden und muss neben aktuellen Releases auch noch die besten Sachen aus der Zeit davor nachholen (für Xbox 360, PS3, Wii, (3)DS und Dreamcast - ächz!). Aufgrund meiner PC-Sozialisation lasse ich Shooter da aber meist links liegen, auch Sportspiele interessieren mich nicht. Mich springen eher stimmungsvolle, bunte Action-Adventures oder Puzzlespiele wie Professor Layton oder Portal an. Hier holt sich Fabian Gaming-News: Ich bin erschreckend schlecht aus erster Hand informiert, über die wirklich wichtigen Dinge wird sich meine Twitter-Timeline dann schon das Maul zerreißen. Filterbubble olé. Mail: fh [at] zockworkorange [dot] com Twitter: yesnocancel XBLA: yesnocancel PSN: yesnocancel Steam: yesnocancelzwo Erstes Game: Super Games Liebste Games: Uncharted 2, die God of War-Teile, King's Quest VI, Blade Runner, Bubble Bobble Liebste Persönlichkeit der Branche: Traditionell der Angry Video Game Nerd, auch wenn er stark nachgelassen hat. Jingleball für die Leidenschaft und Intensität, mit der sie sich in ein einzelnes Spiel reinkniet. Balkantoni für die stetige Verbesserung meines Wortschatzes. Liebste Game-Figur: Jade und Pey'j aus Beyond Good and Evil

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