gc2011: Erste Eindrücke zu The Elder Scrolls V – Skyrim 4

gc2011: Erste Eindrücke zu The Elder Scrolls V – Skyrim 4

Es ist interessant, was die Elder Scrolls-Reihe für einen Wandel durchgemacht hat. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass Morrowind kaum Aufruhr verursacht hat, und auch die Vorgänger Arena und Daggerfall waren eher unter „Ferner liefen“ zu verorten. Dass der neueste Teil der Reihe, SKYRIM, nun so viel Aufmerksamkeit bekommt, finde ich als alter Fan der Spiele natürlich mehr als verdient, aber es stellt sich die Frage, ob dies nun auch dem Spiel gut tut.

Heute hatte ich also die Möglichkeit mir 40 Minuten Material aus dem Spiel anzuschauen und mir ein eigenes Bild zu machen. Die obige Frage, ob die Aufmerksamkeit dem Spiel gut tut, kann ich mit einem „Jein“ beantworten.

Zuallererst haben wir natürlich die rein optische Ebene. Das gezeigte Material wurde von der Xbox 360 gefilmt und sah für einen PC-Spieler natürlich ziemlich grob aus. Der Unterschied zum 5 Jahre alten Oblivion will mir nicht so recht auffallen, da die Texturen schwach aufgelöst waren. Insgesamt funktioniert das Artdesign aber immer noch: Grüne Wälder, weite Wiesen und eisige Berge funktionieren als Gesamtpaket wieder sehr gut, die Welt wirkt sehr lebendig. Da mir bei einem Fantasy-RPG die herübergebrachte Atmosphäre sehr viel wichtiger als einzelne Details, wie Texturen, sind, kann ich mit der veraltet aussehenden Engine also recht gut leben.

Interessanter wird es selbstverständlich beim Gameplay: Die Präsentation war sehr actionlastig – verständlich, denn schließlich will man das Publikum nicht mit minutenlangen Dialogen nerven – und zeigte ein angenehmes Pacing. Spannend hierbei finde ich vor allem die unabhängige Steuerung beider Hände. Ich fühlte mich aber durch die enorme Masse an Kämpfen eher abgeschreckt: Die Elder Scrolls-Reihe stand schon immer für actionlastiges RPG, aber als Anhänger von Diebes-Klassen befürchte ich, dass meine Vorliebe dieses Mal eindeutig zu kurz kommt. Hey, die Dunkle Bruderschaft war doch eindeutig die lustigste Fraktion von Oblivion, oder?

Was mich aber am stärksten abgeschreckt hat, war die Menüsteuerung. Wieder einmal wird ein gutes Beispiel dafür gezeigt, warum sich PC-Gamer über Konsolenports aufregen. Anstelle übersichtlicher Menüs mit grafischer Übersicht scrollt man sich durch eine Leiste, die ganz eindeutig auf Gamepads optimiert wurde. Vielleicht bin ich kleinlich, aber so etwas ist ein echter Spaßkiller für mich. Ich habe natürlich nicht die PC-Version gesehen, aber zu glauben, dass es für diese kleine Fraktion der Gamer ein eigenes Interface gibt, ist naiv. Ich mochte das Interface von Oblivion – womit ich wahrscheinlich ziemlich alleine dastehe – und frage mich einfach, warum man dieses nicht modernisieren konnte. Wahrscheinlich bin ich zu altmodisch, aber dieses schmucklose Interface, das so funktioniert wie 10 Jahre alte Handy-Menüs, ist einfach nicht zeitgemäß.

Dass ich mich nun an dieser Kleinigkeit aufhänge, ist daran festzumachen, dass ich nur einen geringen Teil des Spiels gesehen habe. Wichtige Elemente wie Questsystem oder Story wurden nicht gezeigt, was ich gesehen habe, wirkte für meinen Geschmack aber zu sehr nach einem Elder Scrolls Light. Ankündigungen wie ökonomische Systeme und umfangreiche Skillsysteme lassen natürlich hoffen; meine Vorfreude hat sich soeben aber schon stark gemindert, denn ein Produkt lässt sich nur an dem messen, was man zur Verfügung bekommt. SKYRIM kann natürlich immer noch ein gutes Spiel werden, ich würde es mir wirklich erhoffen.

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

4 Comments

  1. Ma hofft, dass es wieder mehr in Richtung RPG geht anstatt wie ein fantasievoller FPS auszufallen. Ansonsten ist es für einen Fan der Reihe ein MUSS.

  2. Hi,

    danke für diesen Beitrag. Da das Spel aber an meinem Geburstag rauskommt, werd ich es mir so oder so kaufen. Was mich noch mehr stört ist der Hype drumherum, die Collector Edition wird zum Beispiel für 150 € angeboten. (http://www.amazon.de/gp/product/B005G41CES/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&tag=scharesoporta-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=B005G41CES)Hier wird der Hype zum Umsatz-machen ausgenutzt. Eigentlich bin ich ein Fan von Artbooks und so Zeug, naja mal sehen…aber auch weil ich für Oblivion modde und übersetze ist das neue TES für mich nicht nur einen Blick sondern sogar den Kauf wert.

    Gruß

  3. Vielleicht wär’s besser gewesen, du hättest das Spiel gar nicht erst angespielt bzw. angeschaut. Gerade bei Titel, die man aus nostalgischen Gründen vergöttert, sollte man sich über Nachfolger gar nicht erst gross informieren und es am besten gar erst zum Bugetpreis holen, dann, wenn die meisten gar nicht mehr darüber sprechen.

    Bioshock hatte ich zum Release gerade mal eine Stunde gespielt und es dann wieder weggelegt. Ein Jahr später ist daraus ein grossartiges Spiel geworden, das ich in einem Zug durchgespielt habe. Einfach desswegen, weil ich all die Hype- und Journalisten-Vergötterungs-Floskeln nicht mehr im Ohr hatte und weil ich die Bilder des achso tollen Intros, das man im Voraus zig mal schon passiv mitgeschaut hat, verblasst sind…

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