Wie 500€ für einen guten Gaming-PC ausreichen. 17

Wie 500€ für einen guten Gaming-PC ausreichen. 17

Als Ralf mit seinen feuchten Träumen eines Gaming-PCs angefangen hat, konnte ich ja nicht ahnen, dass er direkt nach den Sternen greifen will und sich eine 1000€ Maschine zulegt. Die Prämisse, unter der ich damals angefangen habe, nach einem guten Rechner für ihn zu suchen war ja eigentlich, dass er sowohl kräftig, als auch günstig sein soll. Also so etwas wie unser Joe, nur etwas eleganter vielleicht.

NZXT Source 210 Elite
NZXT Source 210 Elite

Aber nun mal die Geschichte von Anfang an: Seit Jahren predige ich, dass ein guter Rechner nicht mehr als 500-600€ kosten muss. Wir alle kennen Rechnungen, bei denen die Kosten zwischen Konsolen und PCs verglichen werden und bla bla bla… Diese ständige und auf Dauer unglaublich ermüdende Diskussion war vielleicht der Ausgangspunkt hinter meinem 500€-Rechner, aber letztendlich kann es mir doch vollkommen wumpe sein, warum sich jemand für einen PC entscheidet, ich will nur aufklären, dass man vielleicht nicht vergoldete Heatspreader auf dem RAM braucht, oder anderen Firlefanz, den sich die Industrie im Laufe der Jahre ausgedacht hat. Ich will ein kleines, aber kräftiges System vorstellen, das ohne Aufrüstungen für die nächsten 3 Jahre ausreicht, und da mich Ralf nun öffentlich herausgefordert hat, blieb mir nichts anderes übrig als diese großspurige Ankündigung in die (theoretische) Tat umzusetzen.

Das Grundproblem aber vorweg: Keiner kann einen Rechner zusammenbauen, der sicher für die Zukunft gerüstet ist. Wir wissen nicht, welche Sprünge sowohl die Technik, als auch die Gamingindustrie in den nächsten Jahren macht, und was heutzutage als vollkommen übertrieben gilt, kann mit einem Schlag in 2 Jahren obsolet sein. Aber das nur am Rande.

Die Grundannahme bei meinem 500€-Rechner lautet: Was mein 4 1/2-Jahre alter PC (Q6600, Radeon HD 4870 1GB, 4GB RAM) kann, können die Preis-Leistungs-Komponenten der letzten zwei Jahre schon lange. Mein alter Rechner kann unter anderem »Battlefield 3« problemlos auf 1080p mit recht hohen Details darstellen. Hin und wieder kommt es zu einem kleineren Ruckler und die Ladezeiten dürften auch kürzer sein, aber im Grunde bin ich zufrieden. Für größere Sprünge wird es nicht reichen, aber wenn ich hier und da auf ein paar Details verzichte, dann bin ich durchaus auch noch ein bisschen für die Zukunft gewappnet. Mein 500€-Rechner soll also das und noch mehr können. Kein Problem.

Das Kernstück ist die CPU. Hier angefangen kann ich das Gerüst drum herum bauen. Ich habe mir hierbei nicht viel Mühe gemacht, sondern den Best Gaming CPUs For The Money-Guide auf tom’s Hardware gelesen und mir angeschaut, was dort für mein angestrebtes Budget von 100€ passen würde. Dabei bin ich dann auf den AMD FX-6300 (ca. 100€) gestoßen, welcher ungefähr 10€ günstiger als sein Intel-Konterpart ist und durchaus passable Performanceraten bietet. Auch lockten mich 6 Kerne, und die Möglichkeit den Prozessor gut zu übertakten, man weiß ja nie was man in Zukunft vor hat. Beim CPU-Kühler greife auch ich zu einem Alpenföhn, aber einem, der nicht so überdimensioniert ist. Meine Wahl würde auf den EKL Alpenföhn Sella (ca. 15€) fallen. Passend zur CPU brauche ich also ein AM3+-Mainboard. Hier fiel die Wahl dann auf das Asus M5A97 (ca. 75€), das mir mit CrossFireX in Zukunft die Möglichkeit bietet, meinen Rechner um eine weitere Grafikkarte zu erweitern und sonst alles hat, was ein Mainboard braucht. Aus persönlicher Erfahrung traue ich Asus-Mainboards sehr viel zu und denke, dass ich hier auf der sicheren Seite bin.

Weiter geht es bei der Grafikkarte: Hier würde die PowerColor Radeon HD 7850 PCS+ (ca. 165€) für günstige Grafikpower sorgen. 2GB DDR5-RAM und werkseitig übertaktete 1000Mhz GPU-Takt sind von den Zahlen her für den Preis schon beeindruckend. Auch soll die Grafikkarte dabei recht leise sein. Einzig höhere Temperaturen können ein Manko sein, dafür ist die Karte im Stromverbrauch eher sparsam. Ich denke für den angepeilten Rechner könnte es keine bessere Grafikkarte geben. Ein Aspekt, den ich an dieser Stelle noch ansprechen muss, ist die Tatsache, dass ich eine Grafikkarte mit PCI-Express 3.0 auf ein Mainboard mit PCI-Express 2.0-Schnittstelle setzen will. Der Performanceverlust ist besonders bei anspruchsvollen Aufgaben minimal und bewegt sich im Nachkommastellenbereich bei den Frames pro Sekunde. Erstaunlicherweise hält sich das Gerücht, dass man so etwas nicht machen soll, dabei ist das nachweislich Quatsch.

PowerColor Radeon HD 7850 PCS+
PowerColor Radeon HD 7850 PCS+

Beim Speicher greife auch ich zu 8GB und nehme das G.SKILL F3-14900CL9D-8GBSR-Kit (ca. 55€), das passend zum Prozessor auf DDR3-1886 arbeitet und auch mit Heatspreadern versorgt ist. Sicher ist sicher, auch wenn ich nicht an diese Esoterik glaube, aber schicker sehen sie schon aus und mehr kosten tut es inzwischen ja auch nicht. Weiter beim Speicher geht es nun zur Festplatte, wo ich im Gegensatz zu Ralf keine SSD-Lösung wähle, sondern eine klassische HDD wähle: 1TB Seagate Barracuda ST1000DM003 (ca. 50€). Ich glaube nicht, dass der deutlich höhere Preis den für Spiele geringen Leistungssprung rechtfertigt und die Seagate Barracuda arbeitet mit 7200 Umdrehungen pro Minute, und kann mit einem Lese- und Schreibdurchschnitt von ca. 150 MB/s durchaus überzeugen.

Was noch fehlt? Ach ja, Gehäuse und Netzteil. Letzteres wäre bei mir das Antec High Current Gamer HCG-520 (ca. 60€), das sowohl das 80 PLUS Bronze-Zertifikat hat, also durchaus effizient arbeitet und dabei wohl auch leise ist. 520 Watt sind zwar etwas viel für ein System, das laut Enermax Power Suppy Calculator nur ca. 350 Watt maximal braucht, aber aus persönlicher Erfahrung setze ich lieber ein paar Watt mehr drauf um Leistungsspitzen zu verhindern, die mir den Rechner schrotten. Leider hat das Netzteil nur genug Anschlüsse für eine Grafikkarte, was meiner Vorstellung eines CrossFireX-Systems widerspricht, aber mit Adaptern kann man dieses Problem auch kostengünstig beheben. In dieser Preisklasse sind leider keine guten Netzteile mit modularen Kabeln möglich, aber das muss man dann leider hinnehmen. Mit Geschick – und genug Kabelbindern – kann man aber hier immer super Ergebnisse erzielen. Das Gehäuse ist nun wirklich Geschmackssache, und ich würde hier zum schlichten und praktischen NZXT Source 210 Elite (ca. 45€) greifen. Aber das ist wie gesagt Geschmackssache.

Auf Peripherie wie Monitor, Maus und Tastatur verzichte ich an dieser Stelle, da es mir nur darum ging, ein gutes Grundgerüst zu erstellen. Wenn ich die Preise hier zusammenrechne, komme ich auf 560€ und bin leicht über das Ziel hinausgeschossen, aber ich finde ich habe bewiesen, dass man für 500-600€ eine ziemlich starke Maschine zusammenstellen kann. Die Preise habe ich über Geizhals bezogen und versucht die günstigsten Durchschnittswerte zu verwenden. Sparen könnte man bei der Festplatte – ein paar Gigabyte weniger sind auch nicht schlimm – bei dem Gehäuse – das gezeigte Gehäuse wäre meine persönliche Wahl – und wahrscheinlich auch bei der Grafikkarte. Da Letzteres aber die Hauptleistung bei Spielen vornimmt, würde ich das ungerne vorschlagen, bei einem zu engem Budget kann man aber mit der Konkurrenz von Nvidia ca. 25€ sparen: Die Palit GeForce GTX 650 Ti Boost (ca. 140€) bietet ein bisschen weniger Leistung, ist aber dennoch vollkommen ausreichend. Auch wird aufgefallen, dass ich auf ein physisches Laufwerk verzichte. Das mache ich aus dem einfachen Grund, dass man in Zeiten von Steam wirklich kein DVD-Laufwerk mehr braucht.

AMD FX-6300
EKL Alpenföhn Sella
PowerColor Radeon HD 7850 PCS+
Asus M5A97
G.SKILL F3-14900CL9D-8GBSR
1TB Seagate Barracuda ST1000DM003
Antec High Current Gamer HCG-520
NZXT Source 210 Elite

Kann man also für ca. 500€ einen guten Rechner erstehen? Diese Frage kann ich mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten.

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

17 Comments

  1. Natürlich kann man mit 500€ einen guten Rechner zusammenstellen, aber ich bin mit deiner Konfiguration nicht einverstanden. Rechne damit Sonntag Abend eine bessere Lösung auf pbgames.de zu finden!

  2. @Suffkopp: Ich bin gespannt.

    @Frufus: Ich glaube, das hier war der letzte Artikel zu dem Thema. Außerdem darfst du dich bei Ralf beschweren. Der hat damit überhaupt angefangen! ;)

  3. Ein Nachteil von PCs gegenüber Konsolen: will man die alte Konsole durch eine Next-Gen austauschen, so verkauft man die alte und hat schon mal 100€ für die neue. Ein altes Motherboard für ein neues zu verkaufen ist meistens schwierig…

  4. Bei mir wird nächstes Jahr mal eigentlich ein neuer Desktop-PC und eine neue Konsole fällig (letzteres zumindest sobald ein neuer Dark Souls / Fallout / Bioshock Titel nicht mehr auf der PS3 erscheint).
    Das Problem für mich ist derzeit, daß ich mich rein konzeptuell noch entscheiden kann:
    1. Das klassische Spielekonsole + Desktop + Laptop brauch ich eigentlich gar nicht mehr.
    2. Sony hat wg. der PS3 bei mir verschissen. Nicht weil die Konsole an sich schlecht ist, sondern wegen des Arschlochverhaltens von SOE. (Linux weg, Verhalten beim Kreditkarten-Incident UND DIESER BESCHISSENE NICHT ENTFERNBARE SINGSTAR-LINK AUF DEM MEDIABAR!)
    3. Für MS gilt im Prinzip dasselbe – mit der Einführung der One haben sie ordentlich aufgeholt.
    4. Im Moment tendiere ich eher zu einer steamboxigen Lösung. Da wäre dann zu entscheiden, ob sie gleichzeitig den alten Desktop ersetzt (Server-/Dienste etc) oder nur Multimedia-Zentrale sein soll (dann mit zusätzlichen ULV-Rechner für Mail-Server etc). Beide Varianten hätten natürlich auch gleich wieder völlig unterschiedliche Hardwareanforderungen (wg. Dauerbetrieb ja/nein) bzw. auch Softwareanforderungen (Zocken auf Linux?).
    Hach. Warum kann das nicht einfach einfach sein?

  5. Hätte nicht gedacht, dass PC-Schrauben noch „in“ ist. Früher(TM) hab ich das auch gemacht, aber irgendwann kam eine Zeit, in der die Fertig-PCs angefangen haben, auch ganz brauchbar zu sein. Auf den Hickhack mit Komponenten aussuchen, die auch noch zusammen passen müssen, und dann beim Zusammenbauen bloß nichts davon kaputt machen, hatte ich echt keine Lust mehr. Kann jetzt nicht sagen, dass auf unserem Von-der-Stange-PC irgendwas nicht zufriedenstellen gelaufen wäre. (Und für die nicht ganz so anspruchsvollen Games nehme ich sowiso nur noch das Notebook)

  6. Hey!

    Ich habe Deine Komponenten alle mal zusammengefügt in meinen Warenkorb und lande bei grob 650€ … wo genau hast Du denn die Sachen gefunden, dass Du bei ~500€ rausgekommen bist?? Ich würde das nämlich eigentlich gerne nachbauen, weil mir diese Anforderungen vollkommen ausreichen würden… viel mehr als 500€ möchte ich aber nicht ausgeben.
    Würde mich über eine Antwort enorm freuen :)
    Liebe Grüße,

    Nathi

  7. Also ich hab meinen Rechner für 500€ vor fast 2 Jahren zusammengestellt.
    Beim Metro 2033 auf Max geht er ab und zu ein wenig in die Knie aber Battlefield 3 Pakt er z.b. noch auf High-End problemlos ;)
    Und das nach 2 Jahren… 2015 hau ich mir vermutlich ne Neue GraKa rein und dan läuft das ganze :P

  8. Jofes Eine Frage Woher die Teile und selber Zusammengestellt? Und Geschraubt oder wurde das alles gemacht Bitte um Antwort will mir ein Guten Rechner Hohlen (Zusammenstellen) :P

  9. Gibt es die Möglichkeiten eine EAN Nummer hinzuzufügen denn es gibt unter den einfachen Namen mehrere Versionen und für mich als Laie ist es schwer da die richtige herauszufinden !?

    Was ist aus der Konfiguration von Suffkopp geworden kann sie auf seiner Website nicht finden ?

  10. Entschuldigt meine späte Antwort. Also ich habe die Konfiguration auf geizhals.de zusammengestellt und komme immer noch auf ca. 560€ (welche ich auch am Ende des Artikels angemerkt habe.) Allen, die Interesse an einem solchen PC haben, kann ich auch gerne persönlich helfen. Jedoch ist es sinnvoller, wenn ihr mir unter fw@zockworkorange.com schreibt, damit ich euch direkter und schneller helfen kann.

    Merowinger: Die EAN-Codes sind folgende:
    AMD FX-6300, 6x 3.50GHz, boxed – EAN: 5053086216983
    EKL Alpenföhn Sella – EAN: 4250280382013
    PowerColor Radeon HD 7850 PCS+, 2GB GDDR5, 2x DVI, HDMI, 2x Mini DisplayPort – EAN: 4712505029627
    ASUS M5A97 R2.0 – EAN: 0610839188512
    G.Skill Sniper DIMM Kit 8GB, DDR3-1866, CL9-10-9-28 – EAN: 5053973623962
    Seagate Barracuda 7200.14 1TB, SATA 6Gb/s – EAN: 0887942154424
    Antec High Current Gamer HCG-520, 520W ATX 2.3 – EAN: 4054317000105
    NZXT Source 210 Elite schwarz – EAN: 0815671010292

    Ich hoffe, das hilft dir weiter.

  11. Vielen dank für diesen Artikel! Ich plane selbst einen pc für diese Preisklasse zusammenzustellen, und ich werde mir deine Vorschläge zu Herzen nehmen :)

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