Review: Paper Mario Color Splash 2

Farbenklau auf der Prisma Insel

Review: Paper Mario Color Splash 2

Farbenklau auf der Prisma Insel

In »Paper Mario: Color Splash« geht es bunt her. Oder ginge, denn als Mario mit der Prinzessin die Prisma Insel besucht, die für ihre Farben berühmt ist, machen sie eine schockierende Entdeckung – der Prismabrunnen ist leer, die großen Farbsterne sind weg und überall sind weiße Flecken – die Papierwelt sieht blass aus. Auch viele der Toads, die die Prisma Insel bewohnen, sind farblos. Zusammen mit dem sprechenden Farbeimer Farbian und bewaffnet mit einem magischen Farb-Hammer macht Mario sich auf, die Farbsterne zu finden und die Insel wieder einzufärben. Denn ohne Farbe besteht die Welt nur aus leblosem Papier, Gegenstände ohne Farbe funktionieren nicht, Toads oder andere Personen ohne Farbe sind wie tot. Auch Mario kann dieses Schicksal treffen, wenn er von einem Shy Guy ausgesaugt wird. Die sind hier nämlich irgendwie die Bösen, wenn sie nicht gerade in einem Café anstehen.Natürlich im Auftrag Bowsers, doch warum stiehlt er Farbe? Was hat er vor?

paper_mario_color_splash_kampfsystem

»Paper Mario: Color Splash« ist in erster Linie eines: ziemlich witzig und dabei noch extrem süß. Jeder Toad, den man trifft, aber auch alle Shy Guys, haben irgendwas lustiges zu erzählen („Ich spüre meine Hose nicht mehr!“) oder sind Teil einer netten Geschichte. Während Mario also durch die ingesamt 33 Locations wandert, erlebt er so einiges. Er segelt mit Piratentoads auf der Suche nach einem Schatz, verhilft Geistertoads in einem verwunschenen Hotel zu ihrer lang ersehnten Ruhe, besucht einen Zirkus, eine Ausgrabungsstätte oder einen Vulkan. Man weiß nie, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet.

Das Kampfsystem

Die Paper-Mario-Spiele sind RPGs und wie in solchen üblich finden Kämpfe rundenbasiert statt. Mario kann zwar schwache Gegner bevor es überhaupt zum Kampf kommt mit einem beherzten Kopfsprung oder Hammerschlag außer Gefecht setzen, alle anderen müssen auf klassische Weise bekämpft werden. In »Color Splash« passiert das über Karten, die Mario finden oder erwerben kann. Jede Karte steht für eine Aktion, die in den meisten Fällen noch gut getimed ausgeführt werden muss. Farblose Karten müssen eingefärbt werden, bevor sie effektiv eingesetzt werden könne, Farbe ist für Mario allerdings eine begrenzte Ressource. Mario kann überall Farbe finden und einsammeln, besonders zu Beginn ist diese aber doch recht knapp, da der Papier-Klempner ja auch einiges braucht, um eine ganze Welt einzufärben.

Paper Mario: Color Splash -  Dings-Karte "Glückskatze"
Eine der schön abgedrehten Spezialattacken

Besonders die Endgegner-Kämpfe sind recht knifflig. Es gibt zahlreiche Gegner, gegen die bestimmte Karten effektiver sind als andere; und manche funktionieren gar nicht. (Kopfsprung auf einen Gegner, der Stacheln auf dem Kopf hat, schadet einem nur selbst.) Bei Endgegnern kommen dann noch die Dings-Karten ins Spiel und man muss herausfinden, welche man braucht und wann man sie genau im Kampf einsetzt. Dings-Karten, das sind dreidimensionale, echte Objekte, die Mario finden und in Kartenform pressen (die Farbe aus ihnen quetschen) kann. Diese dienen in Kämpfen als Spezialattacke. Gegen fast alle Endgegner muss man so mindestens zwei Mal antreten, da man beim ersten Mal einfach nicht weiß, mit welcher Karte man sie besiegen kann.

Jetzt wirds bunt: Mario brät allen eins mit dem Farbhammer über
Jetzt wirds bunt: Mario brät allen eins mit dem Farbhammer über

Die Spielgröße

Paper Mario Color Splash: World Map

»Paper Mario: Color Splash« besteht aus 33 Arealen, die jeweils einen bis drei Farbsterne beinhalten. Level werden nach und nach freigeschaltet, allerdings verbergen manche Level Geheimnisse, die Mario ihnen erst sehr viel später entlocken kann. Es ist also unabdinglich, Level öfters zu besuchen und in manchen kommt man erst weiter, sobald man in der restlichen Geschichte ein ganzes Stück weiter fortgeschritten ist oder bestimmte Items hat. Ich bin hier einige Male fast verzweifelt, hab den letzten Farbstern gesucht oder einfach nicht finden können, welche Stelle im Level noch nicht eingefärbt war (es gibt eine Prozentanzeige für „Farblosflecken“), nur um später festzustellen, dass ich an einen bestimmten Ort noch gar nicht hinkam. Zur Spielzeit: die WiiU sagt, ich habe 54 Stunden Paper Mario: Color Splash gespielt. Zugegeben, manchmal habe ich das Spiel pausiert und was anderes gemacht, ein bisschen geringer sollte die Stundenanzahl ausfallen, aber dennoch ordentlich. Und ich habe zwar 100% der Welt eingefärbt, aber noch nicht alle Geheimnisse gefunden. Und auch nicht alle Achievements freigeschaltet. Die werden einem in »Color Splash« in Form von Flaggen in der Hauptstadt Port Prisma angezeigt – wer alles finden und erreichen möchte, hat einiges zu tun. Echte Belohnungen gibt es allerdings für nichts davon. Auch das Museum in der Stadt, dem man seine Karten spenden kann, hat keinen richtigen Nutzen, dient aber Komplettierungs-Freaks als kleiner Anreiz, wirklich jede Karte zu finden. Spendet man sie dem Museum, schaltet man so Produktionsskizzen des Spiels und Teile des (wie immer tollen, orchestralen) Soundtracks frei. Außerdem verbirgt sich noch Luigi im Spiel, den man finden muss. Und es gibt insgesamt 8 Schnick-Schnack-Schnuck-Arenen, in denen man je drei Runden überstehen und Meister Schnuck besiegen muss. Dafür gibt es Münzen und die „Schergen-Karte“ eines Endgegners.

Fazit

»Paper Mario: Color Splash« ist das beste Spiel, das ich bisher auf der WiiU gespielt habe, und es ist sofort zu einem meiner Lieblings-Mario-Games überhaupt avanciert. Die meiste Zeit ist es relativ einfach und das Kampfsystem kann auf Dauer auf die Nerven gehen, vor allem, weil es den Spieler dazu zwingt, immer wieder viele einzelne Schritte auf dem WiiU-Pad auszuführen. Das macht aber alles gar nichts, denn »Paper Mario: Color Splash« ist bunt, unterhaltsam, abwechslungsreich, süß und verdammt witzig. Die Entwickler haben sich an jeder Ecke so viele Kleinigkeiten einfallen lassen, es gibt sogar ein kleines Sidescrolling-Game im Spiel. Es gibt einfach so viel zu entdecken und da man nie zu lange an einem Ort verweilt, wird es wirklich niemals langweilig. Für mich ist »Paper Mario: Color Splash« ganz klar ein Plichttitel für jeden, der eine WiiU sein Eigen nennt. Ich finde es super, dass Nintendo so kurz vorm Ende des WiiU-Lebenszyklus so einen innovativen Exklusivtitel herausbringt. Man hätte ihn auch bis zur Switch hinauszögern können. Sehr cool, wenn ihr also eure WiiU noch nicht verkauft habt, um für Nintendos Switch zu sparen: kauft euch »Paper Mario: Color Splash«! Sofort!

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

2 Comments

  1. Es überrascht mich schon fast ein wenig, dass Paper Mario Color Splash doch so gut geworden ist. Ich war bei WiiU Spielen bislang immer sehr skeptisch und wenn ich mir (eure) Rezensionen so durchlese, lag ich damit meistens auch gar nicht so falsch. Aber gerade das Kampfsystem klingt richtig, richtig gut durchdacht und schön nostalgisch. Scheint so als würden die Macher nach und nach dazu lernen und auch mal auf ihre Community hören. Vielleicht fixt mich Mario ja auch eines Tages wieder an.

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