Review: Lego Pirates of the Caribbean 10

Review: Lego Pirates of the Caribbean 10

Reinen Kinofilm-Versoftungen hängt noch ein schlechtes Image an: billig produziert und oft nur Geldmacherei im Windschatten eines erfolgreichen Filmes. Anders bei LEGO-Games, die gar nicht erst versuchen, optisch so nah wie möglich am Film zu sein (wie auch?). Stattdessen wird die Story nur grob nacherzählt und mit LEGO-Humor angereichert. Bei den Star Wars-Filmen hat das wunderbar funktioniert, bei Harry Potter funktioniert es und bei an sich schon lustigen Filmen wie der Fluch der Karibik-/Pirates of the Caribbean-Reihe funktioniert das erst recht.

Lego Pirates of the Caribbean: The Video Game erschien pünktlich zum vierten Pirates-Film On Stranger Tides/Fremde Gezeiten und beinhaltet alle vier Filme, die einzeln anwählbar sind bzw. nacheinander gespielt werden. Der Story-Modus hält sich recht nah an die Filme, in einzelne Abschnitte untergliedert müssen verschiedene Aufgaben erfüllt werden: Jack aus dem Gefängnis befreien, Davy Jones besiegen, gegen den Kraken kämpfen, … dabei erschweren allerlei Rätsel (z.B. Objekte finden, Katapulte zusammenbauen, Kanonen richtig einsetzen) die Aufgaben der jeweiligen Helden. Leicht wird es einem nicht gemacht und Kenntnisse der Filme helfen meistens auch nicht beim Lösen der Rätsel weiter.

Wie auch bei LEGO Star Wars und LEGO Harry Potter kann man im Spiel zwischen mehreren Charakteren wechseln, je nachdem, welche in dem Abschnitt gerade zur Verfügung stehen. Insgesamt gibt es über 70 Stück, die teilweise erst freigespielt oder erworben werden müssen. Die sind allesamt den Originalen fantastisch nachempfunden. Schon die Art wie Jack Sparrow läuft ist witzig.

Es befinden sich immer mindestens zwei Spielfiguren auf dem Screen, da jederzeit ein zweiter Spieler ins Spiel mit einsteigen kann. Manche Rätsel sind alleine auch schwer lösbar, da man sehr schnell zwischen den Figuren wechseln muss. Spielt man alleine, übernimmt die KI die anderen Figuren. Das funktioniert leider nicht immer, weshalb man ab und zu Figuren retten muss, die irgendwo im Level steckengeblieben sind. Bei mehr als zwei Spielfiguren kommt es außerdem oft vor, dass sich die einzelnen Lego-Männchen im Weg stehen, gegenseitig über die Reling oder in tödlichen Sumpf schmeißen und bei Kämpfen die Köpfe abhacken.

LEGO Pirates of the Caribbean (PC/Xbox 360/PS3/WII) (ebenfalls für PSP/3DS/DS)
Entwickler: Traveller’s Tales
Publisher: Disney Interactive Studios
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2011
USK-Einstufung: ab 6 Jahren freigegeben

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LEGO Pirates of the Caribbean ist ein kurzweiliges Game mit einem ganz eigenen Humor, den man einfach lieben muss. Fans der Filme werden jede Menge Spaß an dem Spiel haben, und auch wer die Filme nicht mag (gibt es so Leute?), findet bestimmt Gefallen an dem Spiel. Fehlendes Wissen wird durch zahlreiche schöne Cutscenes gefüllt, jedoch wird man Probleme dabei haben, den Erzählungen der stummen Lego-Figuren zu folgen, wenn man die Story gar nicht kennt. Ohne Vorkenntnisse erschließt sich dem Spieler kaum, worum es geht, aber die Aufgaben sind natürlich trotzdem lösbar. Anders herum: wer wie ich nur die ersten drei Filme kennt, sollte On Stranger Tides vor dem Spielen des vierten Abschnitts im Kino anschauen. Auch wenn die Story abgeändert ist, verdirbt man sich dadurch den Spaß am Film.

Fazit: Die Steuerung ist ab und zu ungenau, mehrere Charaktere kommen sich oft in den Weg und die Story wird in Cutscenes zwar optisch schön, für Nichtkenner der Filme aber leider nur unzureichend nacherzählt. Dafür wurden die Charaktere und der Humor der Filme auf einzigartige Weise eingefangen und mit eigenem LEGO-Humor verschmolzen. Keine Videospiel-Offenbarung, aber ein kurzweiliger Spaß für alle Altersklassen.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

10 Comments

  1. Ja, solche Leute gibt es. Mir ist Jack Sparrow einfach zu laecherlich, tut mir leid. Hab mir aber sagen lassen, dass es nur in der Deutschen Fassung so verhunzt ist und er im Oton einfach nur schrecklich versoffen sei. Vllt sollte ich die DVD mal ausleihen.. :x

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