Pokémon Go Tour Düsseldorf 0

Mit der Oldiebahn an den Pokéstops vorbei

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Mit der Oldiebahn an den Pokéstops vorbei

Letzten Donnerstag lud die Düsseldorfer Rheinbahn zur ersten Pokémon-Go-Tour in einer Oldiebahn ein. Als Oldiebahn gilt bei der Rheinbahn die gelbe Straßenbahn, die mittlerweile von „Silberpfeil“-Niederflurbahnen von Siemens und verschiedenen Hochflur-Stadtbahnen abgelöst wurde. Ich bin kein Bahnexperte, aber diese Oldies waren teilweise noch bis vor wenigen Jahren in Betrieb. Die Rheinbahn bietet mit der Oldiebahn verschiedene Fahrten an; die Altbierfahrt, die „Kaffeefahrt mit Kö & Co“, eine Krimi-Bahn mit Lesung und eben bisher ein einziges Mal die »Pokémon Tour quer durch Düsseldorf«. Dabei saßen 75 Spieler in einer Oldiebahn mit zwei Waggons, fuhren relativ langsam durch Düsseldorf und an zahlreichen Pokéstops vorbei.

Nicht ohne Risiko, sich als Gamer von RTL interviewen zu lassen
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Pokémon Go erobert nicht nur die ganze Welt, sondern auch die Rheinbahn! Unter dem Motto „GOTTA CATCH ‘EM ALL“ fährt eine Oldiebahn aus dem Jahr 1969 – mit Pikachu und Co. dekoriert – langsam quer durch Düsseldorf und ermöglicht den Fans an Bord, viele Pokémon zu fangen und an PokeStops Items zu sammeln.

Pokémon Go Tour Düsseldorf: Pause am Polizeipräsidium
Bei 3 Stunden Fahrt ohne Klimaanlage muss auch mal eine Pause drin sein.

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Los ging es Donnerstag am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo man schon von zahlreichen Reportern bedrängt wurde. Ob man diese Situation mal stellen könne oder dies und das tun könne. Ich werde nicht gerne gefilmt und interviewt auch nicht, aber nun gut, ganz kommt man um sowas wohl nicht drumherum. Etwas nervig war es dann, als die Bahn losfuhr. Vielleicht kennt ihr die Düsseldorfer Bahnen nicht, aber Straßenbahnen/Trams sind ja überall ähnlich beengt. Jetzt stellt euch vor, wie dort 20 Reporter mit Kamera und Mikro im Gang stehen und versuchen, aneinander vorbei zu gehen, um möglichst viele zu interviewen und zu filmen. „Ich kenn das Spiel ja gar nicht, aber kannst du vielleicht mal das und das machen und sie fragt was dazu und du erklärst das dann, so für die Kamera?“ Nervig, sehr nervig. Ließ zum Glück nach etwa einer halben Stunde nach und die nächsten 2,5 Stunden waren etwas ruhiger. Die Bahn fuhr wohl etwa 30km durch die Stadt, oft davon langsam genug, dass es als Schritte zählte, so dass ich einige Eier ausbrüten konnte. (Ja, ich hab zuvor meine Inkubatoren aufgestockt.)

Da so eine Fahrt anscheinend mehr als 75 x 8 Euro kostet, gab es ordentlich Sponsoring von Vodafone (die ja auch in Düsseldorf sitzen).

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„Stoppen Sie sofort die Bahn, hier ist ein Lapras!“

Die haben kostenloses WLAN angeboten (ging aber irgendwie nicht), Red Bull verteilt (mag ich nicht) und auf sämtlichen Pokéstops auf der Strecke Lockmodule aktiviert. Das wurde gar nicht gesagt und es hat etwas gedauert, bis uns das auffiel, sehr coole Idee auf jeden Fall. Gebracht hat es leider wenig, da man ja doch immer recht flott am Pokéstop vorbei ist, selbst mit der Oldiebahn. Wo die Rheinbahn nichts für konnte: es gab ja gerade dieses unschöne Update von Pokémon Go, seit dem es
a) kaum noch wilde Pokémon gibt und
b) die paar Taubsis, die noch kommen, selbst mit Superbällen immer sofort abhauen.
Gefangen haben wir in den 3 Stunden also nicht so viel.
Eine beliebte Interviewfrage war: „Und? Was war das beste, das ihr heute gefangen habt?“ und naja, eigentlich gar nichts. Also nichts besonderes. Irgendwer hatte durch einen GPS-Fehler wohl ein Lapras bekommen, was für alle anderen aber zu weit weg war. Öfters mal erschienen seltene Pokémon auf dem Radar und einmal hielt die Bahn sogar an, aber wie sollte man die finden, ohne Tracking oder Pokévision?

Dafür habe ich einige Eier ausbrüten können, das ist ja auch was. Und am Ende war es eine witzige Aktion, die ich einfach mal mitnehmen wollte. Sollte die Rheinbahn das noch mal machen: gerne etwas später (16 Uhr ist viel zu früh, das Zielpublikum sind keine Kinder mit Schulferien, davon waren glaube ich auch keine dabei), gerne etwas pokémon-iger (vorne klebte ein Pikachu und das wars)… man könnte ja Pokémon-Musik abspielen, die Mitarbeiter könnten in Verkleidung auftreten (wie z.B. die Trainer in der Gruga-Liga) – einfach irgendwie einen Bezug zu Pokémon aufbauen.

Die Fahrt endete dann am Graf-Adolf-Platz, ein paar Meter von der Giradet Brücke entfernt, wo wir am Ende dann noch ein paar Minuten gelevelt und die Fahrt haben Revue passieren lassen. Wir (wir waren zu viert) fanden es eigentlich alle ganz lustig und unterhaltsam, die Idee der Rheinbahn war cool und deren Mitarbeiter auch nett und sympathisch. Dass es nicht mehr so viele wilde Pokémon gibt, dafür konnte niemand was, blödes Timing. Die Lockmodule waren cool, man fuhr aber doch zu schnell dran vorbei, dafür aber langsam genug, dass Eier ausgebrütet werden konnten. Wirkliche „spezielle“ Locations wurden nicht angefahren. Insgesamt hat es sich nicht so gelohnt und wenn die Fahrt genau so noch mal stattfinden würde, wäre ich eher nicht dabei. Die Idee ist nett, aber Pokémon Go und Straßenbahn fahren, das passt einfach nicht so richtig zusammen, denn eigentlich besteht das Spiel nur aus herumlaufen oder an Lockmodulen campen. Ob der Hype bis zu einer potentiellen nächsten Fahrt überhaupt überlebt, ist sowieso fraglich.

Gibt es in euren Städten auch irgendwelche coolen Aktionen rund um Pokémon Go, so wie diese Straßenbahnfahrt?

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

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