inFamous: Second Son 0

inFamous: Second Son 0

In »inFamous: Second Son« schlüpfe ich in die Rolle eines naseweisen Proleten vom Lande, für den “Regeln” und “Kleidungsstil” Fremdwörter sind. Mein Name ist Delsin Rowe. Ja, richtig gelesen. Okay, der Name erklärt vielleicht schon meine etwas verschrobene Einstellung zum Leben. Ich kann nur wenig richtig gut, z.B. Graffitis sprayen oder vor der Polizei flüchten. Beides wird mir im Verlauf des Spiels aber noch von großem Nutzen sein.

Delsin Rowe
Delsin Rowe

In meiner Welt gibt es Mutanten, so genannte Conduits. Menschen die aufgrund einer Katastrophe vor sieben Jahren (aus dem ersten Teil der Serie) mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie können z.B. andere Menschen zu Stein werden lassen, an Häuserfassaden hochlaufen oder Energiebomben aus ihren Händen zaubern und auf ihre Gegner werfen. Solche Menschen nennen wir hier meist aber einfach Bioterroristen. Eine Frau, ebenfalls eine Conduit, hat sich gegen ihre eigenen Leute gestellt und zusammen mit der Regierung das D.U.P. gegründet, das Department of Unified Protection. Ihr Name ist Brooke Augustine und sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Bioterroristen zu fangen und zu internieren. Zum Schutze der Menschheit versteht sich. Sie ist ziemlich beliebt.

Reggie forever!
Reggie forever!

Als ein Gefangenentransport in der Nähe meines Heimatortes verunglückt, helfe ich einem der Verletzten und – wie durch ein Wunder – absorbiere bei der Berührung mit ihm seine Gabe und bin von nun an ebenfalls ein Bioterror…, äh, ein Conduit. Ich kann mit “Rauch” allerlei geile Dinge anstellen, z.B. Fahrzeuge in die Luft jagen oder ziemlich weite Entfernungen in nur einem Sprung zurücklegen. Außerdem kann ich fliegen! Naja, wohl eher gleiten, aber immerhin! Erinnert mich ein wenig an ein Videospiel, wie hieß es doch gleich, ach ja, »Saints Row IV«. Natürlich kommt Augustine und das D.U.P. mir auf die Schliche und die blöde Kuh legt mein ganzes Dorf mit ihrer Gabe “Stein” in Schutt und Geröll. Da ich überzeugt davon bin, auch ihre Gabe mittels Berührung zu absorbieren und ich diese Gabe benötige, um die Verwundeten in meinem Dorf zu retten, beschließen ich mit meinem Bruder Reggie, dem Sheriff, in die Stadt zu fahren, Augustine zu stellen, ihre Gabe zu stehlen, als Held in mein Dorf zurück zu kehren und alle wieder gesund zu machen. Klingt nach einem Plan, was? Okay, also auf nach Seattle. Die können einen guten Graffiti-Künstler gebrauchen!


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Und hier ein paar Beispiele meiner Kunst:

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In Seattle angekommen lerne ich mehr über meine neuen Kräfte. Aber auch, dass Seattle in kleinere Distrikte aufgeteilt wurde, überall Straßensperren errichtet sind, Scanner das Herumreisen von Bioterroristen extrem behindern und es verdammt viele wütende Bürger auf der Straße gibt, die etwas gegen uns Conduits haben. Und so kämpfe ich mir meinen Weg durch die Stadt. Ich lerne kontinuierlich dazu, schalte neue Fähigkeiten frei, befreie Stadtviertel von der D.U.P., ärgere die Dame in deren Telefonzentrale, spraye Graffitis an jede freie Wand, enttarne feindliche Agenten, schalte Überwachungskameras aus, verprügele Straßenmusiker, ziehe nach und nach die Bürger Seattles auf meine Seite und schließe Freundschaft mit zwei weiteren Conduits.

Delsin und Eugene
Delsin und Eugene

Natürlich muss ich meine neuen Freunde, die Punklady Fetch und den nerdigen Eugene zuerst in einem Bosskampf davon überzeugen, dass ich es gut mit ihnen meine. Nachdem ich mir dann ihre Gabe angeeignet habe, fühle ich mich fast unbesiegbar. Ich kann mit Rauch, Neon und Video (wirklich bescheuerte Namen für Superkräfte) um mich schlagen und dank meiner Gründlichkeit habe ich genügend Updates in der Stadt gesammelt, sämtliche Erweiterungen und Ausbaustufen meiner Kräfte frei zu schalten. Alles, was sich mir in den Weg stellt, blase ich weg. Und je nach Situation kann ich frei zwischen der erforderlichen Kraft wählen. Das entlohnt mich ein bisschen für das stupide Aufsammeln von Scherben in der Stadt (à la Flaggensammeln in »Assassin’s Creed«). Ein wenig mehr Abwechslung hätte mir hier schon gefallen. Aber immerhin gab es ein paar interessante Nebenquests, die mir z.B. auch die Geschichte von Augustine, Fetch und Eugene näher gebracht haben.

Fetch
Fetch

Ganz am Ende steht, wie war es anders zu erwarten, der Endkampf mit Augustine. Oder viel eher: die Endkämpfe. Denn Augustine ist eine zähe Drecksau und weiß sich zu wehren. Und nun, Ihr könnte Euch sicher denken, wer am Ende den Kürzeren gezogen hat, oder?

Showdown mit Augustine
Showdown mit Augustine

»inFAMOUS: Second Son« war das erste Spiel für meine neue PlayStation 4 und ich muss sagen, ich bin überzeugt. Die Steuerung ist super, quasi alle Neuerungen des Dualshock 4 werden auch sinnvoll eingesetzt. Die Grafik ist einer Next-Gen-Konsole würdig, aber sicherlich in Teilen noch ausbaufähig. Die Musik und die Atmosphäre sind stimmig und insbesondere nach Freischalten der Neon-Fähigkeit macht das Spiel so richtig Laune. Die unzähligen Kämpfe werden von mal zu mal schwieriger, aber mit ein bisschen Grips und Geschicklichkeit kann man jeden Gegner aus den Socken hauen. Das Spiel bietet die Möglichkeit, sowohl als guter als auch als böser Held durchs Spiel zu gehen. Ich habe mich im ersten Versuch für den Weg des Gerechten entschieden. Beim zweiten Durchlauf, in einem höheren Schwierigkeitsgrad, sollte man aber zur Dunklen Seite wechseln. Die eigenen Kräfte sind dann auch mächtiger. Um die 100%-Marke zu erreichen solltet Ihr ca. 20 Stunden einplanen. Wer durch die Story hechten will, der schafft es vermutlich in knapp 12 Stunden Spielzeit zu den Endcredits (unterlegt mit einem Cover des Nirvana Songs Heart-Shaped Box von Dead Sara).

Watch_Dogs, äh, D.U.P.
Watch_Dogs, äh, D.U.P.

Nächste Woche erscheint der erste Story-DLC, der aber auch ohne »inFAMOUS: Second Son« spielbar sein soll: »InFAMOUS First Light«. In diesem DLC spielen wir die Geschichte von Abigail “Fetch” Walker und lernen alles über ihre Vergangenheit und ihre wundersame Kraft “Neon”. Das gibt der Story weitere Tiefe und steht somit nun auf meiner Wunschliste. Insbesondere auch wegen der hervorragenden Lokalisierung, motiviert klingender Sprecher und anspruchsvoll abwechslungsreichen Bosskämpfen. Die paar KI-Schnitzer und das nervige Sammeln zum Aufleveln kann ich dabei getrost übersehen. Schließlich bin ich jetzt ein Superheld mit Superkräften!

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

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