Geburtstags-Spezial: Mein erstes Videogame – Marc 8

Geburtstags-Spezial: Mein erstes Videogame – Marc 8

Monkey Island LogoIn der kommenden ­ZwO-Geburtstagswoche darf jeder unserer Autoren sein erstes Videospiel vorstellen. Heute wird mir diese Ehre zuteil und obwohl es streng genommen nicht mein ­aller erstes Spiel war, habe ich mich dennoch sehr zügig für meinen (wahrscheinlich) lebenslangen Favoriten Monkey Island aus dem Hause ­LucasArts (bzw. damals Lucasfilm Games) entschieden. Der Grund ist eigentlich relativ simpel: Monkey Island war einfach das erste Spiel überhaupt, welches es vermochte, mich in jungen Jahren an den Bildschirm zu fesseln. Und seien wir mal ehrlich. Wer sich nach einem im Spiel auftretenden vegetarisch-kannibalischen Charakter namens ­LemonHead benennt, unter diesem Pseudonym das Internet unsicher macht und eine seiner Wände wie im folgenden Bild zu sehen bemalt, sollte in dieser Kategorie kein anderes Spiel aussuchen, oder?

LemonHead aus Monkey IslandDer Reiz von Monkey Island

Als The Secret of Monkey Island 1990 erschien, bestach dieser Titel vor allem durch seinen wunderbaren Soundtrack, für diese Zeit wirklich schön gezeichnete Grafiken, den hauseigenen schrägen Humor und die Tatsache, dass mit dem gewählten Thema ein damals noch eher unverbrauchtes Setting in Videospielen besetzt wurde. Der Reiz für den spielfreudigen kleinen Marc ergab sich vor allem durch eine „völlig offene Spielwelt, in der man alles tun kann, was man will“. Zumindest habe ich das früher gedacht, als ich noch nicht viel über (non-)lineares ­Storytelling wusste. Tatsächlich erweckten die berühmten Steuerungsverben der ­SCUMM-Mechanik wie Gehe zu, Nimm, Schau an oder das beliebte Benutze genau diesen Eindruck: Ich kann mit der gegebenen Spielwelt machen, was ich will. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, dieses Spiel etwa ein Mal im Jahr aus Spaß an der Freude durchzuspielen, weil ich die Geschichte einfach immer wieder erleben möchte. Dabei hat natürlich die Special ­Edition geholfen, welche erst im letzten Jahr veröffentlicht wurde.

Monkey Island im heutigen Alltag

In meinem Alltag genießt Monkey Island natürlich den absoluten Retro-Status und ich freue mich über jede erdenkliche Anspielung auf dieses Spiel. Meiner Umwelt gegenüber stelle ich des Öfteren fest, dass nicht unbedingt jeder etwas mit den in mir gespeicherten Zitaten anfangen kann. So ergeben sich von Zeit zu Zeit einige lustige Dialoge:

„Schon wieder da? Das ging aber schnell!“
„Da war ein Gummibaum.“

„Was machst du da?“
„Ich verkaufe diese modischen Lederjacken…“

„Und was hast du letztes Wochenende so gemacht?“
„Ich habe den Schwertmeister besiegt.“

„Was du da gekocht hast schmeckt gut, was ist da drin?“
„Kerosin, Aceton, Schwefelsäure, rote Farbe, Rum, Batteriesäure…“
(­Okay, das kommt selten vor. Ist aber schon passiert.)

In vielen Läden:
„­Wegen diesem [Artikel] … ich will ihn.“

Manchmal am Telefon:
„Hier spricht ­Guybrush ­Threepwood, ein mächtiger Pirat.“

Brauche ich sehr oft:
„Geh mich aus’m ­Wech oder ich schneid‘ dir durch!“

Und der Klassiker schlechthin:
„Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!“

Am schönsten sind wirklich die Reaktionen der Menschen, die überhaupt keine Ahnung haben, wovon man da eigentlich redet. Ich würde an dieser Stelle auch gerne noch von dummen Bauern und kämpfenden Kühen schreiben, aber dieser Satz hat es irgendwie nie in meinen Sprachgebrauch geschafft.

Ansonsten ist das Internet natürlich voll mit Anspielungen, ­Tributen, Filmen, Bildern und Sounds. Am berühmtesten dürfte mittlerweile der Monkey Island-Flashfilm von Majus sein. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut dieser Film den Inhalt des ersten Teils wiedergibt.

Während meiner Recherchen für diesen Artikel bin ich außerdem auf ein zweiteiliges Tribute des Youtube-Benutzers Mijoulin gestoßen, welches ich niemandem vorenthalten möchte. Dieses gibt zusammengeschnitten einige sehr kultige Szenen aus dem Spiel wieder. Natürlich ganz ohne gerenderte Grafiken oder Sprachausgabe!

Und wie ist es bei Euch? Seid ihr alt genug und habt wie ich den Hype von Anfang an miterlebt oder habt ihr das Spiel erst später für euch entdeckt? Habt ihr Lieblingszitate? Benutzt ihr ebenfalls Wortfetzen aus dem Spiel in eurem Alltag? Die Diskussionsrunde ist hiermit eröffnet.

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8 Comments

  1. Ich schaudere, ich schaudere. oO

    FEZ: Zuletzt habe ich den Spruch beim Fußball gebraucht. Aber der gegnerische Torwart ließ sich davon leider nicht beeindrucken. Was ja eigentlich ein Zeichen dafür ist, dass dort WIRKLICH ein dreiköpfiger Affe war..

  2. Ja, das war _das_ Spiel schlechthin. Ich brauchte damals unbedingt eine 8bit Soundblaster. Teil 2 des Videos „enthält Content von The Orchard Music und UMG [sic]. Es ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Könnte glatt ein Grund sein, auszuwandern.

  3. Als Monkey Island 1 frisch raus kam, hatte ich noch meinen C64 und irgendwie war die Hoffnung groß, dass es eine Umsetzung geben würde (was im Nachhinein betrachtet Blödsinn war, da schließlich bereits Indy 3 und Loom nicht mehr für den 64er portiert wurden).

    Damals war es in der Power Play (und anderen Spielezeitschriften, die es vermutlich auch gab) gängig, dass Versandhändler als Anzeigen ihre aktuellen Preislisten abdruckten (http://www.kultboy.com/pic/221/). Bei dem ehrwürdigen Wial-Versand hatte sich dann DER Fehler überhaupt eingeschlichen: „The Secret of Monkey Island – C64 – 39,90 DM“. Ich griff natürlich sofort zum Telefonhörer (so hatte man damals noch bestellt) und hatte nach vielen Besetzzeichen schließlich einen hörbar genervten Mitarbeiter dran, der mir schroff mit kurzen Worten erklärte, dass es Monkey Island für den C64 nicht gäbe und niemals geben würde. Arsch, als ob die Sache nicht schon schwer genug für mich war. :(

    Ah, those were the days…

  4. Monkey Island haben damals, keine Ahnung, es war 1990 nur die uncoolen Kinder gespielt die einen PC hatten.

    Vor ein, oder zwei Jahren habe ich es auch mal gespielt und ich muss sagen es ist einfach nur cool.

    Ebenso wie Day of the tentakel, und alles andere aus dem gleichen Haus.

    Indiana Jones geht, doch dort kann man sterben.

    Schade das es so lustige Adventures heute kaum noch gibt.

  5. „Monkey Island haben damals, keine Ahnung, es war 1990 nur die uncoolen Kinder gespielt die einen PC hatten.“

    Bitte was? Monkey Island haben auch und vor allem die coolen Amiga-Kinder gespielt. Die Konsolenkinder natürlich nicht, aber die lebten ja eh in ihrer eigenen Welt. Das Spiel war für mich der erste große Hype, alle außer mir hatten und liebten es. Ich hoffte ja, wie gesagt, vergeblich auf eine C64-Version…

  6. Nun, das war nicht als Beleidigung zu sehen…aber komischerweise hatten damas die uncoolen, die kein Geld für einen Gameboy hatten einen Rechner zu Hause und haben Monkey Island gespielt.

    Keine Ahnung ob es ein PC oder ein Amiga war.

    Mit meinem C64 konnte ich eh nicht mitreden und nur die abgespekte Version von North vs South spielen die auch nicht so cool war wie die Amiga (?) Version.

    Aber lustig war, das diejenigen die dieses Spiel damals neu hatten ihre neuen Freunde eingeladen haben und diese dann zugucken liessen wie sie selber spielten.

    Mein erstes PC Spiel in dieser Richtung war damals, ich glaube es war 1996 Sam & Max.
    Unterhaltsam.

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