gc2011: Interview mit Frederic Schimmelpfennig 8

gc2011: Interview mit Frederic Schimmelpfennig 8

Bereits letztes Jahr hatten wir das Vergnügen, ein großes Nachwuchstalent der deutschen Entwicklerszene zu treffen. Frederic Schimmelpfennig stellte uns damals seinen Debüt-Titel GooseGogs vor, welcher in der folgenden Zeit ziemlich viel positive Resonanz erhielt. Doch wie geht es dem sympathischen Jung-Entwickler in der Post-GooseGogs-Zeit?

Ich hatte die Ehre, Frederic auf der gamescom in einem lockeren Gespräch im Biergarten zu treffen und mit ihm über seine Erfahrungen und Pläne zu quatschen und unser aller Lieblingshobby mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Nachdem Goose Gogs im letzten Jahr für den PC herauskam, galt Frederics Hauptaugenmerk auf der Portierung auf verschiedene Systeme. So ist das knuffige Debüt für iOS erschienen und auch eine Umsetzung für Xbox Live wird angestrebt, nur eine Android-Portierung wird nicht in Betracht gezogen. „Hier ist einfach der Markt nicht ausreichend da.“ Schade eigentlich. Mit der Ausnahme von einzelnen Kleinigkeiten, wie dem Sound, wurden diese Portierungen vom Entwickler selbst vorgenommen. Überrascht war ich, als mir Frederic erzählte, dass eigentlich nur eine Programmiersprache für die unterschiedlichen Systeme gebraucht wurde. Meine Vorstellung sah überforderte Entwickler, die sich in 5 verschiedenen Programmiersprachen auskennen müssten. „Es wird immer einfacher. […] Man programmiert praktisch gar nicht mehr in dem Code, der später auf der Plattform läuft, sondern in einem Pseudo-Code, in einer Skriptsprache und der wird dann entsprechend den Codes auf den einzelnen Plattformen angepasst.“ So ist es möglich, kleine Konzepte in relativ kurzer Zeit und mit geringem Aufwand zu programmieren.

„Die deutsche Indie-Szene ist relativ klein, man kennt sich halt. […] Meistens sind es irgendwelche Studentenprojekte und die wollen halt versuchen in die Branche reinzukommen und die sind dann oft gar nicht an der Vermarktung interessiert – und somit stand ich mit meinem Projekt [Anm.: Goose Gogs] ziemlich alleine da.“

Der Konkurrenzgedanke ist bei den „kleinen“ Entwicklern so gut wie gar nicht vorhanden. Die deutsche Szene nutzt ihre Projekte um sich zu präsentieren, damit sie einen Platz bei den Studios ergattert. So natürlich auch Frederic, der im Moment hauptsächlich Konzepte entwirft, die zum einen seine Fähigkeiten zeigen und vielleicht einen Publisher ansprechen sollen und zum anderen auch als Training für ihn dienen. Wie ein solches Konzept aussieht, zeigte mir Frederic auch prompt und öffnete eine Physik-Simulation, in welcher der Spieler einen Schwarm Kugeln durch das Level bringen muss. „Das ist halt ein Spiel, das in 3-4 Wochen realisiert ist für das iPhone.“ Netterweise hat uns Frederic dieses Konzept zur Verfügung gestellt, sodass ihr euch mal anschauen könnt, wie eine solche Umsetzung aussieht. Bitte habt im Hinterkopf, dass es sich hierbei um kein vollständiges Spiel, sondern nur um ein erstes Konzept handelt. (Download: SwarmG)

Danach zeigte mir Frederic ein weiteres Konzept, das schon ein wenig ausgereifter wirkte und bei dem es darum geht, mit einem zweirädrigen Vehikel über Hindernisse hinwegzukommen. Hier sieht man schon ziemlich gut, welcher grafische und physikalische Aufwand in etwas steckt, das „nur“ als Konzept steht. Auch bei diesem Konzept habt ihr erneut die Möglichkeit auf einen Download, welchen ihr am besten mit einem Xbox-Controller angeht. (Download: „Insert great indie-game title“)


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Die nahe Zukunft verbringt Frederic Schimmelpfennig erst mal mit dem Abschluss seines Abiturs, für das wir ihm selbstverständlich alle Daumen drücken. Was sonst noch ansteht? „Einfach gucken was passiert, einfach alles auf mich zukommen lassen.“ Ein bestimmtes Idol hat der Jung-Entwickler nicht, vielmehr will er selbst zur Legende werden, wie er augenzwinkernd feststellte. Ein eifriges Ziel, für das aber alles ziemlich gut aussieht. Ich bin gespannt, was wir noch von ihm hören werden und freue mich auf ein mögliches weiteres Interview im nächsten Jahr.

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

8 Comments

  1. Da muss ich widersprechen (Natürlich ;-)

    Ein Interview sollte den zu interviewenden in den Vordergrund stellen. Prämisse ist es möglichst gehaltvolle und authentische Antworten zu erhalten. Ihm ist der Platz zu widmen.

    Dafür ist der Fragensteller vonnöten. Um die richtigen Keywords einzustreuen die den Redefluss des Interview-Partners in Gang kommen lassen.

    Das was du schriebst, Freddi, ist beileibe nicht uninteressant. Und es kommen auch Informationen durch.

    Trotzdem möchte ich eigentlich den Herrn Schimmelpfennig kennenlernen. Und das geht nur über das Lesen seiner Gedanken in unredigierter direkter Rede. Und diese wurde nur sehr spärlich und reduziert in den Fließtext eingearbeitet.

  2. Ich kann deinen Wunsch nachvollziehen, aber das Ganze war von Anfang an eher als lockeres Gespräch und einer damit verbundenen Präsentation des Werdegangs von Frederic im letzten Jahr geplant. Vielleicht hast du, epospecht, Recht und ich sollte diesen Artikel nicht als „Interview“ bezeichnen, denn als klassisches Interview war es von Anfang an nicht geplant. Da befinden wir uns aber im sehr unübersichtlichen Feld der Klassifizierung eines Textes und vergessen den eigentlichen Artikel.

    Ich dachte aber bei der Planung im Vorfeld, dass es in dem jetzt vorhandenen Stil deutlich interessanter wäre. Die Informationen die ich im Text eingestreut habe, stammen übrigens von Frederic selbst, ich habe sie nur der Zugänglichkeit halber umschrieben. Natürlich nehme ich dann auch eine Interpretation vor, nehme das aber der Lesbarkeit zuliebe in Kauf.

    Ich habe mich jetzt halt für diesen Stil entschieden und immerhin gefällt es dem Seppuku :)

  3. um den themawechsel über skriptsprachen wieder zu zerstören möcht ich noch was einwerfen.
    Ich glaube kaum, dass du den Interviewenden dadurch jetzt besser oder schlechter kennenlernst, ob das Interview in wörtlicher Rede gehalten ist oder mehr eine fließende „umschreibung“ des genannten. Kennenlernen tust du ihn erst, wenn du persönlich mit ihm sprichst. Da ist mir der vorliegende Stil lieber, da man da sprachliche Mittel wie Ironie oder Übertreibungen oder weiß der gremlin was besser zum Ausdruck bringen kann und damit auch dessen Denke besser reflektieren kann. Bei den dahin geworfenen Sätzen weiß ich immer nciht was ich davon ahlten soll. sagt er das jetzt jedem? ist er grad genervt? müde vielleicht? hat er zu lange nicht mehr zocken können, weil ihn ständig leute anquatschen? ich finde so hab ich den Interviewten zumindest nicht weniger gut kennengelernt.

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