gc13: Wildstar 0

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Bis zur gamescom wollte ich mir diesen MMORPG-Titel aus dem Hause Ncsoft eigentlich gar nicht zu Gemüte führen. Doch es begab sich, dass ich auf dem Showfloor einen Snack zu mir nahm und die auf der gegenüberliegenden Leinwand abgespielten Trailer und Einführungen zu »Wildstar Online« sah. Ich musste einige Male schmunzeln und lachen, da hier wirklich genau mein Humor getroffen wurde. Auch wenn die Mahlzeit schon lange gegessen war, blieb ich dennoch gebannt sitzen, um keines der Filmchen zu verpassen. Von da an war klar: Ich will es anspielen. Gesagt, getan und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

wildstar

Alle genreüblichen Standards sind vorhanden. Zwei verfeindete Fraktionen, die „Verbannten“ und das „Dominion“, kloppen sich um einen Planeten. Erstellt man sein Alter Ego, kann man aus verschiedenen, bekannten Klassen wählen, welche auch die gewohnten Rollen besetzen. Da gibt es den Tank, den Heiler, sowie Fern- und Nahkampf-DD. Dies ist von meiner Seite jedoch nicht als Kritikpunkt zu werten, da diese verinnerlichten Basics den Einstieg erleichtern und ein System, welches schon bei so vielen anderen Titeln funktioniert hat, kann man ruhig übernehmen.

Wildstar

Interessanter sind da schon die Gestaltung des Spiels und die Innovationen. Mir persönlich gefiel der zeitgemäße, comic-hafte Look, aber über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. Jedoch unterstreicht er die Intention der Entwickler, einen Titel zu kreieren, der auf sehr humorige Art und Weise unterhalten soll. Wenn man beispielsweise ein vermeintliches Erzvorkommen mit seiner Hacke abbauen will, allerdings einem getarnten Steinwurm damit den Kopf eingedellt hat, ist das einfach ein witziger Einfall. Wenn er sich dann allerdings sichtlich ärgerlich in seiner vollen Größe präsentiert, sollte man aufhören zu schmunzeln und die Beine in die Hand nehmen.
Neben den normalen Klassen, wählt man in Wildstar Online zusätzlich noch einen Pfad. Welchen man sich aussucht liegt an der Art, wie man spielen will. Haust du gerne richtig großen Monstern auf die Mütze? Dann nehm den Pfad „Soldat“! Erkundest du gerne die entlegensten Orte? Dann ist „Kundschafter“ das Richtige für dich! Fühlst du dich eher als Erbauer und supportest du gerne deine Mitspieler? Werd „Siedler“! Oder interessiert dich, was die Welt im Innersten zusammen hält? Auf „Wissenschaftler“ sollte deine Wahl fallen! Ein Pfad bestimmt jedoch nicht gänzlich deine Erfahrungen, er ergänzt nur auf den Pfad zugeschnittene Spieleinhalte. Es ist auch als Siedler möglich, großen Monstern eins auf die Nase zu geben, man hat jedoch einzigartige Fähigkeiten, sodass man z.B. Einen Questgeber beschwören kann, der besonders gute Belohnungen gewährt. Meines Erachtens dienen die Pfade dazu, Spieler dazu zu bewegen, mehr mit anderen zu kooperieren. Man muss das nicht, es birgt jedoch Vorteile. Eine gute Idee!
Ein weiterer gelungener Einfall ist die Möglichkeit, Angriffen auszuweichen. Denn anders als in MMOs wie beispielsweise WoW, fliegt der Feuerball nicht einfach auf den Gegner, egal wohin er rennt, sondern er fliegt in eine bestimmte Richtung und der Anvisierte kann dem entkommen. Auch im Nahkampf ist es durch seitliches Rollen oder einen Sprung rückwärts möglich, Schaden zu vermeiden. Dieses Prinzip macht Kämpfe generell viel anspruchsvoller und abwechslungsreicher.
Dies gilt nicht nur für die Kämpfe im PvP, sondern auch im PvE. Das ist an sich nichts neues. Viele Gegner in Instanzen oder Events anderer Titel besitzen Fähigkeiten, denen es auszuweichen gilt. In Wildstar Online haben jedoch sowohl die Spieler, als auch die Mobs im Vergleich zu den Schadenverursachenden Fähigkeiten relativ viel Leben. Daraus ergibt sich, dass einzelne Kämpfe länger dauern. Allerdings gestalten sich auch diese sehr abwechslungsreich, da schon die Monster im Startgebiet über mannigfaltige Spezialfähigkeiten verfügen, die man händeln muss. Sollte dies auf den Hauptteil der gegnerischen Schergen zutreffen, erwartet uns kein nervtötetndes leveln, sondern eine sich ständig ändernde Herausforderung.

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Ein Einblick in den Endcontent war mir leider nicht möglich, sodass ich an dieser Stelle kein Statement dazu abgeben kann.

Nun noch ein Wort zu der Art der Finanzierung des Ganzen. Es gibt die Abo-Option. Ich bezahle monatlich einen Betrag xy und habe vollen Zugriff auf alle Funktionen des Spiels. Für diejenigen unter uns, die viel Zeit übrig haben und kein Geld investieren möchten, bietet sich eine andere Möglichkeit. Um seine Spielzeit um 30 Tage zu verlängern, benötigt man C.R.E.D.D. Derjenige mit dem Abo muss sich nicht darum kümmern, da durch seine entrichtete Gebühr standardmäßig seine Spielzeit verlängert wird. C.R.E.D.D. Kann jedoch auch von Spielern gegen Echtgeld erworben und dann im Auktionshaus gegen Spielewährung angeboten werden. Hier haben dann fleißige Knauser die Chance, nur mit Zeit-, aber ohne Geldaufwand an mehr Spielzeit zu gelangen. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass Spiele, die zu mindest eine Abo Funktion anbieten, tendenziell einen besseren Support liefern. Daher begrüße ich diesen Schritt von Ncsoft.


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Summa sumarum lässt dies für mich nur einen Schluss zu: Ich will es spielen! Sowohl das Setting, als auch die Mechanik, als auch die kleinen oder größeren Innovationen haben mich überzeugt. Dazu wird ein Bezahlsystem verwendet, das alle glücklich machen sollte, je nach dem, wie die Prioritäten liegen. Daher meine Empfehlung: Schaut es euch an! Das könnte der nächste große Hit werden.

Gastautor: Moe
Moritz Schneider ist Student der Soziologie und Politikwissenschaft und wird das wohl noch eine ganze Weile bleiben, weil Studieren einfach toll ist; wenn die Uni nicht wäre. Als Verfechter der Thronherrschaft des PCs über alle Konsolen spielt er leidenschaftlich gerne MMORPGs mit Maus und Tastatur und lehnt alternative Steuerungsarten kategorisch ab

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