gamescom 2015: Mafia III 1

gamescom 2015: Mafia III 1

New Orleans, 1968: Lincoln Clay, frischgebackener Vietnam-Veteran, kommt in seine Heimatstadt zurück. Dort findet er prompt Zugang zum Black Mob, welcher ihn wie eine Familie aufnimmt, etwas, was Lincoln seit seiner Kindheit als Waise stets gesucht hat. Jedoch hält die heile Welt des organisierten Verbrecherclans nicht lange, denn der Black Mob wird von der italienischen Mafia ausradiert. Lincoln reagiert, wie es einem verbrecherischen Vietnam-Veteranen, dem die Ersatzfamilie genommen wird, gebührt und begibt sich auf einen Rachefeldzug. So weit die Ausgangslage des frisch angekündigten »Mafia III«.
mafia
Im gemütlichsten Vorführraum der ganzen Messe hatte ich auf der gamescom die Möglichkeit eine Beispielmission des neuesten Ablegers der Mafia-Reihe zu sehen. Dieser wird nicht mehr von der tschechischen Dependance von 2K produziert, sondern vom neugegründeten Studio Hangar 13. Nach dem durchwachsenen zweiten Teil ist dies aber kein schlechtes Zeichen. Im Gegenteil: Was mir geboten wurde, das sah richtig cool aus!

Wie auch die beiden Vorgänger, setzt »Mafia III« das Leben im organisierten Verbrechen in den Mittelpunkt. Sowohl Tommy als auch Vito, Protagonisten der vorherigen Teile, hatten eine Geschichte voller Höhen und Tiefen. Auch wenn zu Beginn alles glatt läuft, so wird im Laufe der Jahre deutlich, dass das glamouröse Leben auch seine Schattenseiten hat. »Mafia III« fängt bei diesen Schattenseiten an und beginnt die Geschichte dort, wo in den Vorgängern die Peripetie war. Das ist ein interessanter Ansatz, auch wenn die Aufstiegsgeschichte der Vorgänger immer genossen habe, aber es schafft Raum für eine ganz neue Art des Aufstiegs, indem dem Protagonisten alles genommen wurde und er somit nichts mehr zu verlieren hat in seinem Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen.
Event
Vom Gameplay her hat sich nicht viel verändert: In einer offenen und sehr lebhaften Welt, geht es vor allem um viel Geballer. Jedoch scheint es so, als wäre die Sandboxwelt von New Orleans nicht mehr nur eine Fassade, die verschleiern soll, dass es sich bei dem Spiel um ein sehr lineares Werk handelt, sondern als wäre die Welt an sich Teil des Spielgeschehens. So gab es in der Beispielmission ein Ereignis, bei dem gezeigt wurde, wie zwei Schwarze von Polizisten belästigt wurden. Lincoln hatte nun die Möglichkeit diesen Personen auszuhelfen, oder aber es einfach zu ignorieren und damit keiner Verfolgung durch die Polizei ausgesetzt zu sein. Was der Vorteil gewesen wäre, wenn er eingegriffen hätte, das wurde mir auf Nachfrage leider nicht gesagt. Es scheint also, als würde man die freie Spielwelt nicht mehr nur als einen geschönten Ladebildschirm verwenden, was eine angenehme Entwicklung ist, denn cool gestaltet war die Welt der Mafia-Spiele schon immer.

Apropos Kulisse: Ja, die ist der Hammer! Als sich Lincoln durch das French Quarter bewegte, ging er an verschiedenen Bars vorbei, die allesamt mit unterschiedlicher Musik für Atmosphäre sorgten. Der Zeitgeist des Jahres 1968 ist gut eingefangen und egal ob Bürgerrechtsbewegung, sexuelle Revolution, Rockmusik oder Drogeneskapaden: Jede ikonische Strömung jener Zeit fand in den 5 Minuten Spaziergang durch das Viertel seine Repräsentation. Die gezeigte Szene war unglaublich dicht in punkto Atmosphäre. Nun kann ich nicht sagen, ob dies nicht nur eine extrem aufgehübschte Version der normalen Stadt ist, aber ich wage es mal, an das Gute in der Präsentation zu glauben. Wenn Hangar 13 das für das gesamte Spiel umsetzen können, dann ist die Stadt mal wieder der Hauptdarsteller des Spiels. Egal was noch kommt!
pew pew pew
Nach dem Spaziergang ging es dann in eine (wunderschöne!) Jazz-Bar, die gleichzeitig ein Versteck der Mafia war. Diese galt es natürlich einzunehmen und nach einem spektakulären Kampf, mit unglaublich brutal gestalteten Takedowns, ging dieses Versteck in den Besitz des Protagonisten über. An dieser Stelle wurde eine Mechanik gezeigt, die exemplarisch für das Gameplay sein dürfte, denn Lincoln hatte nun die Möglichkeit aus einem von drei Lieutenants auszuwählen, welche dieses Versteck nun verwalten dürfen und dafür unterschiedliche Boni parat haben. Es wurde also deutlich, dass sich »Mafia III« ein System von Baseneroberungen angeeignet hat, was hoffentlich nicht komplett die normale Story dominiert. Denn so gerne ich auch die Karte der Stadt mit meinen Farben dominiere, so will ich letztendlich immer noch eine gute Story präsentiert bekommen. Einer der Lieutenants ist übrigens der aus Teil 2 bekannte Vito.

»Mafia III« wirkte wie ein gut choreografierter Gangster-Film: Neben der Mission wirkte alles perfekt aufeinander abgestimmt, das blutige Gemetzel, das im Anschluss an den Spaziergang folgte, war ein krasser Gegensatz zu der Lebhaftigkeit, die einem vorher entgegenschlug. Dieser Kontrast ist es ja aber auch, der die Mafia-Spiele immer so interessant gemacht hat: Auf eitel Sonnenschein folgte stets der tiefe Abgrund. Wenn es Hangar 13 nun also schafft, dieses Gefühl der Swinging Sixties auf das gesamte Spiel aufzusetzen, dann steht uns hier ein echter Brecher ins Haus. Ich war während der Präsentation auf jeden Fall ziemlich sprachlos, denn was mir gezeigt wurde, das war schon extrem geil!

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

1 Comment

  1. Auf das Spiel bin ich auch gespannt. Ich habe die ersten beiden Teile sehr genossen. Ich hoffen nur daß es nicht in eine Art GTA Verschnitt mündet.

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