Durchgespielt: Bravely Second 2

Willkommen zurück in Luxendarc

Durchgespielt: Bravely Second 2

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Vor ein paar Jahren (2012) erschien mit »Bravely Default« ein ziemlicher Knaller im JRPG-Sektor. Das Spiel brachte Retroflair mit sich und wusste diesen geschickt mit aktuellen Standards zu verbinden. Mir hatte damals das Job- und Kampfsystem besonders gut gefallen, weshalb ich auch über die anstrengende (weil repetitive) zweite Hälfte der Story hinwegsehen konnte. Insgesamt war ich aber dennoch ziemlich begeistert von dem Spiel und so kam es dann auch, dass ich mir vom Nachfolger »Bravely Second« die Super-Duper-Mega-Edition gönnen musste als das Spiel Ende Februar erschien. Mittlerweile habe ich das Spiel dann auch endlich mal durchgespielt und will euch hier mal meine Eindrücke schildern.

Storymäßig mehr mäßig als Story

bravely_second_screenshot_1Ich will hier auch direkt mit dem anfangen, was mich am meisten stört: Der Name des Hauptcharakters. Der Protagonist des Spiels heißt nämlich „Yew“. Was sich vielleicht gar nicht so schlimm anhört, wenn man es liest, wird umso grausamer wenn man die (ansonsten wirklich gute) Sprachausgabe hört.

Die ersten 5-10 male ist es noch witzig, dass „Yew“ sich genauso anhört wie „You“, aber nach einer Weile ging mir dieses ach so witzige Wortspiel gehörig auf den Zünder.

Hinzu kommt, dass die Charaktere nicht unbedingt die Allerhellsten sind und stellenweise wirklich sehr naiv und kindisch-dumm handeln. Yew ähnelt mit seiner Art auch leider sehr stark dem Protagonisten des Vorgängers. Das wäre ja eigentlich keine große Sache, aber leider spielt dieser auch eine große Rolle in Second.

Aufgrund dieser Schwächen der Charaktere konnte mich die Story leider nur sehr wenig bis gar nicht fesseln.Viele Dialoge hätte ich am liebsten übersprungen und hätte ich für die optionalen Quests keine neuen Jobs bekommen, dann wären mir diese wohl auch ziemlich egal gewesen.

Die Jobs sind Klasse(n)

Und mit der erneuten Erwähnung des Jobsystems will ich hier jetzt auch mal zu dem kommen, was mich trotz nerviger Charaktere knapp 50 Stunden bei der Stange gehalten hat: Die Möglichkeiten seine Charaktere zu leveln und zu skillen sind praktisch unbegrenzt, denn wie im Vorgänger wählt man direkt 2 Jobklassen deren aktive Fähigkeiten man im Kampf nutzen will. Einer der beiden Jobs wird durch Kämpfe gelevelt und schaltet somit ganz klassisch weitere Fähigkeiten frei. Der zweite Job wird nicht gelevelt, steht aber ebenfalls mit allen bisher freigeschalteten Angriffen zur Verfügung.

Szene aus Bravely SecondNeben den aktiven Fähigkeiten gibt es aber auch noch passive Fähigkeiten, wie beispielsweise Manaregeneration oder die Möglichkeit Waffen auch in der Schildhand zu halten. Da es in »Bravely Second« knapp 30 verschiedene Jobklassen gibt, die sich alle beliebig miteinander kombinieren lassen, kann man beliebig viel Zeit damit verbringen, seine vier Hauptcharaktere nach seinen Wünschen auszustatten.

Kämpfen, kämpfen, kämpfen!

Natürlich muss man für die letzten Stufen eines Jobs viele Kämpfe bestreiten, aber dank des großartigen Kampfsystems macht es in gewisser Hinsicht sogar Spaß, Jobpunkte zu grinden. Es ist nämlich so, dass man sich Presets speichern kann, welche die Charaktere dann jede Runde durchlaufen.

Weiterhin gibt es natürlich genau wie im Vorgänger noch die Brave- und Defaultstrategien. Mit diesen hat man die Möglichkeit bis zu vier Attacken nacheinander auszuführen (Brave) oder zu blocken und somit eine Runde aufzusparen (Default). Man kann also theoretisch 12 Angriffe auf die Gegner prügeln bevor diese überhaupt etwas machen können.

Das ist besonders praktisch, da man gerade in rundenbasierten Spielen viele Kämpfe ab einem gewissen Level meist sehr ähnlich spielt. Gerade beim Grinden macht es so schon fast Spaß, seiner Truppe dabei zusehen zu können, wie sie die Gegner fast von selbst zernichten.

Spielspaß, weil das Spielen Spaß macht

Szene aus Bravely SecondDa ich hier nun so viel vom Kampf- und Jobsystem geschwärmt habe, will ich auch direkt bei den positiven Aspekten des Spiels bleiben. Ich würde sogar fast schon soweit gehen und einzig die Story bemängeln. Was bei einem sehr storylastigem Titel natürlich schon ein ziemlicher Brocken ist. Aber egal:

Die Optik und der Soundtrack machten mir das Spiel jedoch zu einem audiovisuellen Leckerbissen. In den meisten Städten die ich auf meiner Reise betreten habe musste ich direkt Screenshots (hier der Link zum Album im MiiVerse) machen, weil alles so liebevoll gestaltet ist.

Weiterhin hat mir noch sehr gut gefallen, dass man sich im Verlauf des Spiels zunächst nicht alle Jobs bekommen kann. In Sidequests werden immer zwei Klassen vorgestellt zwischen denen man sich dann entscheiden muss. Ich habe vorrangig darauf geachtet, die Klasse zu wählen die mir mehr zusagt, was leider in den seltensten Fällen auch die Entscheidung gewesen wäre, die ich storytechnisch getroffen hätte. Da mir die Story aber wie gesagt ziemlich fix ziemlich egal war, konnte ich da drüber hinweg sehen und hatte folglich noch mehr Spaß Kampfsystem.

In aller Kürze

Auch wenn mir »Bravely Second« letztendlich nicht so gut gefallen hat, wie ich es gehofft hatte bin ich insgesamt eigentlich ganz zufrieden damit. Ich denke wer den ersten Teil mochte, wird auch mit dem zweiten seinen Spaß haben. Im Grunde handelt es sich um eine direkte Fortsetzung der Geschichte, dessen tolle Mechaniken noch erweitert und verbessert wurden. Wer die Reihe nicht kennt sollte aber wohl trotzdem zuerst Bravely Default spielen.

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Patrick ist (Brett)Spieler, Filmenthusiast und Internetmensch. Er trägt gern Bart und trinkt gern Bier. Seit dem NES Classic sitzt er wieder täglich mehrere Stunden auf dem Wohnzimmerfußboden und spielt "noch 5 Minuten" Nintendo. Wie vor 25 Jahren. Patrick ist im Netz weitestgehend als als Herr moep0r unterwegs.

2 Comments

  1. Huups! Ich habe gerade wirklich gedacht, ich wäre im falschen Blog gelandet! Dabei kann ich mir doch deine Blogadresse so gut merken – bei dem eingehenden Namen! :)

    Hab mir ja auch die Super-Duper-Mega-Edition (übrigens ein fulminanter Ausdruck!) geholt, weil ich Bravely Default wirklich ausgesprochen gut fand. Aber genau wie du es beschrieben hast – die Charaktere sind mir eher auf die Nerven gegangen, als dass ich sie ins Herz geschlossen habe. Nach einer knappen Stunde war bei mir die Geduld dann auch vorbei. Vielleicht werde ich es bei Gelegenheit mal wieder zur Hand nehmen, aber wohl nicht in nächster Zeit.

  2. Also wie gesagt, die Story ist echt nicht der Hit, aber man kann sie ja einfach skippen wenn man X drueckt.
    Allerdings duerfte das Leveln der Charaktere dann auch noch stumpfer wirken als es eh schon ist :D

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