Deus Ex: Mankind Divided – Alles beim Alten und doch vieles neu 0

Deus Ex: Mankind Divided – Alles beim Alten und doch vieles neu 0

Deus Ex Mankind Divided

Geht Euch das manchmal auch so? Ihr startet ein neues Spiel und fühlt Euch gleich wie zu Hause. So, als ob man ausgelatschte und bequeme Hausschuhe anzieht. Es passt einfach alles. Genau das Gefühl hatte ich, als ich »Deus Ex: Mankind Divided« das erste Mal angeworfen habe.

Schon lange hatte ich mich auf diesen neuen Teil gefreut und gleich nach dem Release wollte ich unbedingt sofort wieder mit Adam Jensen auf Erkundungstour gehen. Deshalb habe ich das Spiel – allen Unkenrufen zum Trotz – auch vorbestellt. Natürlich bescherte mir das dann auch einen fetten Day One Patch, aber was tut man nicht alles für eine seiner Lieblingsreihen.

Wir schreiben das Jahr 2029 und mein Protagonist Adam Jensen arbeitet inzwischen für die Task Force 29. Diese Spezialeinheit untersucht Terroranschläge gegen Augmentierte oder Anschläge, die angeblich von ihnen ausgehen. Auf meinem Weg durch die Story gibt es jede Menge widersprüchliche Informationen, die analysiert werden müssen und jede Menge Verschwörungen. Zusätzlich bekomme ich es mit einer Reihe von Splittergruppen zu tun, die ihre eigenen Ziele verfolgen und sich gegenseitig und auch Adam Jensen bei seinen Untersuchungen in die Quere kommen. In den ersten Missionen wird deshalb viel (etwas zu viel nach meinem Geschmack) geredet, um Hintergründe zu erklären, was aber nicht immer ganz gelingt. Ganz ehrlich, im Laufe des Spiels habe ich langsam den Überblick über die einzelnen Gruppierungen ein wenig verloren und wer gegen wen oder für wen oder welche Sache kämpft.

Deus Ex Mankind Divided

Trotz des anfänglichen „Eigentlich weiß ich ja schon alles“-Gefühls, habe ich dann doch erst einmal die Tutorials durchgespielt um wieder in die Steuerung reinzukommen und wie fast immer spiele ich auch hier wieder mit dem Controller. Das Tastenlayout des Controllers lässt sich nicht verändern, aber immerhin kann man wählen, ob man mit der Belegung von »Deus Ex: Human Revolution« spielen möchte oder mit einer neuen Belegung. Ich habe mich hier für die neue Belegung entschieden, weil ich mich an die alte ja sowieso nicht erinnert hätte. Die Steuerung mit dem Controller läuft auch sehr flüssig, nur beim Hacken fand ich sie etwas sehr fummelig. Hier musste ich dann leider immer mal wieder auf Maus und Tastatur zurückgreifen.

Ob Stealth-Spieler oder Shooter-Freund – DXMD lässt euch die Wahl

Aber nun zum Spiel selbst. »Deus Ex: Mankind Divided« ist und bleibt für mich ein Stealth-Spiel. Trotzdem wurde nun auch für Spieler, die gerne im Kugelhagel stehen, einiges getan. Coole Waffen, Minen und Granaten stehen jedem zur Verfügung, der das Spiel wie ein Shooter spielen möchte. Auch in der Punktewertung wird hier niemand benachteiligt, deshalb hat man hier nun wirklich die Wahl, wie man vorgehen möchte. Die seltsamen Bosskämpfe von »Deus Ex: Human Revolution«, die so gar nicht zum Spiel passen wollten, gehören jetzt ebenfalls der Vergangenheit an. Vieles lässt sich durch überzeugende Gespräche ohne Waffengewalt lösen und damit wird das Spiel für meinen Geschmack dann fast etwas zu einfach. Ich bin eigentlich nur auf einen einzigen wirklich herausfordernden Bosskampf gestoßen und bin mir am Ende aber unschlüssig, ob ich das nun gut finden soll oder nicht. Etwas mehr Herausforderung könnte nicht schaden, aber vielleicht schraube ich beim nächsten Mal am Schwierigkeitsgrad.

Deus Ex Mankind Divided

Für meinen ersten Durchgang (denn es werden sicher noch 1-2 folgen), habe ich natürlich eine leise Vorgehensweise gewählt. Erster Schauplatz ist Dubai und hier bekomme ich schon einen guten Eindruck, was mich im Spiel erwartet. Die Umgebung ist unglaublich detailreich ausgestattet und bietet mehrere Ebenen für das Vorankommen. Die erste Mission dient hauptsächlich dem Kennenlernen der verschiedenen Grundfunktionen, wie das lautlose Ausschalten und Verstecken der Gegner, die Verwendung des Deckungssystems oder das Werfen von Granaten. Trotzdem ist auch diese Mission bereits spannend und herausfordernd.

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Als nächstes finde ich mich leicht angeschlagen in Prag wieder, wo ich auch den Großteil der weiteren Missionen absolvieren werde. Dort heißt es erst einmal meine Augmentierungen wieder auf Vordermann zu bringen. Ganz ehrlich, Prag  hat mich Anfangs etwas enttäuscht. Die Stadt ist zwar wunderbar ausgestattet und bietet viele verwinkelte Straßen, eine verzweigte Kanalisation und jede Menge Apartments, die ich durchstreifen und erkunden kann, aber mir fehlt in dieser Stadt einfach das dystopische Sci-Fi-Flair, das ich irgendwie nach den mitreißenden Trailern erwartet hatte. Prag ist mir auf den ersten Blick zu brav und bieder, auch wenn man es sich gut in der Zukunft so vorstellen könnte. Es hat etwas gedauert, bis ich mich mit dieser Umgebung anfreunden konnte. Letztendlich haben mich aber dann doch die kleinen Einzelheiten überzeugt.

Viele Wege führen zum Ziel

Es gibt nämlich überraschen viele Möglichkeiten ein Zielgebiet zu erreichen. Ich kann einfach hinter dem Rücken der Polizei in ein Gebäude einsteigen oder mich ungesehen über Balkone und Dächer bewegen oder ich nutze die feuchte Kanalisation um meinem Zielort näher zu kommen. Jedes kleine Gebiet bietet so vieles, was ich bestaunen kann, wie z.B. eine Uhrenladen mit Unmengen von tickenden Wunderwerken, Vitrinen in Apartments, die mit kleinen Sammelobjekten bestückt sind oder auch wieder großartige Lichtobjekte in den verschiedenen Gebäuden. Wer sich die Zeit nimmt, um sich die Umgebung einmal näher anzusehen, kommt hier voll auf seine Kosten.

Das Spiel führt mich in zwei Missionen aber auch noch an weitere Schauplätze, nämlich nach Golem City, ein Ort außerhalb von Prag, in dem Augmentierte wie in einem Ghetto leben, und in eine Fabrik in den verschneiten Bergen der Schweiz. Golem City hat mir dabei mit Abstand am besten gefallen und so hätte ich mir auch einen Großteil des Spiels gewünscht.

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Kaum Neuerungen bei der Spielmechanik

Überraschend in »Deus Ex: Mankind Divided« war für mich auch, wie wenig sich an der Spielmechanik und am Gameplay gegenüber »Deus Ex: Human Revolution« geändert hat. Es gibt ein paar neue Augmentierungen mit zusätzlichen tödlichen und nicht tödlichen Waffen, aber ansonsten ist viel beim Alten geblieben. Das Hacken ist jetzt noch etwas mehr in den Mittelpunkt gerutscht und etwas herausfordernder, mit den entsprechenden Augmentierungen aber durchaus machbar. Das Remote-Hacken, das jetzt als brandneue Augmentierung zur Verfügung steht, ist auf jeden Fall eine coole Erweiterung. Lüftungs- oder Kabelschächte sind für Schleicher auch wieder die Wege der Wahl, um unentdeckt zu bleiben. Allerdings habe ich jetzt auch ein paar mehr Möglichkeiten, mich hoch über den Köpfen der Gegner auf Vorsprüngen oder Rohren fortzubewegen, was eine schöne Bereicherung ist. So praktisch das Robben durch die Lüftungsschächte auch ist, ich habe dabei immer das dumpfe Gefühl etwas zu verpassen oder zu übersehen.

Abweichend von den wenig abwechslungsreichen Zielen der Missionen – „Durchsuche das Apartment von Person XYZ“, „finde Information 123“ oder „stelle Person ABC zur Rede“ – hatte ich jetzt auch einmal den Auftrag, während einer Veranstaltung alle Wachposten auszuschalten oder in einer virtuellen Umgebung nach Daten zu suchen. Vor diesen neuen Zielen hätte es ruhig noch mehr geben dürfen.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass »Deus Ex: Mankind Divided« ein würdiger Nachfolger von »Deus Ex: Human Revolution« ist, der mit neuen coolen Augmentierungen und einer üppig ausgestatteten Spielumgebung aufwartet. Egal ob man es als Stealth-Spiel oder als Shooter spielt, das Spiel wird dieses Mal wirklich beiden Genres gerecht.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass »Deus Ex: Mankind Divided« irgendwie mit einem Cliffhänger endet? Immer wieder war von einer geheimnisvollen Stadt Rabi’ah gesprochen, in die ich aber keinen Fuß setzen durfte. Ich vermute also ganz stark, dass die Abenteuer mit Adam Jensen noch lange nicht zu Ende sind.

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Auf ZwO Expertin für Stealth und Sneaky Games (ab und zu darf aber auch mal ein reinrassiger Shooter oder ein Horror-Spielchen dazwischen sein).

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