Avenging Angel – Ein Racheengel nimmt Fahrt auf 0

Avenging Angel – Ein Racheengel nimmt Fahrt auf 0

Ich möchte mich ja nicht als Trüffelschwein bezeichnen, aber manchmal wühle ich mich ganz gerne durch den immens großen Haufen an Indie-Spielchen, immer auf der Suche nach kleinen Leckerbissen. Während ich in den letzten Wochen also lustig am Suchen war, hat sich das kleine Entwicklerstudio Dark Amber Softworks aus Finnland bei mir vorgestellt, das gerade ein Steampunk-Adventure »Avenging Angel« in Arbeit hat. Auf Steampunk springe ich immer gleich an und weil es von »Avenging Angel« bereits eine Demoversion gibt, habe mir das Spiel gerne näher angesehen.

Sofort fällt mir auf, dass in das Demopaket nicht einfach nur das Spiel an sich reingeklatscht wurde. Zusätzlich bekomme ich nämlich noch ein kleines, schön gestaltetes Benutzerhandbuch zur Demoversion und eine weiteres Booklet mit zusätzlichen Details zum zukünftigen Setting und einigen weiteren Hintergrundinformationen. Der erste Eindruck ist deshalb schon einmal sehr positiv. Hier handelt es sich um ein Spiel, das wirklich von Herzen kommt und hinter dem das gesamte Entwicklerteam steht.

»Avenging Angel«, das übrigens als FPS konzipiert wurde, spielt rund 10.000 Jahre in der Zukunft und die heutige Zeit ist längst in den Bereich der Mythen übergegangen. Die Erde besteht fast gänzlich aus Ödland und es existieren nur noch ein paar kleine menschliche Bastionen. Schauplatz des Spiels ist “Thunderhead Point”, eine kleine Insel, die eine alte geheime Militär- und Fabrikanlage und ein Forschungszentrum beherbergt und offiziell gar nicht existiert.

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Um die Geheimnisse von “Thunderhead Point” aufzudecken, werde ich im endgültigen Spiel zwischen zwei Spiel-Charakteren wählen können: Vincent Recraven und Amity Sigrune. Beide Charaktere sind gewöhnliche Mechaniker, die allerdings noch weitere, teils übernatürliche Fähigkeiten, wie z.B. Hacken oder Alchemie mitbringen. Ob und wie sich die Wahl des Charakters auf das Spielgeschehen auswirkt, habe ich bis jetzt nicht herausfinden können, aber ein paar Dinge dürfen bei einer Demo ja auch noch offen bleiben.

In der »Avenging Angel« Demo gehe ich aber erst einmal als Vincent Recraven auf Abenteuersuche und weil ein Intro fehlt, lese ich mir die Vorgeschichte im beigefügten Handbuch durch.

Vincent Recraven befindet sich gerade auf dem Luftschiff “Pillar of Summer” über dem Atlantik und fliegt in den gesperrten Luftraum von „Thunderhead Point“ ein, als plötzlich auf der Insel die technische Anlage Facitity XI nicht mehr auf Anfragen antwortet. Das oberste Kommando hält es für eine gute Idee, ihn dort gleich für die allfälligen Reparaturarbeiten abzusetzen, während das Luftschiff zum Hjerte Aerodome weiterfliegt um Fracht abzuladen und aufzutanken.

Da sich bei Facility XI eventuell fehlerhaft funktionierende Maschinen oder Roboter herumtreiben könnten, bekommt Vincent noch ein paar nützliche Waffen mit auf den Weg. Trotzdem ist Vorsicht und Diskretion angesagt, denn aggressives Verhalten gegenüber untereinander verlinkten mechanischen Einheiten kann das gesamte System feindselig stimmen und die Existenz der Insel soll ja auch geheim bleiben.

Schon bald stellt sich heraus, dass es sich hier nicht im Entferntesten um einen Routinejob handelt. Mein Protagonist wird plötzlich in einen internationalen und metaphysischen Konflikt verstrickt, entschlüsselt verbotene historische Dokumente, deckt Dinge zu einer längst vergessenen Tragödie auf und sucht am Ende die Antwort auf die Frage der Existenz.

Soweit zur Story, aber jetzt zum Spiel selbst. Ich finde mich auf der zunächst unbewohnt scheinenden Insel in einem herbstlichen Wald wieder. Vögel zwitschern und Laub liegt auf dem Weg vor mir und alles sieht mal wieder verdächtig ruhig aus. Nach ein paar Schritten durch den Wald stoße ich auf einen kleinen Bach und in der Ferne sehe ich seltsame Anlagen mit sich drehenden Propellern. Für eine Demo macht die Grafik erst einmal einen guten Eindruck obwohl im Detail einiges noch verschwommen aussieht. Auch das klare Wasser im Bach wirkt noch etwas unnatürlich. Dark Amber Softworks beteuert aber, dass hier noch an Verbesserungen gearbeitet wird.

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Bei meiner zunächst planlosen Wanderung, bei der ich von einem sphärischen Soundtrack begleitet werde, finde ich eine halb zerfallene Hütte, in der ich das Öffnen und Schließen von Schranktüren und das Einsammeln von Gegenständen üben darf. Gesteuert wird übrigens mit Tastatur oder Controller, wobei die Controllersteuerung noch nicht in allen Bereichen der Demo implementiert ist. Alles funktioniert hier aber einwandfrei und auch das Inventar ist selbsterklärend und übersichtlich gestaltet. Als nützliches Gadget habe ich übrigens eine besondere Brille „Google Glass“ dabei, mit der ich verborgene Gegenstände oder weitere Hinweise entdecken kann. Damit habe ich dann auch bald einen Mechanismus gefunden, mit dem ich eine versteckte Falltür im Boden öffne. Eine schmale Treppe führt in ein schummeriges Kellergewölbe, in dem mich nun weitere seltsame Apparaturen und Rätsel erwarten.

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Alles ist schön steampunkig und dystopisch gemacht und lässt erahnen, wie cool das fertige Spiel aussehen könnte. Ich sammle auch ein paar alte Dokumente, aus denen ich entnehmen kann, dass sich in den jetzt verlassenen Kelleranlagen wohl seltsame Dinge abgespielt haben. Kaum habe ich in der Hütte alles erledigt und marschiere eifrig weiter, schon bekomme ich einen kleinen Vorgeschmack auf die mechanischen Gegner, die hier auf der eigentlich so idyllischen Insel auf mich lauern. Durchgeknallte Roboter stellen sich mir in den Weg, aber das bereits gut funktionierende Nahkampfsystem ist hier auf meiner Seite und schon liegt nur noch ein rostiger Haufen Schrott vor meinen Füßen. Ja, genau, ich kann meine Füße und den Rest meines Körpers sehen. Das ist ja für einen FPS auch nicht unbedingt selbstverständlich und deshalb umso erfreulicher.

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Ich hätte an den angriffslustigen Robotern übrigens auch vorbeischleichen können, denn diese Option bietet die Demo und das spätere Spiel ebenfalls. Jeder kann also wieder seine bevorzugte Vorgehensweise wählen, wobei ich den Eindruck hatte, dass das Schleichen in der Demo noch nicht so richtig implementiert ist.

»Avenging Angel« soll mich ja später auch in eine metaphysische Ebene entführen, davon war in der Demo aber leider noch nichts zu sehen. Trotzdem hat mir die kurze Demo jedenfalls schon mal viel Spaß gemacht und sowohl die Grafik, der Soundtrack als auch die Steuerung zeigen für mich eine gute Basis für ein solides Spiel. Mir persönlich würden ein wenig mehr Jugendstilelemente gut gefallen, aber so etwas ist ja wie immer Geschmacksache. Wer Steampunk mag und sich bei einem Adventure nicht an Shooter-Einlagen stört, der kann sich hier auf gute Unterhaltung freuen.

Bis wir die Vollversion von »Avenging Angel« spielen können müssen wir aber noch ein paar Wochen warten. Ende 2014 oder Anfang 2015 soll es erscheinen. Einen genauen Termin gab Dark Amber Softworks noch nicht bekannt, bemüht sich aber derzeit bereits um ein Greenlight bei Steam.

Wer sich jetzt die Demo selbst einmal ansehen möchte, kann sie hier auf IndieDB herunterladen.

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Auf ZwO Expertin für Stealth und Sneaky Games (ab und zu darf aber auch mal ein reinrassiger Shooter oder ein Horror-Spielchen dazwischen sein).

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