Angespielt: Deponia 7

Angespielt: Deponia 7

Ausnahmsweise gibt es (vorerst) mal kein ausführliches Review, sondern ein kurzer, erster Eindruck zu Daedalics neustem Adventure Deponia. Das hat ganz einfach den Grund, dass ich Deponia bis zum Release nicht durch haben werde, ihr aber gerne vorher wissen wollt, ob ihr es euch kaufen sollt. Die kurze Antwort lautet: Ja!

Die lange Antwort lautet: JA!!!!!

Für die ganz ausführliche Antwort muss ich ein bisschen ausholen. Deponia ist ein dystopischer Schrottplanet und der Lebensraum der Unterschicht, die ganz wie in Das fünfte Element in den unteren Etagen im Müll wohnt. Oben in Elysium leben die Menschen im Überfluss, müssen nicht arbeiten und genießen ihr Leben. Unten, im Dorf Kovaq, tut Rufus das Gleiche, nämlich nicht arbeiten und das Leben genießen. Zufrieden ist er dennoch nicht und so versucht er immer wieder aufs Neue, dem Müll zu entkommen. Das klappt auch direkt recht gut, sehr zur Überraschung der Einwohner Kuvaqs. Doch schon bald hat der tragische Held wieder Müll unter den Schuhen. Das kommt davon, wenn man ein so weiches Herz hat und sich für bedrohte Elysianerinnen einsetzt. In diesem Fall ist die hübsche Goal Ziel seiner Sehnsucht, die aus dem Organon-Kreuzer, einem vermutlich elysianischen Transportmittel auf das sich Rufus geschmuggelt hat, auf den deponischen Boden der Tatsachen fällt.

Unten angekommen, will der Bürgermeister entscheiden, wer sich der bewusstlosen Schönheit annehmen soll. Die ersten Stunden in Deponia verbringt man damit, ein Heilmittel zu finden, das Goal erwachen lässt. Gleichzeitig möchte man natürlich offiziell mit der Obhut des schönen Wesens betraut werden – viele Baustellen auf einem Haufen. Rufus rennt folglich umher, sammelt alles ein, was nicht festgeschweißt ist, redet mit jeder Person und kombiniert wild im Inventar, bis der Kaffee aus Schwarzpulver, Batteriesäure und Pepperoni gelungen ist, Goal in seinen Armen liegt und sie zusammen auf dem Weg ins gelobte Land, also Elysium, sind.

Der Schwierigkeitsgrad ist generell genau richtig, auch wenn ich derzeit an einer Stelle festhänge und einfach nicht weiterkomme. Wo bleibt der Walkthrough? Ich bin wohl einfach zu blöd für Point-and-Clicks.

Deponia präsentiert sich als klassisches Point-and-Click im Monkey-Island-Stil und überzeugt, wie von Daedalic gewohnt, mit exzellenter Sprachausgabe, abgedrehtem Humor und wunderschönen, handgemalten Hintergründen.

In der Reihe der Daedalic-Adventures ist Deponia optisch und technisch bisher das beste Spiel, auch wenn es leider (wieder) ein paar kleine Mängel bei der Technik gibt. So sind die Systemanforderungen für ein 2D-Adventure verhältnismäßig hoch und selbst mein nagelneues Notebook stößt im Fullscreen schon an seine Grenzen. Abstürze kommen ebenso vor wie Bugs, bei mir zum Beispiel ein Screen, der bei jedem Betreten eines neuen Ortes komplett schwarz war. Hier half nur ein Neustart. Ärgerlich, aber kein Weltuntergang.

Deponia zieht schon in seinen Bann während der Vorspann über den Monitor wandert. Es ist unglaublich schön und witzig, das beste Daedalic-Game bisher und für mich schon jetzt ein ganz heißer Anwärter auf mein Spiel des Jahres 2012. Daedalic-Fans muss man das zwar nicht explizit sagen, trotzdem: kauft euch Deponia ab dem 27. Januar, ihr werdet es ganz bestimmt nicht bereuen! Für knapp 30 Euro bekommt ihr ein tolles Adventure und noch einen Soundtrack sowie ein Poster oben drauf. Was will man mehr?

Ich habe für euch die ersten paar Minuten von Deponia aufgenommen. Ich hatte eigentlich vor, ein Let’s-Play-Video zu machen, aber dazu muss man mit verstellter Stimme alle Aktionen ganz witzig kommentieren und das war mir dann doch zu viel Arbeit. Was man für einen High-End-Rechner benötigt, damit das Intro-Video von Deponia ruckelfrei läuft: keine Ahnung. Bei mir funktionierte es nur manchmal, bei der Aufnahme des Videos aber leider überhaupt nicht. (2,3GHz, GeForce mit 1GB Speicher, 6GB RAM…)

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

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