Angespielt: Homefront 3

Angespielt: Homefront 3

Die Gemüter spalten sich bei THQs neustem Machwerk. Auf der einen Seite wird Homefront schon als Konkurrenz für Call of Duty und Battlefield diskutiert, an anderer Stelle geht es aber um verpatze PR-Aktionen oder die fragwürdige Hintergrundgeschichte. Das Interesse meiner Wenigkeit wurde besonders durch das Setting geweckt. Homefront greift einen alternativen Geschichtsverlauf auf, in dem sich Nord- und Süd-Korea verbinden und die Vereinigten Staaten überlaufen. Man selber tritt 2022 ins Geschehen ein, natürlich als Amerikaner der sein Heimatland verteidigen will. Futuristisches Amerika in Trümmern kommt einem aus Fallout bekannt vor und ist auf der Liste der ausgelutschten Ideen nicht zu weit oben. Ich habe mich schon mal für ungefähr eine Stunde an das Spiel gesetzt um euch anhand der ersten Mission ein Bild von der Heimatfront zu bieten.

Leider wird einem zu Beginn schon klar: hier wird von Haus aus nur hohler Schooter-Schranz geboten. Nicht neues, nichts besonderes. Man ist im Diner gefangen, schießt sich seinen Weg an Soldaten vorbei, zielt mit ferngesteuertem Raketen auf Panzer und platziert C4. Ducken, schießen, ducken. Das ganze Prozedere steht schon Dutzend mal in meinem Lebenslauf und eigentlich habe ich auch kein Interesse mehr an diesen aufgewärmten Mahlzeiten. Selbst die stimmungsvoll gemeinte Busfahrt zu Beginn des ersten Kapitels ist halt nur nett gemeint, lässt aber den Nachgeschmack zurück, dass hier ganz stark bei Call of Duty 4 abgeschaut wurde.

Dabei sollten doch gerade die ersten Minuten eines Spiels fesselnd sein; die verzaubern und den Spieler in seinen Bann ziehen. Da wäre zum Beispiel das Intro zu Resistance 2, das die Alien-Invasion über San Francisco zeigt (Video) oder der Auftakt zum Klassiker Half Life, in dem man den Unfall in Black Mesa live miterlebt (Video). Im harten Kontrast wird der Padhalter bei Homefront eher mit unfairen Granaten und noch unschöner Melee-Reaktion abgestraft. Gestorben bin ich nämlich in 60 Minuten öfters als in 40 Stunden Dragon Age 2.

Nur für einen kurzen Moment zwischen den ersten Missionen finde ich mich in einem provisorischen Lager wieder, welches mit Flair der kontaminierten Siedlungen in Fallout daherkommt und positiv ins Bild fällt. Doch schon die dürftige Interaktion mit den Bewohnern lässt die Hoffnungen auf jegliche Tiefe sterben. Dennoch ruht nur in dieser Stelle meine Hoffnung an den Titel. Neben dem Schooter-Brei sollte auch etwas Gefühl und Stimmung des Schlachtfelds in der Nachtbarschaft vermittelt werden. Potenzial hat die gut gestrickte Kriegsgeschichte um Kim Jong-uns Angriff auf jeden Fall.

Vielleicht urteile ich ein wenig früh über das Spiel, aber darf man Gerüchten glauben, ist beim Singleplayer nach 5 Stunden schon die Luft raus und im Moment habe ich kein Interesse das Spiel überhaupt erneut einzulegen. Über den Multiplayer-Modus möchte ich an dieser Stelle überhaupt nicht urteilen, da ich nicht der Typ dafür bin und bestimmt jemand anders hier der Aufgabe mehr gewachsen ist. Sicher ist nur, dass Online-Spieler wahrscheinlich andere Genugtuung aus Homefront schöpfen können als in der Kampagne.

Geht ihr an die Homefront?

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3 Comments

  1. Ich werde auf jeden Fall an der Heimatfront kämpfen, aber etwas später im Monat. Mit dem Shooter-Einheitsbrei komme ich eh besser zurecht :-)

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