Gastartikel: The Deadly Tower of Monsters 0

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screenshot the deadly tower of monsters

Ich hatte keine Ahnung, was mich bei diesem Spiel erwarten würde. Ein Turm voller Monster mit B-Movie-Flair und Referenzen aus Filmen bei deren Veröffentlichung ich noch nicht einmal geboren war. Meine Verwirrung hat sich aufgeklärt — wie der Nebel auf Altair-IV.

Hinter dem »Deadly Tower of Monsters« steht das Studio ACE-Team, bekannt für Spiele wie »Zeno Clash« und »Abyss Odyssee«. ACE neigt zu ungewöhnlichen Spielen und auch dieses Mal haben sie sich ein besonderes Setting einfallen lassen. Ich kenne zumindest kein weiteres Spiel, das einen Sci-Fi-Film aus den 60ern nachstellt.
Dabei haben sie den Look genau getroffen. Zumindest soweit ich es beurteilen kann. Am nächsten zu dieser Art Film kommen die wenigen Folgen der alten Star-Trek-Serie, die ich gesehen (und genossen) habe. Genau wie diese alten Episoden besitzt das Spiel einen gewissen Charme. Die Bäume sehen nicht echt aus, Pfeile durchstoßen den Charakter nicht sondern prallen an ihm ab und die Monster wirken wie kostümierte Schauspieler.

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Gegen die visuellen Effekte ist nichts definitiv nichts einzuwenden. Ich bin mit der Grafik und Leveldesign absolut zufrieden.

Die Konsequenz mit der das Spiel diese Idee zu Ende führt ist großartig. Jedes Detail sagt dir: “Guck mich an, ich bin alt, eben aus einer anderen Zeit, und auch deswegen ein bisschen komisch, aber cool irgendwie.
Die visuellen Effekte sind dabei keineswegs auf der Strecke geblieben. Die Kamera flackert ein bisschen und bestimmte Stellen oder Fähigkeiten sehen großartig aus. Jeder Spieler wird die Fingerabdrücke auf der Kameralinse bemerken, schließlich wickelt der Erzähler diese Entdeckung in eine kleine Geschichte ein.

Dieser Erzähler spielt in »The Deadly Tower of Monsters« eine wichtige Rolle. Schon bevor das Menü erscheint begrüsst Dan Smith, Regisseur, mich zu seinem Filmkommentar. Diese Art der Erzählung gab es auch in anderen Spielen schon; »Bastion« gehört zu den bekanntesten Vertretern der letzten Jahre und hat einen der besten Erzähler überhaupt. »Thomas was alone« ist ein anderes Spiel mit Erzähler, bei dem ich ein warmes Gefühl im Bauch bekomme, wenn ich daran denke. (Ich habe es in einem meiner Blogeinträge erwähnt.)

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Eine rosa Tentakelpeitsche. Ich weiß nicht, ob das ein Gag sein soll oder einfach nur ein komische Waffe. Das gilt auch für den Erzähler, der immer irgendwo zwischen Kritik und Gag schwebt.

Leider erreicht der Erzähler des Spiels nicht die Brillanz von »Bastion« oder »Thomas Was Alone«. Er ist ein Arsch und das soll er auch sein. Seine Witze sind aber nur bedingt lustig, im besten Fall habe ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Viel faszinierender war es zu sehen, wie viel Zeit die Sprecher in Szenen investiert haben, die der Spieler vielleicht nie zu hören bekommt. Vor allen Dingen, wenn ich stehen blieb um mir Notizen zu machen, ließ sich das Spiel allerlei Kommentare einfallen.

Manchmal wird aus den Kommentaren auch nicht klar, ob das witzig gemeint war oder eine Kritik an Filmen, Medien oder Videospielen sein soll. Manchmal ist der Aspekt klar, passt aber überhaupt nicht in das Spiel oder die Zeit darüber zu grübeln ist zu knapp. Während einer der Endgegner auf den Spieler einprügelt, neigt der Erzähler zu einem Kommentar über Sexismus in Filmen, für den der Spieler in dem Moment gar keine Geduld hat.

Die Endgegner sind nämlich ziemlich gut gemacht. Sie sind nach der alten Schule, mit leuchtenden Kugeln auf die geschossen werden darf und mit mehreren Phasen. Sie sind nicht super schwer, das heißt ich habe die ersten drei in einem Anlauf geschafft, musste mich dabei aber konzentrieren.

Ansonsten gilt für das Gameplay, genau wie das Setting und die Grafik, es geht ungewöhnliche Wege. Dabei ist es zwar weniger Innovativ als das Setting, nutzt aber seine Gegebenheit gut aus. So wird es zu einem wichtigen Element, immer wieder vom Turm runter zu springen. Das ist absolut kein Problem, da die Charaktere praktischerweise einen Teleporter dabei haben, der einen gleich wieder hoch teleportiert. So ist es auch weniger schlimm, wenn die Rolle zum Ausweichen über den Rand der Plattform hinaus führt.

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»The Deadly Tower of Monsters« ist ein gutes Spiel. Es ist nicht großartig, aber wenigstens mit einer tollen Idee versehen und es spielt sich locker entspannt weg. Der Erzähler ist eigentlich das größte Manko an dem Spiel. Ich wünschte, die Autoren hätten sich getraut ohne die komischen Kommentare aus dem Off leben zu können und der eigentlichen Geschichte mehr Raum zu geben. Sie ist schön bescheuert und absolut liebenswert — eben genau wie die alten Folgen von Star Trek.

Über Robert
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