Steam und Battle.net für den Mac 8

Steam und Battle.net für den Mac 8

Bisher waren die Videospiele für viele Benutzer ein Hauptargument für den Kauf eines Windows-Rechners. So langsam scheint aber ein frischer Wind zu wehen: Neben der Ankündigung, dass Valve seine Distributionsplattform Steam für den Mac veröffentlicht, zieht Blizzard nun nach und bestätigt die Konvertierung seiner Online-Plattform Battle.net auf die Systeme mit dem Apfel. Zwar war es bis dato auch schon möglich Windows Spiele auf dem Mac zu betreiben, dies war allerdings mit einigem Aufwand verbunden, sodass es für Mac-User in Zukunft sehr viel einfacher wird bei den Gesprächen der zockenden Kollegen mitzuhalten.

Sowohl Steam als auch das Battle.net sollen im April für den Mac veröffentlicht werden. Im Bezug auf das Battle.net bedeutet dies, dass die bereits für den Mac angekündigten Spiele Diablo III und Starcraft 2 auch in den vollen Genuss der Online-Funktionen kommen. Die Portierung des Battle.net auf den Mac war bis dato ein offenes Geheimnis, nur das Datum stand noch nicht fest.

Überraschend kommt dieser Schritt sicherlich nicht: Der Mac hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Lifestyle-Computer Nr. 1 entwickelt. Wer heutzutage hip sein will und irgendwas mit Design macht, der braucht ein System mit einem angebissenen Apfel zum Logo. Infolgedessen wuchs auch die durch Spiele angesprochene Zielgruppe rapide an. Die native Einbindung von PC-Spielen auf den Mac-Systemen ist also ein durchaus logischer Schritt zur Erschließung weiterer Märkte.

Es gibt aber auch eine weitere Schlussfolgerung, die auch für uns PC-Spieler interessant ist: Dass der Computer als Plattform für Videospiele tot ist, muss man sich schon seit Jahren anhören. Dass sich jetzt allerdings zwei Traditionsunternehmen dafür entscheiden den Mac als Plattform zu erschließen, bedeutet letztendlich auch, dass zumindest diese beiden Unternehmen den Heimcomputer noch nicht abgeschrieben haben, da eine Portierung PC->Mac/Mac->PC doch sehr viel einfacher ist, als vom Computer zur Konsole. Wir, die lieber am Schreibtisch zocken, können also beruhigt aufatmen, denn der Computer scheint noch lange nicht tot zu sein!

Previous ArticleNext Article
Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

8 Comments

  1. Einen anderen interessanten Punkt hast du vergessen – wie sieht die Zukunft von directx aus, wenn Spiele demnächst doch auch auf dem Mac erscheinen sollen? Ich kann mir vorstellen, dass dort auch wieder Alternativen zur Microsoft Lösung im Raum stehen werden, vielleicht sogar wieder OpenGL?

  2. @FrankS: Spannende Frage, da hast du Recht. Hab ich gar nicht drüber nachgedacht. Ich gewinne aber derzeit das Gefühl, dass DirectX durch Microsoft derzeit ein wenig unterbuttert wird. Spätestens seit dem DirectX10-Flop mit der alleinigen Unterstützung durch Vista und den auch über DirectX9 funktionierenden Effekten.

    Ich denke also wie du, dass es (zum Glück) wieder Alternativen zu DirectX geben wird. Wie die genau aussehen? Keine Ahnung…

  3. @oqpie: Wenn sie schlau wären am besten gar nicht. Was ich mir aber irgendwie vorstellen könnte, ist ein System bei dem Apple die Qualität der Spiele vorab überprüft, bevor sie auf den Markt kommen, sollte die Zahl der veröffentlichten Spiele rapide zunehmen. Ich hoffe aber mal für die Mac-User, dass dies nicht der Fall sein wird!

  4. „Der Computer scheint noch lange nicht tot zu sein!“ – Das ist zwar richtig, aber ich habe das Gefühl, die Publisher wünschten, der PC wäre tot.

    Wenn ich mir alleine ansehe, was bei GTA IV für ein MONSTERRIESENGIGAAUFWAND nötig war um das Spiel mal zu starten, bin ich froh, ne 360 zu haben. Irgendwie vermute ich auch, dass da Absicht dahintersteckt.

    Außerdem habe ich auch ehrlich gesagt keinen Bock mehr PC-Spiele zu kaufen. Ich bin bisher immer nur heftig gefi*kt worden. Musste mich mit Bugs rumschlagen, hatte immer die falsche Hardware (ihr wisst schon, mal läuft ein Game auf ner Nvidia Karte besser, mal auf ATI). ETC…

    Versteht mich nicht falsch. Vom Feeling her gibt es nix geileres als am PC zu zocken, daran ändert auch ein 47″ Screen im Wohnzimmer nichts. Aber ich bin es wirklich leid, dass man nicht wie früher das Spiel einfach nur installiert und loslegt.

  5. @Gilly: Für die Publisher gäbe es eh nichts besseres als eine Spieleplattform, das würde die Entwicklungskosten enorm reduzieren. Noch viel besser wäre es, wenn dann für diese eine Plattform nur noch Sequel „xyz“ produziert werden müsste – Ein Traum und ein Hoch auf die ewigen Cashcows.

    Der Wunsch der Publisher den PC als Spieleplattform zu töten ist seit Jahren immer wieder geäußert worden. Hat es was dran geändert? Nein: Ein Großteil der Spiele erscheint immer noch für den PC, welcher munter wie eh und je sein Unheil treibt.

    Dass Spiele nicht auf Anhieb einwandfrei laufen betrifft auch immer stärker die Konsolen, welche einem ständigen Patchwahn unterliegen. Das finde ich mehr als erstaunlich, denn schließlich gibt es dort nur die eine Hardware-Grundlage. Vielleicht unterscheiden sich Kleinigkeiten wie Festplatten-Größe oder Chipsatz, aber die Menge an unterschiedlichen Möglichkeiten ist dennoch gering. Ausgehend davon denke ich vielmehr, dass die Entwickler Opfer der Verbreitung des Mediums Videospiele geworden sind: Mehr Käufer bedeuten einen größeren Markt bedeuten eine größere Gewinnmöglichkeit bedeuten einen größeren Geld- und Termindruck.

    All die Probleme die wir PC-Spieler aktuell erleben, werden auch immer stärker auf die Konsolen zutreffen, weil diese auch immer komplexer werden und durch die Möglichkeit einer Post-Optimierung auch nicht mehr 100% perfekt ausgeliefert werden müssen!

  6. Dann kann man also als Fazit sagen, dass sich die Branche nicht ausführlich genug mit Debugging und Tests beschäftigt, weil der Publisher ständig die Knarre im Anschlag hat wegen dem Release Termin…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: