Schrottwichteln: Ein Hoch auf den Mopp 0

Schrottwichteln: Ein Hoch auf den Mopp 0

Mein Schrottwichtelspiel habe ich dieses Jahr von Ralf bekommen. »Viscera Cleanup Detail: Santa’s Rampage« ist da mit Schwung in meiner Spielebibliothek gelandet.

Um es gleich vorauszuschicken: Es hätte viel schlimmer kommen können. Es hätte ja auch wieder ein Zombiespiel sein können oder ein nerviger Plattformer, bei dem ich über den ersten Level nicht hinauskomme, wie ich mich wieder zu blöd anstelle. Also bin ich doch recht positiv gestimmt an das Spiel herangegangen. Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail.

Viscera Cleanup Detail

Immerhin habe ich hier den Vorteil, dass ich das Originalspiel, das ein völlig versifftes Raumschiff als Spielumgebung hat, schon einmal gespielt habe und deshalb hier quasi als Profi *hust* einsteigen kann.

Also dann mal ran an den Wischmopp und losgeschrubbt. Das Spiel überfordert nicht mit irgendwelchen unübersichtlichen Skillbäumen, unzähligen Nebenquests oder ausgefeiltem Vorgehen. Ich habe nur die eine einfache Aufgabe zu erledigen, nämlich alle Überreste eines Gemetzels zu beseitigen, alles zu putzen und wieder aufzuräumen. Klingt einfach, ist aber ziemlich herausfordernd. Die Handhabung von Schrubber und Wassereimer will da schon genau koordiniert werden und auch die herumliegenden Einzelteile der gruseligen Weihnachtselfen sperren sich teilweise gegen die allfällige Entsorgung.

Nur allzu leicht latscht man mit schleimigen Gummistiefeln wieder durch gerade penibel saubergeputzte Ecken und man darf wieder von vorne anfangen. Da muss ich mir schon eine entsprechend ausgefeilte Taktik zurechtlegen. In dieser Hinsicht nimmt das Spiel einen ernst und bietet spannende Herausforderungen. Wie lange bleibt der Teppich jetzt sauber, wenn ich da nochmal drüber laufen muss? Zuerst alle Leichenreste beseitigen und dann putzen oder umgekehrt? Schon nach kurzer Zeit stehe ich diesen lähmenden Fragen gegenüber und merke, dass diese grundlegenden Entscheidungen, den Spielverlauf erheblich beeinflussen können. Und immer diese Angst im Nacken: Habe ich mich jetzt richtig entschieden oder war doch alles umsonst?

Viscera Cleanup Detail

»Viscera Cleanup Detail: Santa’s Rampage« erwischt mich voll auf der psychischen Ebene: Habe ich wirklich alles geputzt? Liegen noch irgendwo Leichenteile, die ich noch nicht entdeckt habe? Muss ich den Whiskey, der überall herumsteht, auch noch entsorgen? Alles das setzt mich unter Druck, so dass ich bereits nach ein paar Minuten mit schweißnassen Händen eine Pause einlegen muss. Dieses Spiel ist wirklich nichts für schwache Nerven. Nur allzu leicht kann man hier in eine Art Putzrausch verfallen, so dass sich die Finger um Maus und Tastatur verkrampfen, und dann heißt es wieder, dass Videospiele einen schlechten Einfluss haben. Und dabei ist das Spiel doch eigentlich pazifistisch. Nirgends lauern Gegner, ich kann nicht sterben und Waffen habe ich auch keine dabei … oder sieht der Gegner nur anders aus und es wird mir unterschwellig suggeriert, dass riesige Blutflecken und abgetrennte Gliedmaßen der eigentliche Feind sind? Ein perfides Psychospiel also, das eigentlich ein Jugendverbot erhalten sollte.

Ich muss mich jedenfalls jetzt bis Weihnachten von diesen psychischen Strapazen wieder erholen und bei einem gepflegten Shooter mein Gehirn wieder einrenken.


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Auf ZwO Expertin für Stealth und Sneaky Games (ab und zu darf aber auch mal ein reinrassiger Shooter oder ein Horror-Spielchen dazwischen sein).

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