Review: Worms 2: Armageddon 0

Review: Worms 2: Armageddon 0

Es gibt so Phänomene in der Spielkultur, welche rational eigentlich nicht erklärbar sind. Da wird gerne mal Jahr für Jahr das immer gleiche Spielprinzip rausgehauen, optisch leicht der aktuellen Zeit angepasst, aber ohne riesige nennenswerte Schritte. Und doch ­denkt man sich nach spontan nicht zählbaren Veröffentlichungen noch immer: Hölle ja! um sich anschließend wie ein kleines Kind zu freuen. So und nicht anders erging es mir bei meinen Testrunden mit dem neuesten Streich von Team 17: Worms 2: Armageddon.

Mittlerweile dürfte sogar jedem, der nicht gerade Fan der Serie ist, klar sein, nach welchem Schema dieses Spiel funktioniert: Frei nach dem ­Artillery-Prinzip schießen sich verfeindete Teams – bestehend aus niedlichen kleinen Würmern – allerhand Munition um die (bei Würmern eigentlich nicht vorhandenen) Ohren. Eines sei schon einmal vorweggenommen: Dieses Spiel macht richtig viel Spaß!

Tradition verpflichtet
Nachdem ich vor gut 15 Jahren zu Zeiten meines Amigas erstmals direkten Kontakt mit diesem Spielprinzip hatte, war ich vollkommen begeistert. Dieses Spiel bestach durch richtig witzige Comic-Action, sowie die Tatsache, dass man nicht lange braucht, um das Grundprinzip zu erlernen: Die Würmer seines Gegenüber mit einem möglichst großen Waffenarsenal ins Jenseits zu befördern.

Viel hat sich an diesen Grundaspekten nicht verändert, sodass sich sowohl sogenannte ­Casualgamer wie auch bekennende Fans der Serie schnell zurechtfinden. Die Steuerung ist auch in der vorliegenden ­PS3 Version wie gewohnt simpel gehalten: Mit L1 und ­R1 zoomt man entweder näher in das Level oder wieder heraus. Das Steuerkreuz bzw. der linke Analogstick bewegt den gerade aktiven Wurm. Um über die gesamte ­Map zu navigieren bedient man sich des rechten Analogsticks. Um vorwärts zu springen oder auch um rückwärts einen höher angelegten Salto zu vollführen, drückt man ein bzw. zwei Mal die Vierecktaste. Mithilfe der Kreistaste wählt man dann den Gegenstand seiner Wahl und aktiviert diesen dann mit X. Das ist schon alles.

Mit voller Wucht in die Landschaft
Dies macht auch einen ganz besonderen Reiz des Spiels aus: Im besten Fall spielt man mal eben eine Runde im ­Hotseat gegen einen Freund oder fordert einen Kontrahenten im integrierten Onlinemodus heraus. Der Singleplayer wartet zwar mit einer durchaus abwechslungsreichen Kampagne auf, in der man verschiedene (teils sogar knifflige) Missionsziele mit eingeschränkten Ressourcen erreichen muss, jedoch schmälert die leider sehr schwache KI des Gegners den Spielspaß enorm. Dies macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn ein nahestehender Gegner mal wieder ein Bazookageschoss meilenweit am eigenen Wurm vorbeischießt.

Map Editor not available
Die Spielstile fallen dabei in die Kategorien Anfänger, Standard, Profi, Rennen und Festung, sowie das beliebte Verrückte Kisten. Mit dem Extra Spielstil erstellen kann man auch noch eigene Konfigurationen für sich selbst ertüfteln. Dies mag ganz nett sein, aber letztlich machen die mitgelieferten Modi doch den meisten Spaß. Ein wirklicher ­Map-Editor wäre da sicherlich die feinere Lösung gewesen.

Möge der schönere Wurm gewinnen
Für die Langzeitmotivation gibt es zudem einen Shop. in dem man sich Gegenstände wie Hüte, Landschaften, Missionen, Festungen und Grabsteine oder auch die richtig fiesen chaotischen Waffen von seinem im Spiel verdienten Geld kaufen kann. Die Extrawaffen beinhalten die sicherlich teils bekannten Bananenbomben, den Büffel der Lügen, die heilige Handgranate, das Superschaf, der Betonesel und das große Spezial: Armageddon. Bei Betrachtung der Inventarslots im Spiel, scheint man letztlich auf 48 Gegenstände kommen zu können, die – richtig angewendet – ein schon verloren geglaubtes Match mal eben kippen können.

Positiv fallen auch wieder die Synchronstimmen der kleinen Würmchen auf. Insbesondere die typischen Stimmen der vorgegebenen Teams lassen durchaus aufhorchen und schmunzeln. So begrüßen die LKW-Fahrer den Spieler gerne mal mit einem Say Hi, because Hello is complicated enough.

Worms 2: Armageddon (XBLA, PSN, iPhone/iPad)
Entwickler/Publisher: Team17 Software
Erscheinungsdatum: bereits erschienen

Neben dem einen oder anderen Schönheitsfehler im Drumherum geht es ja letztlich um das Spiel an sich. Und solange man sich in diesem befindet, gibt es eigentlich kaum etwas zu bemängeln. Das Spiel ist schnell erlernt und macht gerade durch die erstmals in ­HD (1080 p) präsentierte Comicgrafik einiges her. Die Stärken entfalten sich natürlich im Multiplayer-Modus, sobald man sich mit gerissenen Taktiken seines Gegenübers beschäftigen muss. Fans der Serie werden sich den Titel eh zulegen und auch jeder, der für den nächsten lustigen Konsolenabend unter Freunden ein witziges Spiel im Angebot haben möchte, sollte hier zuschlagen. Die PS3-Version von Worms 2: Armageddon kann sich der geneigte Spieler aktuell für 14,99€ im Playstation Store herunterladen.


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