Review: Redie 2

Dominiks Spiel des Jahres

Review: Redie 2

Dominiks Spiel des Jahres

Bei »Redie« war ich mir anfangs unsicher, wie man es ausspricht. Erst dachte ich, es wäre ein Wortspiel mit der Farbe Rot und habe es dementsprechend wie „ready“ ausgesprochen. Im Laufe des Spiels stellte ich fest, dass „Re-die“ gemeint ist, also „Wiedersterben“ – ein Titel, der perfekt zum Top-Down-Shooter passt, denn ich bin schon lange nicht mehr so oft in einem Spiel gestorben.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, bei »Redie« handle es sich um einen Klon von Hotline Miami: Beide sind blutige Shooter aus der Vogelperspektive mit hohem Schwierigkeitsgrad und kurzen Leveln. Damit besitzen sie zwar durchaus ein ähnliches Spielprinzip, unterscheiden sich jedoch deutlich in der Ausführung. Am auffälligsten ist die Tatsache, dass »Redie« keinerlei Handlung erzählt, man spielt lediglich 28 nicht zusammenhängende Level – eine sehr kluge Entscheidung, denn es ist ein komplett auf seine Spielmechanik reduziertes Spiel.

Live. Die. Repeat.

»Redie« konzentriert sich viel stärker darauf, ein Level taktisch meistern zu müssen und verzichtet dabei im Gegensatz zu Hotline Miami auf Zufallselemente wie rotierende Waffen-Pickups. Ein geradezu grandioser Teil der Spielmechanik ist die Möglichkeit, das Level auf Tastendruck neu starten zu können. Einmal den Schuss falsch gesetzt? Neu starten. Zu viel Munition verbraucht? Neu starten. Tür falsch geöffnet? Neu starten. Der Schwierigkeitsgrad kratzt besonders im späteren Spielverlauf hart an der Frustrationsgrenze und führt zu vielen Bildschirmtoden. Kombiniert mit den häufigen manuellen Neustarts erlangt man so jedoch eine sehr gute Kenntnis des Kartenlayouts – etwas das vor allem in späteren Leveln neben richtigem Timing absolut essenziell ist, um zu überleben.

Die Steuerung bietet das richtige Maß an Präzision, um die notwendige Zielgenauigkeit in hohem Tempo zu bewältigen, lediglich der Standardangriff mit dem Messer ist seltsam ungenau. Prinzipiell lässt sich das Spiel mit Gamepad spielen – empfehlen kann ich das aber nicht, auch weil das Spiel bisher noch kein Auto-Aim anbietet. »Redie« spielt sich mit Maus und Tastatur eindeutig am besten.

…und täglich stirbt das Murmeltier

Um ein Level erfolgreich zu beenden, müssen alle Gegner eliminiert werden. Das benötigt theoretisch etwa 1-2 Minuten, wären da nicht die vielen Tode. Da praktisch jeder Treffer zum sofortigen Ableben führt, sowohl bei der eigenen Spielfigur als auch erst recht bei Gegnern, zählt das Spiel schon mal 59 Tode pro Karte – Neustart durch Tastendruck nicht mit eingerechnet. Somit kommen etwa 7 Stunden Spielzeit für das normale Durchspielen der 28 Level zusammen. Zusätzlich dazu bietet jedes Level eine „Mastery“ wie „Beende das Level in 30 Sekunden und verwende dabei nur eine Waffe“ an – das erhöht den Wiederspielwert und beschert mindestens weitere 7 Spielstunden.

Um die Gegner zu eliminieren, stellt »Redie« jede Menge Waffen zur Verfügung: Von der einfachen Handpistole, über die Schrotflinte und das Scharfschützengewehr bis hin zum Granatwerfer und dem Blitze schießenden „Electric“-Gewehr ist alles dabei. Jede Waffe verhält sich dabei unterschiedlich, manche haben auch zusätzliche Eigenschaften: Das Scharfschützengewehr etwa erlaubt es, durch Türen zu schießen sowie mehrere Gegner gleichzeitig zu töten, sofern diese in einer Reihe stehen. Welche Waffen verfügbar sind, ist vom Level abhängig, denn diese sind oftmals vom Design speziell darauf abgestimmt – dadurch spielt sich keine Karte wie eine andere. Durch Ragdoll-Effekte, Explosionen und jede Menge Blutspritzer präsentiert sich das Spiel recht brutal, aufgrund seiner starken Fokussierung auf die Spielmechanik nimmt man das allerdings schnell gar nicht mehr wahr.

Musikalisch wird das Spiel, meistens mit elektronischer Musik, passend untermalt. Jedem Level ist allerdings nur ein Musikstück zugewiesen, was manchmal schnell nervt. Hier wäre mehr Musikrotation wünschenswert.

Fazit

Ich habe lange nicht mehr so viel Spaß bei einem Spiel gehabt wie bei »Redie«, die Level habe ich geradezu durchgesuchtet – für mich persönlich ist es definitiv das Spiel des Jahres. Schade nur, dass Rückert Broductions aktuell weder DLCs, noch die Freigabe des Leveleditors plant, denn dafür ist das Spiel geradezu prädestiniert. Wer sich trotz des geringen Preises von 10€ noch unsicher ist, der kann auch erst die Demo über Steam ausprobieren. Meine Empfehlung lautet aber auf jeden Fall: Kaufen, sterben, Spaß haben!

Transparenz-Hinweis: Das Spiel wurde uns von Rückert Broductions zur Verfügung gestellt.

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Dominik mag Storyspiele und Shooter und findet die meisten Open World- und Grinding-Mechaniken ganz furchtbar.

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