Review: Homefront 9

Review: Homefront 9

Kollege Maxx hat HOMEFRONT ja bereits auf seiner Xbox 360 angespielt und war nicht wirklich begeistert. Jedenfalls nicht genug, um auch noch das vollständige Review zu tippen, obwohl er das Game aus dem Hause THQ entgegen seines ersten Unmutes doch noch zuende gespielt hat. Da ich mich hier auf Zockwork Orange aber sowieso für Shooter zuständig fühle, habe ich mich natürlich für Euch in den Krieg des amerikanischen Widerstandes gegen das vereinte Korea geworfen. Ich kann Maxx vollkommen Recht geben, wenn er sagt: „Nichts neues, nichts besonderes“. Geballer als Zeitvertreib, mal schnell zwischendurch.


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Und mit schnell sind wir dann auch schon beim Thema. Auf die Uhr geschaut habe ich nicht, aber die Solokampagane ist verdammt kurz. Man ballert, man sprintet von Deckung zu Deckung, gibt kurze Salven auf die Massen von koreanischen Gegnern (und auch Amerikanern) ab und ist relativ flott am Ende des Spiel angelangt. Zwischendurch darf man auch mal eine Schleichmission erledigen, etwas snipern oder aus einem Helikopter mit Raketen nur so um sich schießen. Alles da, aber nur mäßig bis schlecht in Szene gesetzt.

Als ich das erste Mal von dem Spiel hörte, musste ich direkt an diesen Film aus meiner Jugend denken, in dem Patrick Swayze und Jennifer Grey die Hauptrollen spielten: Dirty Dancing Red Dawn (lief hier als: Die rote Flut). Und hoppla, tatsächlich hat John Milius nicht nur die Story für HOMEFRONT geschrieben, sondern aus seiner Feder stammt auch der in den 80er Jahren erschienene Kriegsfilm. Im Gegensatz zum Spiel hat dieser Film aber Tiefe. Naja, wenigstens ein bisschen.

Aber zurück zum Spiel. Aus der Story hätte man was machen können, leider bleibt sie nach gutem Auftakt viel zu flach und starr. Kein Background für unsere Protagonisten und Helden. Dafür kann die Hintergrundmusik hin und wieder begeistern, geht aber allzu bald im Donnern der Maschinengewehre wieder unter.

Grafisch ist Homefront auch kein wirklicher Hit. Fast könnte man meinen, die Entwickler von Kaos wurden ein paar Tage zu früh nach Hause geschickt. Es ruckelt an so mancher Stelle (und besonders im Multiplayer). Und so richtig in Deckung gehen kann man auch nicht und deswegen sind einige Savepoints nur mit Mühe zu erreichen. Unsere Gefährten überleben auch den übelsten Kugelhagel und geben nervige Kommentare zum besten, zumindest in der deutschen Synchronisation. Koreanische Gegner stehen mitten zwischen unseren Gefährten und nehmen dabei nur mich aufs Korn (und werden auch von meinen Freunden nicht belästigt). Von künstlicher Intelligenz kann hier keine Rede sein. Da gefällt mir mein mechanischer Begleiter, der ferngesteuerte Panzerwagen Goliath, noch am besten. Goliath macht wenigstens, was ich ihm sage.

Kaos hat den Ruf, gute Multiplayer zu machen. Und auf den war ich dann auch besonders gespannt, da ich gerne mit meinen Freunden zocke. In Sachen kooperativer Kampagne kann ich Euch gleich die Hoffnung nehmen, gibt’s nämlich nicht. Auch ansonsten macht man wenig gemeinsam. Mäßig motivierend ist das Rangsystem mit den zwei Multiplayer-Modi, aber zu dritt in der Xbox-Live Party werden Freunde schnell zu Feinden, weil das Spiel uns in unterschiedliche Teams aufteilt. Auch beim Freund spawnen geht nicht, immer zurück auf Null. Das können andere besser.
Ansonsten macht insbesondere der Modus Bodenkontrolle schon Spaß, ist flott und es fliegen die Fetzen. Aber selbst das Rangsystem wird mich nicht ewig motivieren, und wenn hier nicht noch ein wenig was per DLC nachgeliefert wird, dann hänge ich bald wieder im fantastischen Multiplayer von MEDAL OF HONOR herum und bastele an meiner Tier-1-Karriere.
Das musste ich diese Woche übrigens schon häufiger tun, da der Multiplayer von HOMEFRONT böse Aussetzer hatte, insbesondere wenn man mit Freunden in der Party gemeinsam zocken wollte. Die technischen Mängel sind wirklich erschreckend.

Unterm Strich: Erbärmlich kurze Kampagne, flache Story, durchschnittlicher Multiplayer gespickt mit technischen Fehlern. Also eine Fehlinvestition auf der ganzen Linie! Nach den Marketingaktionen und dem Hype um das Spiel hatte ich von HOMEFRONT viel mehr erwartet als nur karge Durchschnittskost. Schade.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

9 Comments

  1. Ich empffinde es nach wie vor als seltsam, wenn die Länge, bzw. die Kürze einer Kampagne als Kritikpunkt angesehen wird. Ist denn 10 Stunden langer Sex bei Kerzenschein mit Mutter Beimer besser als 10 Minuten auf Jennifer Lopez Popo rumzurutschen? Hm.

  2. Da macht die J.Lo dich 10 Minuten scharf und haut einfach ab. Und dann? Dann doch lieber ein weniger gutes 10h-Spiel spielen als eins, das dich nur ein bisschen heiß macht und dann schon fertig ist, bevor du überhaupt die Hose ausgezogen hast.

    Btw: wer ist Mutter Beimer?

  3. @David: Mutter Beimer ist die J.Lo der Öffentlich Rechtlichen.

    Und Nein, dass sehe ich komplett anders David. Ich spiele lieber ein gutes kurzes Spiel als ein mittelmässig langes. Dafür gibt es doch wirklich genug Spiele, als dass ich mich mit langwierigem Kram abgeben müsste. Ich finde kurze Kampagnen nicht schlimm.

    Ja, Homefront ist kein Meisterwerk aber es hat mich 5 Stunden gut unterhalten. Es hätte SEHR viel mehr sein können, das ist das einzige, was ich bedauere.

  4. Für mich war jetzt „10 Minuten Sex“ weniger ein Vergleich für „kurz“, als vielmehr für „mittendrin abgebrochen, als es gerade interessant wurde“. Ich habe Homefront nicht gespielt, Shooter interessieren mich nicht, deshalb halte ich mich jetzt hier mal raus.

    Eins unzusammenhängend am Rande noch bemerkt: J.Lo ist auch schon über 40! o.O

  5. Muss da Manu recht geben. Ich schaffe es eh kaum mal ein Game durchzuspielen, und wenn, dann habe ich mich mindestens die Hälfte der Zeit gelangweilt.

    Es ist eben sehr schwer einen Spannungsbogen über 10 Stunden aufrecht zu erhalten (zumal wenn man quasi gezwungen ist das Spiel mehrmals zu unterbrechen, der Storywriter aber nicht weiß, wann) und eine Mechanik anzubieten die sich nicht so schnell abnutzt.

    Für Homefront wären 3 Kampagnen a 3 Std. viel schöner gewesen.

    Einmal aus Sicht des Amerikaners, einmal als Koreaner und einmal als (neutraler) Kriegsberichtserstatter. Gerne auch mit Levelrecycling.

    Überhaupt, verstehe ich nicht so recht warum man Shooter immer alles in die eine stringente überladene Story presst.
    Im Echtzeitstrategiegenre z.B. sind mehrere Kampagnen doch auch Standard!

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