Rettet die USA vor bösen Terroristen in Splinter Cell Blacklist 0

Rettet die USA vor bösen Terroristen in Splinter Cell Blacklist 0

Sam Fisher ist zurück, und auch wenn er anders aussieht und anders klingt, es ist noch der gute alte Sam, wie wir ihn kennen und… naja, wie wir ihn kennen. Schleichend, mordend und griesgrämig. „Argh, schon wieder die USA retten. Und niemand dankt mir dafür. Scheiß Job.“ So in etwa können wir uns Sams Gedankengänge vorstellen, während er durch Giftgas-verseuchte Lüftungsschächte kriecht.

Zu Beginn von »Splinter Cell Blacklist« werden die USA mit einer neuen Bedrohung konfrontiert. Bei einem Angriff wird Sams Freund Victor schwer verletzt; nur der Anfang einer langen Reihe an Anschlägen, wie die verantwortlichen Terroristen, die „Engineers“, ankündigen. Die Angriffe – die Engineers nennen sie die Blacklist – werden sich so lange steigern, bis die Amerikaner ihre Truppen aus der ganzen Welt zurückziehen. Als Reaktion auf diese Bedrohung reaktiviert Präsidentin Caldwell die Überbleibsel der Geheimorganisation Third Echelon und schickt Sam Fisher, Grim, den Hacker Charlie und den Ex-CIA-Agenten Briggs unter dem Namen Fourth Echelon in ihrer fliegenden Zentrale „Paladin“ in die Schlacht gegen die Terroristen. Außerdem holt sich die lustige Truppe noch den Waffenhändler Kobin als Informanten mit an Bord.

Splinter Cell Blacklist

Gemeinsam fliegen die Fünf nun um die Welt, auf der Jagd nach den Engineers, immer mit dem Ziel, den Terroristen zuvor zu kommen und die Anschläge, die so schöne Namen wie American Consumption oder American Fuel tragen, zu verhindern und den Engineers das Handwerk zu legen. Dabei muss Sam alle Register ziehen und im Irak, in England oder in Amerika Personen beschützen, befreien, töten und dabei ganz vielFallschirmspringen, entschärfen, hacken und natürlich schleichen.

Und genau das – also das Schleichen – funktioniert in »Splinter Cell Blacklist« besser denn je, auch wenn es schwieriger als noch in »Conviction« (hier mein Review) ist. War bei »Conviction« noch das Standardverfahren, fix aus einem der immer verfügbaren Fenster zu hüpfen oder sich in einen Schatten zu flüchten, ist »Blacklist« in der Hinsicht eine ganze Ecke realistischer und die Gegner wesentlich intelligenter. Sie sind mit Taschenlampen ausgestattet, haben Hunde dabei, denen Schatten ziemlich egal sind, sie gehen nicht ständig dieselben Wege und sind weniger vorhersehbar – und sie sind bis unter die Zähne bewaffnet. Da kann Sam sein ganzes Magazin in einen heranstürmenden Gegner verballern – einmal entdeckt hilft meist nur ein „retry from last checkpoint“, denn Sam hält verdammt wenig aus, auch wenn die Gegner Dutzende Kugeln wegstecken, hat man erstmal die Chance eines Stealth Kills mittels Headshot aus dem nächsten Schatten vertan. Erst recht, wenn man auf der schwierigsten der vier Schwierigkeitsstufen spielt. Das mag am Anfang frustrierend sein, aber im Grunde will man den Abschnitt doch eh neu starten, sobald man entdeckt wurde. Schließlich sind die Games der Splinter Cell-Reihe Stealth Games und keine Ballerspiele. Aber wer das unbedingt möchte, kann Blacklist natürlich auch so spielen.

Splinter Cell Blacklist

Upgrades und das Punktesystem

Denn Blacklist möchte auf eine von drei Arten gespielt werden. Ghost, Panther oder Assault. Am Ende jeder Mission gibt es Punkte in den drei Kategorien und das ultimative Ziel ist es, sämtliche Punkte in nur einer davon zu bekommen und sie zu meistern. Die meisten Ghost-Punkte bekommt Sam zum Beispiel, wenn er nicht nur unentdeckt Gegner ausschaltet, sondern gänzlich jeden Feindkontakt vermeidet. Die ultimative Stealth-Herausforderung, die der Durchschnitts-Spieler erst meistern wird, wenn er die Mission schon mindestens ein Mal komplett durchgespielt hat und weiß, wo die Gegner lauern und wie man sie umgehen kann. Für „Panther“ ist es nur wichtig, keinen Alarm auszulösen, man darf fröhlich morden, so lange sterbende Gegner nicht mit ihrem letzten Atemzug Verstärkung rufen. Wer unbedingt Rambo spielen will, upgradet seinen Anzug auf Rüstung statt auf Stealth, schnappt sich eine Shotgun oder ein Maschinengewehr und rennt schreiend auf die Gegner zu. (Auch wenn das nicht wirklich der Sinn eines Stealth-Games ist. Kauft euch lieber was anderes, wenn ihr so spielen möchtet.)

Neben neuen Waffen, Gadgets und verbesserter Kleidung, die erst freigeschaltet (i.e. „gekauft“) werden und dann noch durch Upgrades erweitert werden muss, kann auch die fliegende Einsatzzentrale erweitert werden. So können mehr Upgrades und neue Nebenmissionen freigeschaltet werde, die auf der Karte anwählbar sind, durch Verbesserungen der Krankenstation kann Sam schneller geheilt werden und durch Erweiterungen im Cockpit bekommt Sam während seiner Einsätze detailliertere Infos zu Nebenzielen, die ihm Geld und Informationen bringen.

Und das ist auch wichtig, denn Sam muss alles aus eigener Tasche bezahlen. Da wundert es einen fast, dass am Ende keine Rechnung für die Spritkosten des Flugzeugs auf Sams Tisch landet. Nebenmissionen sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Sie bringen Geld in Sams Tasche, das er nutzen kann, um seine Ausrüstung für die Hauptmissionen auf Vordermann zu bringen. Waffen und Gadgets wie Elektroschok-Minen, die Armbrust oder die Sonar-Goggles sind einfach zu wichtig, als dass man bis zum Ende des Spiels warten möchte, um sie kaufen zu können.

Splinter Cell Blacklist

Nebenmissionen und der Multiplayer-Mode

Neben dem Storymode taugt »Splinter Cell Blacklist« auch 1A als Koop-Game; sowohl online als auch im Splitscreen. Die meisten Nebenmissionen können zwar auch alleine gespielt werden, richtig Spaß machen sie aber erst, wenn Sam Fisher sich den Ex-Agenten Briggs mit ins Boot holt. Die zwei kommen zwar nicht wirklich gut miteinander klar, aber schließlich steht die Mission immer an erster Stelle, da kann das Kriegsbeil schon mal begraben werden. Es gibt verschiedene Typen von Missionen, abhängig davon, welcher von Sams Kumpanen die Mission vermittelt hat. Meistens ähneln sie den Aufgaben in der Story: manchmal muss man schleichen und töten und wenn man entdeckt wird, kommen mehr Gegner, ein anderes mal muss man schleichen und wenn man entdeckt wird, ist die Mission gescheitert. Richtig nervig – zumindest für Stealth-Spieler – sind die Missionen, bei denen man Informationen in einem Areal finden muss und dann mehrere Wellen von Gegnern überleben muss, bis man sicher abgeholt werden kann. Für jemanden, der das restliche Spiel „friedlich“ gespielt hat, kein Zuckerschlecken. Zum Glück sind diese Missionen alle optional.

Losgelöst davon gibt es noch die Spies vs. Mercs-Karten, auf denen zwei Gruppen gegeneinander antreten, auf der einen Seite schleichende Spies, auf der anderen ballernde Mercs. Beide Gruppen haben ihre Vor- und Nachteile und es liegt an den Spielern, was sie draus machen.

Fazit

»Splinter Cell Conviction« war eines meiner Lieblingsgames der letzten Jahre. Da ich wirklich schlecht in Shootern bin, mag ich die Möglichkeit, Gegner mit einem Snipergewehr aus der Entfernung auszuschalten oder sie durch cleveres Schleichen gänzlich zu umgehen. Und für den Notfall gibt es ja immer die Mark & Execute-Funktion, mit der Sam Gegner von ganz alleine killt. »Blacklist« setzt da nochmal eins drauf. Die Schleichpassagen sind schwieriger, aber dadurch auch viel besser. Nicht selten brauchte ich 20 Versuche an einer Stelle, Frust kam dennoch niemals auf. Die Level sind abwechslungsreich bis hin zu Stellen, an denen man zwischen Briggs und Sam wechseln muss und Briggs kann einfach überhaupt nicht schleichen. Er kann Deckungen nicht nutzen wie Sam, er hat ein lautes Gewehr, keine Sonar-Goggles und man spielt ihn in der Ego-Perspektive. Es gibt Missionen, in denen der Spieler zum Schleichen gezwungen wird und man niemanden töten darf (Gutantanamo Bay z.B.), es gibt aber auch Missionen, in denen man mit reinem Schleichen nicht weiter kommt und auch Sam schwere Geschütze auffahren muss. Die Level sind abwechslungsreich und das sowohl in der Story als auch im Multiplayer, die KI ist cleverer, die Gegner schwieriger, die Schleichpassagen besser (auch wenn es meist nur darum geht, die ein oder zwei vorgegebenen, besten Lösungswege zu finden) und mit dem zusätzlichen Texturenpack sieht Blacklist sogar richtig gut aus. Einziger Wermutstropfen: die Story. Die einzelnen „Fälle“ sind zwar gut inszeniert, die Rahmenstory ist aber nicht wirklich anspruchsvoll und das Ende total abrupt und irgendwie unbefriedigend. Aber vielleicht muss das so, wegen der kommenden DLCs. Dennoch von mir eine ganz klare Empfehlung für alle Stealth-Fans, Hobby-Sam-Fishers und jeden geduldigen Koop-Gamer.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

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