Heiliger Blogartikel: Lego Batman 2: DC Super Heroes 15

Heiliger Blogartikel: Lego Batman 2: DC Super Heroes 15

Der dunkle Ritter ist zurück, um mit seinem trotteligen Sidekick Robin Gotham vor allerlei Halunken zu retten. »LEGO Batman 2: DC Super Heroes« ist das zweite Game von Traveller’s Tales mit dem maskierten Rächer in der Hauptrolle und gleichzeitig das zweite Game, das keinen Film als Vorlage hat – anders als beispielsweise »LEGO Fluch der Karibik«, »LEGO Harry Potter« oder »LEGO Star Wars«. Doch der erste Teil gehörte zu den schlechteren LEGO-Spielen, und auch die Technik ließ zu wünschen übrig. Aber wie ich schon oft erwähnt habe, ist jedes LEGO-Game ein bisschen besser als das vorherige und so ist es auch bei »LEGO Batman 2«.

Bruce Wayne und Lex Luthor liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel „Mann des Jahres“, der in Waynes Heimatstadt Gotham verliehen wird. Wayne gewinnt natürlich, was Luthor gar nicht passt. Da kommt ihm der Joker gerade recht, mit dem er sich zusammenschließt, um den Preis zu stehlen, Rache zu üben und die Stadt ins Chaos zu stürzen. Wayne kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, schwingt sich in sein Batman-Kostüm und bringt die Schurken einen nach dem anderen zur Strecke. Doch was ist der wahre Plan des glatzköpfigen Größenwahnsinnigen, der gerade zur Wahl zum US-Präsidenten steht? Gemeinsam mit Superman, Green Lantern, Flash und den anderen Kollegen der Justice League of America versucht „der Welt größter Detektiv“ aufzudecken, was hinter der ganzen Geschichte steckt.

In einer Reihe sehr ähnlicher Games trumpft »Lego Batman 2: DC Super Heroes« mit einem ganzen Haufen Neuerungen auf. Es ist das erste Spiel, in dem die LEGO-Figuren sprechen können, es gibt eine offene Welt, in der man sich frei bewegen kann, und dem Spiel dient kein Film als Vorlage. Aus genau diesem Grund haben die Figuren wohl auch plötzlich ihre Sprache wiedergefunden. Ein Kritikpunkt, der auf alle vorherigen Games zutrifft, ist, dass man der Story nur schwer folgen kann, wenn man die Vorlage nicht kennt. Ohne Referenz ist das logischerweise noch schwieriger, deshalb führte kein Weg an der Sprachausgabe vorbei. Die ist – zumindest im Englischen – einigermaßen erträglich, man verpasst aber auch nichts, wenn man den Ton abschaltet.

Optisch hat Traveller’s Tales seit »LEGO Harry Potter: Die Jahre 5-7« noch mal ordentlich zugelegt, der Detailreichtum ist unübertroffen und die farbenfrohen Animationen im Hintergrund einmalig. Immer verglichen mit dem direkten Vorgänger, aber besonders auch mit dem ersten »LEGO Batman«. Wo jenes düster und langweilig war, ist das neue bunt und lebendig.

Alles bewegt sich und die Farben sind fantastisch.

Der Singleplayer-Modus hat auch endlich seine längst überfällige Überarbeitung bekommen. Jetzt lassen sich sogar für zwei Personen ausgelegte Rätsel vernünftig alleine lösen, ohne dass man den zweiten Controller dazu nehmen muss. Auch die Gegnerscharen sind weniger aufdringlich, wenn man alleine spielt. Sie warten zumindest ab, wenn man gerade Gegenstände zusammenbaut, und ziehen einem erst danach eins über. Die Partner-KI wirkt auch aktiver, doch der Schein trügt: man muss trotzdem sämtliche Gegner allein beseitigen.

Neben Sprachausgabe sowie verbesserter Optik und KI, ist die wohl größte Neuerung die offene Welt. Dieser ist es vermutlich zu verdanken, dass das eigentliche Spiel relativ kurz geraten ist. Stattdessen gibt es ein zugegebenermaßen recht großes Gotham, in dem Batman, Robin & Co allerdings nicht viel machen können, außer Sachen zu sammeln. Das bedeutet: Charaktere freischalten, goldene Steine (braucht man teilweise für die Charaktere), rote Steine (um Extras wie „Unsterblichkeit“ oder „Stud Multiplier“ zu aktivieren) oder Autos, Boote und Fluggeräte sammeln. Hier begegnen einem sogar ein paar schwierige Stellen, was aber in erster Linie mit der hakeligen Steuerung und der ungenauen Kamera zusammenhängt. Schwierig ist »Lego Batman 2: DC Super Heroes« ansonsten nie. Tatsächlich ist es um einiges leichter als jedes bisherige Game der LEGO-Reihe.

Batman teilt stärker aus und steckt mehr ein als jeder Sith Lord bei »LEGO Star Wars«.

Die Sprungpassagen sind nur durch die Kamera schwierig und bei den Rätseln ist keine echte Kopfnuss dabei. Dass Batman & Robin die meiste Zeit von Superman begleitet werden, macht die Sache noch leichter und man hat schon fast Mitleid mit den Gegnern. Die anderen Kollegen der Justice League stoßen übrigens erst ganz zum Schluss dazu. Bis Batman sich durch deren Superkräfte aushelfen lassen kann, muss er sich auf seine und Robins Spezialanzüge verlassen, die es allerdings immer nur an bestimmten Stellen gibt. Tatsächlich bestehen die meisten Rätsel daraus, den richtigen Anzug an der richtigen Stelle einzusetzen.

»Lego Batman 2: DC Super Heroes« ist eines der besten LEGO-Games, andererseits aber auch zu leicht und zu schnell durchgespielt.

Gelegentliche Bugs, die vermutlich nie gefixt werden, schmälern das Spielvergnügen und auch die traditionell grausame Steuerung von Fahr- und Flugzeugen kann manchmal Frust erzeugen. Außerdem ist der typische LEGO-Humor kaum vorhanden und die Sprachausgabe überflüssig. Dennoch: das zweite Batman-Abenteuer ist ein Muss für jeden Fan der LEGO-Serie, und die offene Welt, die zahlreichen Fahrzeuge und die Charaktere mit ihren speziellen Kräften entschädigen für die kleinen Mängel. Kleinere Mängel hatten bis jetzt alle LEGO-Spiele, Spaß gemacht hat trotzdem jedes einzelne davon.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

15 Comments

  1. LEGO-Batman war das erste Spiel, was ich auf der Xbox besaß, aber irgendwie konnte mich das noch nie so fesseln, dass ich es durchgezockt haben. Es war, wie du auch schreibst, an einigen Stellen wirklich stumpf. Falls das Gameplay beim zweiten Teil wirklich so viel besser geworden sein soll, dann muss ich mir das ja irgendwann schon alleine auf Grund meines Batman-Fanboytums zulegen.

  2. Hallo Herr Vita (oder darf ich „PS“ sagen? :P )
    Wir haben die Xbox-Version getestet, die Handheld-Versionen gar nicht. Den Open World-Aspekt fand ich jetzt gar nicht so wichtig, für unterwegs ist das bestimmt auch ohne Open World noch ein spaßiges Game. Kommt natürlich auch immer auf den Preis an, ohne Herumfahren in Gotham ist Lego Batman 2 ein eher kurzes Game.

  3. mir haben bisher fast alle lego-games (also die neuzeitlichen, lego racers auf n64 war murks) sehr gut gefallen, entsprechend freue ich mich auch über den hundertsten aufguss, der selben mechanik! :)

    die offene welt obendrauf ist für mich ein netter bonus, habe ich bei der recht großen erkundungsfreiheit aber nie wirklich vermisst!

  4. Vielen Dank für den tollen Review. Hat definitiv Lust auf mehr gemacht… ich meine das Spiel! ;) Ich werde es mir aufjedenfall zulegen. Seit Lego-Starwars bin ich sowieso ein Fan der Lego-Games, von daher passt das eh ganz gut.

    1. Sowas hört man gerne :) Kann dir auf jeden Fall auch die Harry Potter-Games ans Herz legen. Und bald kommt ja noch Herr der Ringe, das wird sicher auch großartig.

  5. Das erste LEGO Batman hab ich eigentlich gemocht. Mehr als Pirates auf jeden Fall, denn das war zu leicht. Zu Teil 2 hab ich die Demo angespielt und war entsetzt, dass die Figuren sprechen. Lustig war die Einführungssequenz auch kein Stück. Demo wieder beendet.

  6. Das stimmt, die Sprachausgabe war… ungewohnt. Und so richtig passte es nie. Die Open World ist auch Geschmacksache, aber die Level fand ich dann doch sehr viel besser als im ersten Teil. Und die vielen Anzüge machten das Ganze ein bisschen spannender und abwechslungsreicher. Ich würde aber auch niemals ein Spiel weglegen, weil es zu leicht ist, ich spiele Spiele zur Unterhaltung und nicht, um mich auf irgendeine Weise zu fordern.

  7. Sagte ich, dass ich Pirates weggelegt hab? Nein, nein, ist komplett durchgespielt. War aber trotzdem zu leicht. Interssant, dass du die Anzüge erwähnst. Das ist das Feature, das ich bei Batman am wenigsten mochte. Nicht wegen der Fähigkeiten, sondern weil die Figuren damit total bescheuert aussehen – ganz schlimm: der Magnetanzug

  8. Finde das Game wirklich gelungen und auch wenn der Anspruch ein wenig zu niedrig war, hat es mir doch viel Freude gebracht. Vielen Dank für Euren Verweis darauf, sonst hätte ich es wohl nicht gezockt (liegt schon eine Weile zurück, dass ich mit LEGO gespielt habe :p )

  9. Moin,
    nach nun einem Jahr komme ich doch nochmal auf den Artikel zurück und muss zugeben, dass ich doch einige von den LEGO-Spielen angezockt habe. Die sind wirklich nett gemacht und meistens haben sie noch einen Coop-Modus drin, so dass man sich wieder ganz klassisch an einem Rechner messen kann. Die machen da wirklich gute Arbeit und die Games haben alle Hand und Fuß. Also letztendlich, danke für den Tipp, hat mich schwer zu LEGO zurück gebracht :)

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