[gamescom 2017] Dominik schießt sich durch 3

Actionspiele auf der Gamescom 2017

[gamescom 2017] Dominik schießt sich durch 3

Actionspiele auf der Gamescom 2017

Nachdem ich bereits über meine Eindrücke zu diversen Adventures geschrieben habe, soll es diesmal über diverse Actionspiele gehen. Das ist ein sehr buntes Feld und hat nicht nur mit Egoshootern zu tun.

Assassin’s Creed Origins

Zugegeben, Ich habe noch kein einziges »Assassin’s Creed« so wirklich gespielt. Lediglich Teil 1 habe ich mal für etwa eine Stunde gespielt und fand es eher langweilig. Meine Eindrücke sind deswegen, im Gegensatz zu denen von David, die eines kompletten AC-Noobs. Die Demo, die David und ich spielen konnte, dauerte etwa 10 Minuten und in dieser Zeit wurde ich von Symbolen geradezu erschlagen. Wie ich hörte, wurde die Minimap wohl entfernt, stattdessen gibt es am oberen Bildschirmrand jetzt einen Kompass, der von Fragezeichen nur so überflutet wird und die Orientierung unnötig verkompliziert. Die Steuerung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, die Orientierung fand ich sowohl unter Wasser als auch als Adler schwierig – bei Letzterem bin ich zusätzlich dazu mit der Steuerung nicht gut zurechtgekommen. Setting und visuelles Design machen in der Tat was her, letztendlich unterscheidet es sich für mich, von außen betrachtet, nicht allzu sehr von bisherigen Teilen. »Assassin’s Creed Origins« erscheint am 27.10. für PC, Xbox One und PS4.

Star Wars Battlefront II

Von »Battlefront II« konnte man sowohl eine Boden- als auch eine Weltraumschlacht-Demo spielen. Ich habe nur die Weltraumschlacht ausprobiert, auch weil ich erst zu spät erfahren habe, dass die beiden Schlangen am Stand nicht derselben Demo galten. Dementsprechend kann ich nur was zu den Weltraumschlachten sagen. Generell tue ich mich relativ schwer in Weltraumschlachten zu orientieren, erst recht, wenn ich mich in einer Third-Person befinde – das ist in etwa ähnlich zum Tauchen bei Assassin’s Creed Origins. Das ist aber nichts, was man dem Spiel ankreiden kann, bis auf die Tatsache, dass die ein oder andere Hilfsanzeige mehr für Orientierungstheniker wie mich wünschenswert wäre. Die Weltraumschlacht orientierte sich dabei am mehrstufigen „Battle Station“ Spielmodus, der bereits vom Todesstern-DLC im ersten »Battlefront« eingeführt wurde. Das ist angenehm, weil es dadurch klare Missionsziele gibt und das Gefecht nicht immer an denselben Stellen stattfindet. Gut gefallen hat mir, dass es keine automatische Zielaufschaltung mehr gibt, was die Matches im ersten Teil sehr öde gemacht hat, sowie der Squad Deploy: Man wird nicht sofort neu respawnt, sondern immer erst gemeinsam, wenn ein Vierersquad gebildet werden kann. Hier wäre es wünschenswert, wenn »Battlefront II« endlich den im ersten Teil schmerzlich vermissten Voicechat nachliefert, sonst macht der Squad-Deploy eher wenig Sinn. »Star Wars Battlefront II« erscheint am 14. November bei Origin für PC, am 17. November für PS4, Xbox One.

Destiny 2

Ich hatte die Möglichkeit eine recht lange Singleplayer-Mission am PC zu spielen, die Spielzeit betrug etwa 15-20 Minuten. Die Portierung sieht ordentlich aus, die Steuerung ist präzise und geht gut von der Hand, die Mission war dafür sturzlangweilig und eintönig, weil sie aus Dauerfeuer ohne taktischen Anspruch bestand. Zu »Destiny 2« folgt nach dem Ende der derzeit laufenden PC-Beta ein eigener Angespielt-Artikel.

Wreckfest

Bei THQ Nordic wurde mir in einer Präsentation »Wreckfest« gezeigt und ich hatte die Möglichkeit einen Spielmodus anzuspielen. Das Spiel ist eine Hommage an Destruction Derby und befindet sich bereits seit Januar 2014 im Early Access und soll laut Aussage der Entwickler Ende 2017 endlich erscheinen. Gezeigt wurden unterschiedliche Modi, nämlich das normale Rennen, Last Man Standing sowie Deathmatch, in der finalen Version kommt außerdem noch Team Deathmatch mit dazu. Selber anspielen konnte ich nur das Deathmatch, bei den anderen Modi konnte ich nur zuschauen. Insgesamt brauchen die Autos relativ lange, bis sie mal komplett zerstört sind, das macht vor allem das Deathmatch unfassbar träge, Spannung kommt kaum auf. Dafür sehen die Crashes fantastisch aus – erst recht, wenn man die Replay-Funktion nutzt, bei der man zu jedem Zeitpunkt pausieren und somit auch einzelne Glassplitter erkennen kann. Mit zusätzlichen Kameraeinstellungen und Filtern ist das alles sehr ähnlich dem Foto-Modus in Hellblade und definitiv ein sehr cooles Feature, mit dem man großartige Screenshots erstellen kann. Leider artet das Ganze dadurch aber in „Style over Substance“ aus, den Rennen fehlt es noch an Dramatik und Dynamik, dazu passt auch, dass bisherige Steam-Reviews eher negativ sind und dem Spiel eine gewisse Langweiligkeit bescheinigen. »Wreckfest« ist für PC bereits im Early Access erhältlich und soll noch Ende 2017 erscheinen, PS4 und Xbox One folgen 2018.

Aquanox: Deep Descent

Da ich »Aquanox: Deep Descent« bei Kickstarter unterstützt habe, war ich besonders darauf gespannt, was gezeigt wird. Bei THQ direkt bekam ich nur eine Präsentation zu sehen, glücklicherweise konnte das Spiel am normalen Consumer-Stand auch angespielt werden. Das Artdesign ist toll und stimmig und vermittelt wunderbar das Gefühl, sich wirklich unter Wasser zu befinden, lediglich die Unterwasserstation ist eher dröge inszeniert. Die Steuerung vermittelt die notwendige Trägheit, die man physikalisch gesehen von einem Unterwassergefährt erwarten würde, verwendet für meinen Geschmack aber zu viele Tastaturkommandos – da funktioniert die Steuerung über Gamepad sogar fast besser. Die Inszenierung hat mich beim Gezeigten eher kalt gelassen (es gab ein paar Dialoge zwischen Crew-Mitgliedern sowie Texte an Bord einer Unterwasserstation), dafür ist das Spiel in der aktuellen Fassung knüppelhart. Ich habe die spielbare Mission bestimmt drei oder viermal probiert und bin jedes Mal kolossal gescheitert – entweder ist das Spiel so schwer, oder ich habe etwas ganz Essenzielles nicht verstanden. »Aquanox: Deep Descent« erscheint 2018 für PS4, Xbox One und PC.

Call of Duty: WWII

Ähnlich wie bei Assassin’s Creed habe ich tatsächlich bis heute noch kein einziges »Call of Duty« gespielt. Das hat zwei Gründe: Die Spiele haben mich entweder nicht interessiert oder aber es gibt sie bei Steam nur mit deutscher Sprachausgabe. Ich habe die Gamescom dafür genutzt, endlich mal ein »Call of Duty« anzuspielen, vor allem aber wollte ich wissen, wie mit dem Szenario umgegangen wird. Spielmechanisch gibt es nichts auszusetzen, das Shootergameplay ist sehr ordentlich – sofern ich das als Maus- und Tastatur-Spieler einschätzen kann, denn spielbar war nur die PS4-Fassung. Der gezeigte Multiplayer-Spielmodus WAR war soweit toll, da man ähnlich wie bei Battlefronts „Battle Station“ in Phasen vorrücken muss. Konkreter mussten auf der gezeigten Karte die Allierten ein deutsches Munitionslager in die Luft jagen, angefangen damit, dass sie erstmal an einem bestimmten Punkt eine Brücke bauen, die deutsche Seite muss dies selbstverständlich verhindern. Da ich mir das Spiel vor allem aufgrund des Szenarios angeschaut habe, bin ich eher ernüchtert aus dem Anspieltermin hinausgegangen. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier reflektiert oder taktvoll mit dem Thema umgegangen wird. Im Gegenteil, Details der Umsetzung wirkten auf mich hochgradig verstörend, etwa die Schreie, wenn ein Spieler vom Flammenwerfer erfasst wird. Ich kann mich dabei nicht von den realen Geschehnissen des 2. Weltkrieges befreien und stelle mir die Frage, ob es denn irgendeinen Grund für das Szenario gibt, außer sagen zu können man wäre „back to the roots“ gegangen. Es gilt zwar noch dahingehend den Singleplayer abzuwarten, aber da mache ich mir ehrlich gesagt keine großen Hoffnungen. »Call of Duty: WWII« erscheint am 03.11.2017 für PS4, Xbox One und PC.

Battalion 1944

Ähnlich wie Call of Duty: WWII nutzt »Battalion 1944« den 2. Weltkrieg als Szenario und geht ebenfalls nicht sonderlich kritisch damit um. Ich verstehe, dass das schwierig ist bei einem Spiel, dass im Kickstarter bereits damit geworben hat, spritueller Nachfolger von Spielen wie Medal of Honor, Call of Duty 2 oder Enemy Territory sein zu wollen, wünsche mir aber dennoch mehr Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Geschichte dahinter. Anspielbar war der 4v4 Team Deathmatch Modus mit den beiden Teams Alliierte und Deutsche. Die Steuerung ist größtenteils gut umgesetzt, das Zielen ist nur noch etwas unpräzise. Insgesamt haben die Entwickler gute Ideen, was die taktische Tiefe des Spiels angeht. So gibt es unterschiedliche Klassen und es soll etwas Spielmodi mit mehreren Runden geben, in denen aber bestimmte Charakterklassen begrenzt sind (Beispiel: Fünf Runden, aber man kann nur 4x den Tank verwenden). Mir persönlich war das Spiel einen Ticken zu langsam, ich bevorzuge aber auch in der Regel Shooter mit der Geschwindigkeit eines Quake Champions. Das Spiel wird vollen Mod-Support bieten und startet demnächst im Early Access für PC, soll aber auch noch für PS4 und Xbox One erscheinen.

Keyboard Sports – Saving QWERTY

Wahrscheinlich das ungewöhnlichste Spiel auf dieser Liste, handelt es sich bei Keyboard Sports um ein Indie-Spiel, das von Humble Bundle vertrieben wird. Angelehnt am Namen geht es darum, im Laufe des Spiels alle Tasten der Tastatur zu verwenden (Aussage des Entwicklers: „Wir haben Angst, dass Apple irgendwann alle Tasten wegrationalisiert, deswegen ist es deine Aufgabe, die Tastatur zu retten!“). Visuell ist das so dargestellt, dass ich eine Abstraktion der Tastatur auf dem Bildschirm sehe und etwa auf den leuchtenden Punkt navigieren muss, indem ich die richtige Taste drücke. Oder indem ich einfach nur durch Gedrückthalten einer Taste in eine Richtung schaue und mit einer zweiten Taste auf Gegner schieße.  Oder indem mit Hilfe der Tastatur durch ein Snowboard-Minispiel navigiere – sowohl über die Richtungsangabe (normal tippen) oder über Ducken (gedrückt halten). Das ganze Spiel ist herrlich skurill und voller origineller Wortwitze und wer eine Tastatur mit programmierbarer Beleuchtung besitzt, der darf sich sogar darüber freuen, dass die entsprechenden Tasten beleuchtet werden – besonders toll sieht das aus, wenn man auf einer Eisfläche im Scheinwerferlicht Pirouetten drehen muss und das Spiel das sich bewegende Licht auf der Tastatur darstellt. Keyboard Sports ist ein schwieriges, aber sehr motivierendes Spiel und erscheint Anfang 2018 für PC.

Previous ArticleNext Article
Dominik mag Storyspiele und Shooter und findet die meisten Open World- und Grinding-Mechaniken ganz furchtbar.

3 Comments

  1. Vielen Dank für Deine Zusammenfassung Dominik!

    Da ich schon allein aus Familiengründen kaum mehr zur GC komme, sind mir Berichterstattungen wie Deine eine große Hilfe „am Ball“ zu bleiben. Von den von Dir vorgestellten Spielen fixt mich übrigens Aquanox: Deep Descent am meisten an muß ich sagen. Das werde ich mal verfolgen.

    Das sich die WW2-Shooter nicht weiter an die historische Aufarbeitung wagen ist eine Schande. Gerade das Medium Videospiel würde sich hier doch als breitenstarke Plattform – insbesondere für die Jugend – anbieten. Ich hoffe dass diese Zeit noch kommt.

    1. Freut mich, dass dir die Zusammenfassung gefällt. Diese Woche werden noch die zu Rollenspielen und Strategiespielen kommen sowie Sonstige (wahrscheinlich dann bei den Strategiespielen als Anhang).

      Ich finde das mit den WW2-Shootern auch schade. Ich dachte das Medium Spiel wäre mittlerweile erwachsen genug dafür, aber offenbar ist dem nicht so. Spiele wie Spec Ops: The Line, die sich kritisch mit der Thematik Krieg auseinandersetzen, sind dann doch leider eher rar gesät – erst Recht aus dem AA+ Sektor

  2. Ich denke ich freue mich vor allem auf Star Wars. Offenbar haben sie ja gelernt und setzen endlich auch wieder auf einen Story-Part. Bis heute habe ich den Vorgänger nicht, obwohl ich die alten geliebt und gesuchtet habe. War halt mit Story, der neue Teil nicht.

    Mal sehen, ob es mir letztlich gefallen wird. Ich bin ja eher Fan der alten Filme 1 bis 6.

    Assassin’s Creed ist für mich ganz große Liebe, allein schon wegen des Settings. Ich mag ja eh historische Dinge und das alte Ägypten, woah. Als würde ein Traum wahr werden. ;) Ich bin so vernarrt in Ägypten, hab meinen Mann sogar die zweitteuerste Sammlerausgabe vorbestellen lassen. Ich meinte zu ihm damals, er wird mich mit keinem Geschenk Weihnachten glücklicher machen können. Ich greife kaum noch zu CEs, aber die macht mich total an. :D

    Auf das Spiel habe ich auf der gamescom übrigens verzichtet. Ich mag es dann ganz „jungfräulich“ angehen. *g* Daher habe ich auch viele Meldungen mit den ganzen Infowellen gar nicht erst gelesen. Mal sehen, wie ich dann klarkomme. Der letzte Teil den ich gespielt habe war Unity, wobei derderzeit noch aktuelle auch noch folgen wird. Nach einer Weile AC-Auszeit kann ich wieder ganz gut mit der Reihe. Wobei ich vor dem neuen Teil nicht zu viel nachholen möchte, um nicht zu riskieren, bis Herbst schon wieder gelangweilt zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: