Wird HEAVY RAIN die Enttäuschung des Jahres? 16

Wird HEAVY RAIN die Enttäuschung des Jahres? 16

Alle Welt wartet auf HEAVY RAIN. Ich auch. Am 26. Februar 2010 ist es endlich so weit: Besitzer einer PS3 kommen dann endlich in den Genuss des neuesten und exklusiven Meisterwerks des französischen Entwicklerteams Quantic Dream (kennt Ihr bestimmt von FAHRENHEIT). In HEAVY RAIN sind vier Personen an der Aufklärung einer Mordserie in den USA beteiligt, alle aus unterschiedlichen Motiven. Du triffst die Entscheidungen für diese Charaktere und trägst somit auch alle Konsequenzen. HEAVY RAIN versucht auf innovative Art knifflige Detektivarbeit wie ein Film Noir aussehen zu lassen.


Ich habe die kurze Demo gespielt, die seit einigen Tagen im PlayStation-Network angeboten wird. Was soll ich sagen? Tolle Grafik, fein inszeniert und sicherlich spannend erzählt. Und trotzdem wollte ich meine Vorbestellung für HEAVY RAIN schon stornieren. Warum? Die Steuerung!

Ich sag’s mit einem Wort: Kindergarten. Auf dem Bildschirm erscheinen die Symbole der Tasten des Controllers und wenn man sie schnell genug drückt, dann macht der Charakter genau das, was er soll (das Video zeigt eben dies mit einer Szene aus der Demo). Ist man zu langsam oder drückt eine falsche Taste, weil man z.B. auch viel Zeit an der Xbox 360 verbringt, dann verhält sich der Charakter dumm und ungelenk. Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn neue Spiele eine eigene Steuerung mit sich bringen, das erlernt man ja im Laufe des Spiels. Warum aber jede Geschicklichkeitsaufgabe eine neue Symbolfolge und somit Steuerung erforderlich macht, das will sich mir nicht erschliessen. Unter Spielspaß verstehe ich etwas anderes.

So landete also mein FBI-Agent die meiste Zeit mit der Nase im Dreck und mein Privatdetektiv bekam von einem unfreundlichen Freier die Fresse poliert. Tolle Erfolgserlebnisse. So stelle ich mir eine gelungene Demo vor. Ich werde meine Vorbestellung trotzdem nicht stornieren, ich will Euch ja über das Spiel berichten. Und falls HEAVY RAIN bereits im Februar 2010 die Enttäuschung des Jahres wird, dann erfahrt Ihr es als erste von mir.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

16 Comments

  1. Willkommen in der Welt der Quick Time Events. Während du wie grantelnder Opa, der bei Super Mario nach links läuft, das Handtuch geworfen hast, habe ich mit God-of-War-gestählten Reflexen dem Freier auf Anhieb ordentlich die Fresse poliert. Übung macht den Meister – so funktioniert doch jedes Spiel, das nicht Flower heißt? Und wenn ich Heavy Rain richtig verstehe, ist es sogar ziemlich fehlertolerant und switcht dafür in einen alternativen Handlungsstrang.

    Gespannt auf das Endprodukt bin ich jedenfalls genauso wie du.

  2. ach komm, bei fahrenheit hast du die ersten events bestimmt auch gnadenlos vermasselt ;)
    ich hatte nach dem tutorial immernoch nich gewusst was die von mir wollten (lag aber bestimmt auch an der pc-steuerung, die war ein wenig gewöhnungsbedürftig).

    was mich viel eher stört ist die „exklusivität“ für ps3, aber wahrscheinlich bin ich hier der einzige der konsolen nix abgewinnen kann ^^

  3. So wie Fabian sehe ich das auch!
    Wann man durch ‚God of War‘ oder ‚Heavenly Sword‘ spielen schon gelernt hat, wie die Knöpfe auf dem PS3 Kontroller angeordnet sind, ist es nicht mehr so schwierig. Bei ‚Super Mario World‘ früher haben wir auch durch hunderte Male Neustarten gelernt, wie die richtige Sprungreihenfolge aussehen muss.

    Ich habe die Demo von ‚Heavy Rain‘ sogar extra zwei Mal gespielt um zu sehen wie der Boxkampf in beide Richtungen ausgeht. Und Du wirst es nicht glauben: Es macht keinen Unterschied!
    Und genau da ist für mich das Geheimnis: Der Spieler wird dadurch unterhalten, da seinem Handeln plötzlich eine Relevanz zugesprochen wird, wie sie sie sonst nicht erreicht wird. Und dabei ist es vielleicht sogar egal wie man abschneidet. Weil man so oder so einen interessanten Storybogen erzählt bekommen. Anders als übrigens früher bei ‚Super Mario World‘, wo es einfach in einem ‚Game Over‘ endet.
    Ich hoffe aber, diese alternativen Möglichkeiten gibt es wirklich und ‚Heavy Rain‘ wird nicht so durcheinander und der rote Faden geht verloren wie damals bei dem Adventure ‚Blade Runner‘. Ab übermorgen werden wir es wissen!

  4. Vorweg: Ich hab die Demo nicht gespielt (hab keine PS3), aber alleine aufgrund diverser Videos konnte ich gleich feststellen, dass das Spiel nix für mich ist. Die Flut an QTEs stört mich schon sehr … und es ist mir bei dem, was ich bisher gesehen hab, zuviel Cinema und zuwenig Spiel.

  5. Also wenn die Story NICHT dadurch beeinflusst wird, WIE ich mich in den Quick Time Events schlage, wofür brauche ich die denn dann? Ich hätte hier jetzt einen alternativen Handlungsstrang vermutet, so zu sagen den Weg der „alten Säcke“.

    Ich bleibe dabei: Kinderkram. Ich will bei einem Videospiel für Erwachsene auch wie einer behandelt werden.

    Bin trotzdem auf das Spiel gespannt.

  6. Also die QTEs bei Heavy Rain (Demo) finde ich noch relativ human und harmonisch umgesetzt – ist ja nicht immer eine Zufallstaste, die man drücken muss, sondern bestimmte Tasten/-kombinationen, die zumindest entfernt mit der jeweiligen Bewegung korrespondieren.

    Was mich vielmehr nervt, ist die Geh-/Laufsteuerung. In Verbindung mit der fixen Kameraperspektive… nee, sowas hatte ich seit dem Ur-Resident-Evil nicht mehr.

    Und trotz allem: Ich freu mich auf das Spiel. Nur ein interaktiver Film? Was soll’s – wenn er gut ist!

  7. ‚Ich bleibe dabei: Kinderkram. Ich will bei einem Videospiel für Erwachsene auch wie einer behandelt werden.‘

    Puh, welch erwachsener Kommentar…

    Daniel, das habe ich leider auch gedacht. Aber immerhin kann man in jeder Einstellung die Kamera Alterntiv bewegen. Und nur so kann man dem Spieler auf der einen Seite eine gewisse Stringenz in der Erzählung suggerieren die gebaut ist auf interessnte Kamerapositionen und ihn in den Zwischensequenzen nicht aus dem Spielgeschehen zu sehr rausreissen, weil er soweiso gewohnt ist die Kameraposition nur indirekt frei wählen zu können.
    Ich kann die Entscheidung der Designer also verstehen und hoffe, einfach nicht ganz so oft gegen die Wand zu laufen! Literally…. ;)

  8. Oh, ich hätte auch „die Steuerung ist unkomfortabel“ schreiben können. Das klingt vielleicht erwachsener, trifft es in meinen Augen aber nicht so treffend. Deswegen habe ich diese Formulierung auch den Kollegen von Gamepro überlassen.

  9. Kann mich Daniel nur anschließen „Was mich vielmehr nervt, ist die Geh-/Laufsteuerung. In Verbindung mit der fixen Kameraperspektive“. Dies ist das einzige was mich gestört hat an der Demo. Die Tastkombination sind einfach nur eine Sache der Übung, was auch jeder schon erwähnt hat. Deswegen das Spiel jetzt schon (fast) unter den Titel „Enttäuschung des Jahres“ zu packen finde ich mehr als übertrieben.

  10. Jemand das Spiel schon durch? Habe es gerade durch und muss sagen, es ist ein nettes Spiel, aber ein paar Abschnitte haben ein wenig genervt. Hätte mir mehr Rätsel gewünscht die man selber herausfinden muss bevor es weitergehen kann. Aber wenn das Spiel gut ankommt, dann wird es wohl das erste dieser Art sein. Werde es auf jeden Fall noch einmal zocken, da 2 der Charaktere übern Jordan gegangen sind bei mir.

  11. Korrektur: Ich bin auch durch. Es ist nicht die „Enttäuschung“ des Jahres, aber für mich auch definitiv kein Hit. Und es stimmt, die Geh-/Laufsteuerung mit der verworrenen Kameraperspektive stört noch mehr als die QTEs. Letztere kann man nämlich auf „einfach“ stellen. Review kommt bald!

  12. Ich bin irgendwo mittendrin und – Jesus Christ – macht das Ding depressiv. Für die Atmosphäre schon mal beide Daumen hoch.

    Gegen die QTEs habe ich nicht im Geringsten was: seit God of War empfinde ich sie als nahtlos eingebundene Minigames und die verlangten Bewegungen in Heavy Rain finde ich auch passend und „realistisch“. Lediglich die Dialogauswahl ist nicht immer gelungen, die Kombination aus Zeitdruck, Stressgezappel der Wörter und dass die Optionen manchmal am Bildschirmrand herausfahren, macht das ganze öfters unnötig hektisch.

    Laufen mit R2 fand ich auch sehr gewöhnungsbedürftig, inzwischen gefällt mir das sehr gut, dass der linke Nösel ausschließlich für Richtungsangaben (auch im Stehen, that is) gebraucht wird. Dann parallel zum Laufen immer schön mit L1 die Kamera umschalten, dann kommt echtes Filmfeeling auf.

    Zwischenfazit: Heavy Rain ist absolut nicht für jeden was. Dass man eigentlich nicht viel falsch machen kann, ist Segen und Fluch des Spieles. Ob die einzelnen Entscheidungen überhaupt einen großen Unterschied machen, kann ich nicht beurteilen. Ich glaube, dafür spiele ich einfach noch zu „konservativ“, tue das, was von den „Helden“ des Spieles unausgesprochen verlangt wird. Sollte Heavy Rain es schaffen, dass man von diesem starren Denken wegkommt, hat es sein Ziel erreicht.

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