Schwarzweiß-Limbo durch die Unterwelt 12

Schwarzweiß-Limbo durch die Unterwelt 12

Alle reden sie in letzter Zeit nur noch von einem Game: LIMBO. Wer jetzt an Futurama denkt: LIMBO hat nichts mit dem Tanz zu tun, in dem Hermes Weltmeister ist. (Auch nicht mit dem Buch von Aldous Huxley, aber das kennt ihr vermutlich eh nicht).
Limbo kommt von dem lateinischen Wort für „Rand“ (Limbus) und bezeichnet in der katholischen Theologie einen Bereich der Hölle, in dem sich Seelen aufhalten, die zwar die „original sin“ (also quasi die Erbschuld, mit der laut der Kirche jeder geboren wird) in sich tragen, aber sonst nichts Böses getan haben. Dämliches Konzept, ich weiß.
Der Protagonist in dem Spiel ist ein kleiner Junge auf der Suche nach seiner Schwester in einer feindlichen schwarzweiß-Welt, möglicherweise der Hölle?

LIMBO ist ein Puzzle-Platformer von PlayDead Studios und in den letzten Tagen spielt es so ziemlich jeder Blogger und jeder Twitterer, den ich kenne.
Ich nicht.
Warum? Weil LIMBO ein verdammt teures XBLA-Game ist. 1200 Points (ca. 15 Euro) sind einfach zu viel, besonders wenn man sich die kurze Spielzeit vor Augen hält. Die Demo habe ich gespielt und ich sehe, was alle so toll an dem Spiel finden. Es ist düster, es ist minimalistisch und ab und zu stirbt der kleine Kerl extrem brutal. Trotzdem ist mir die Suche des namenlosen Jungen nach seiner Schwester – eben auch wegen der viel gepriesenen Schlichtheit – keine 15 Euro wert.

Zwei Jahre Entwicklung soll in dem Spiel stecken, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Dafür gibt es zu viele Bugs und dafür ist auch die Steuerung viel zu holprig. Und das Spiel eben viel zu simpel. Möglicherweise wird es später ja noch interessanter, ich habe da aber eher Gegenteiliges gehört, also dass das Gruselige (was ich nicht gesehen habe) eher immer gleich bleibt.

Über die Puzzles, so weit ich sie gesehen habe, muss man manchmal ein paar Sekunden nachdenken. Oft sieht man Fallen und ähnliches aber erst, wenn man schon reingelaufen ist, die Entwickler nennen LIMBO deshalb auch ein trial-and-death-Spiel. Man läuft irgendwo lang, dann stirbt man, dann weiß man, wie man es beim nächsten Mal machen muss. Das „stirb nicht öfter als 5 Mal“-Achievement schafft sicher niemand beim ersten Durchgang.

Meiner Meinung nach ist LIMBO ein nettes XBLA-Game, kein besonders guter Platformer, dafür aber ein ganz solides Puzzle-Game mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Der Hype ist aber übertrieben, GameInformer kürt LIMBO sogar zum Game of the Month für August, Metacritic zeigt einen Gesamtscore von 90 an. Es ist Sommer und es gibt gerade nicht viel neues aber das ist noch lange kein Grund, so ein Spiel grundlos in den Himmel zu loben.

Was sagt ihr denn dazu? Habt ihr euch vom Hype mitreißen lassen und euch LIMBO besorgt, wartet ihr wie ich auf ein Schnäppchen oder interessiert euch LIMBO möglicherweise gar nicht?
Ab in die Comments mit euren Meinungen zu LIMBO.

Previous ArticleNext Article
Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

12 Comments

  1. Ich kann das Preisargument nicht wirklich nachvollziehen. Nicht nur bei diesem Spiel sondern allgemein. Wenn ich nach der Arbeit einmal etwas entspannen will, ist es relativ uninteressant ob so ein Spiel jetzt 7€ oder 15€ kostet.

    Nicht dass es nicht gerne günstig sein darf, aber Preise sollten für die Bewertung eines Spiel keine Rolle spielen.

    Zudem denke ich, dass die meisten Videospieler nicht das Geld einschränkt sondern die Ihnen zur Verfügung stehende Zeit und Ihr Leben.

    Mich würde auch mal interessieren wie Ihr das sieht.

    LIMBO steht auf jedenfall auf meiner Liste …

    Bin aber froh dass du nix von Kunst geschrieben hast :-)

  2. @Jan: du hast ja eigentlich recht. Ein Spiel mit 120 Stunden Spielzeit kostet auch nicht mehr als eins, bei dem man nur 20 Stunden spielt. Und eins, das in der Entwicklung Millionen gekostet hat ist auch nicht teurer, als eine Billigporduktion, die passend zu einem Kinofilm auf den Markt geschmissen wird.

    Ich lade mir generell aber nicht sehr viele XBLA-Titel, habe aber bisher nie mehr als 800 Points ausgegeben. Und wenn ich LIMBO jetzt mit einem Shadow Complex vergleiche, dass richtig aufwändig mit Motion Capturing und zahlreichen bekannten Sprechern umgesetzt wurde und an dem ich 30 Stunden gespielt habe, dann sehe ich das einfach nicht ein. 15 Euro, das ist die Hälfte eines UK-Imports eines neuen Retailgames, für mich als Student ist das einfach viel Geld. Und wenn man nur 2 Tage damit Spaß hat, lohnt sich das einfach nicht.
    Kino finde ich ja schon überteuert und da bekommt man für 15 Euro immerhin 3-4 Stunden Unterhaltung.

    Das Zeitargument sehe ich auch so, allerdings ist jetzt im Sommer eher wenig los.

  3. 15 Euro ist mir eigentlich auch zu viel. Aber wenn man dem Nachrichtenstrom so trauen will, dann muss man das ja eigentlich kaufen. Bin noch unschlüssig. Mal sehen. Im Moment ist eh erstmal Red Dead Redemption auf dem Plan.

    Zeit ist definitiv ein Problem, aber das liegt daran, dass einfach zu viel davon für Feedreader und Twitter und auch noch Reallife draufgeht :-D

  4. Habe jetzt die Demo gespielt. Kann deine Steuerungselemente auch leider nicht nachvollziehen. Aber: Die Demo verspricht weniger als das Spiel bietet. Wenn du mal Auschnitte aus dem Walktrough (http://www.youtube.com/watch?v=J9EM0C4D0Hc&feature=related) anschauen magst ( musst dich ja nicht komplett zuspoilern lassen) wirst du merken, dass das Spiel echt heftig schwierig sein kann. Werde mir das jedenfalls kaufen und drüber schreiben, wenn ich es durchgespielt habe:)

  5. Ich habs gestern auch mal angespielt. Die Atmosphäre ist der Wahnsinn, zusätzlich hat es beim Spielen gerade draußen heftig gewittert. Spielerisch ist es aber eher uninspiriert. Es erinnert mich ziemlich stark an Another World, vermutlich durch den Soundeffekt der Schritte. Und natürlich durch die Kombination tolle Atmosphäre und nerviges Trial and Error-Spielprinzip.

  6. „Limbo“ ist wirklich eines der Spiele für die ich mir – das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt – eine 360 kaufen würde. Schade, dass es davon keine PS3-Version gibt bzw. geben wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: