Schrottwichteln: Cross Edge – Derweil in Japan 0

Schrottwichteln: Cross Edge – Derweil in Japan 0

Als wir in unserem homogenen Miteinander beschlossen haben, ein sogenanntes Schrottwichteln zu veranstalten, habe ich mir ja so meine Gedanken gemacht, was mich da erwarten könnte. Grundsätzlich spiele ich ja erst mal alles. Gut, ich meckere öfter mal über Echtzeitstrategie, weil ich da rein von der Geschwindigkeit oftmals kein Land mehr sehe. Wirklich dagegen habe ich jedoch nichts. Frei von jedem Vorurteil harrte ich der Dinge, die da kommen sollten.

Der liebe Maxx jedoch ließ mir mit einem sprichwörtlichen Put your fuckin‘ mouth on the curb kaum eine Chance. In einem pechschwarzen Umschlag präsentierte sich mir ein bis dahin völlig unbekannter Titel namens Cross Edge für die Playstation 3.

Wenn man versucht, in die Welt dieses Titels abzutauchen, fühlt sich diese wie der klassische Anime aus Kindheitstagen an. Dies fängt bei der eigentlich ganz netten, aber sich immer wiederholenden japanischen, rockigen Klischeemusik im Hintergrund an und spitzt sich im Bereich Kulleraugen zu.

Die Protagonisten Miko und York purzeln in eine andere Dimension, um irgendwelche Seelen zu befreien. Dialoge finden in geschriebener Form statt. Mikos Lieblingsaussage scheint mir „…“ zu sein und muss in ihren zickigen Phasen (mit halber Sprachausgabe) immer und immer wieder weggeklickt werden.

Nach (sehr) kurzer Eingewöhnungsphase gilt es, in einer Gruppe auf einer Weltkarte herumzureisen um zu… ich nenne sie mal… Eventblasen (a.k.a Encounter) zu gelangen. Dort kämpft man mit nicht nachvollziehbaren Kombos, zig Energiebalken pro Charakter und Aktionspunkten, die sich scheinbar willkürlich auf- und entladen, rundenbasiert (aber doch irgendwie gegen die Zeit) gegen verschiedene Monster aus dieser nicht näher erklärten Welt.

Wer eher im Asienkult zuhause ist und nicht wie ich hauptsächlich auf Final Fantasy steht, wird sicher merken: So richtig habe ich dieses Spiel einfach nicht verstanden. Die Story erscheint mir bis zum jetzigen Punkt ungefähr so flach wie die kaum aufgelöste Map ohne Details. Selbst als Pen&Paper-Rollenspieler schaffe ich es einfach nicht, mich in so etwas hineinzudenken.

Nichts gegen ein RPG, nichts gegen 2D. Aber der Mix insgesamt stimmt in diesem Paket so dermaßen nicht, dass es mir physische Schmerzen zufügt. Danke für das Spiel, Maxx. So konnte ich mir nach Weihnachten mal einiges von der Seele schreiben. Aber sollte ich Dich im nächsten Jahr ziehen, gibt es Schlimmeres als die heftigste FIFA-Dröhnung, die Du dir vorstellen kannst.

Namensgebender Link zum Thema: Ein relativ neuer tumblr-Blog namens Derweil in Japan. <3

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