Review: ilomilo 8

Review: ilomilo 8

Die Trauer bei Ilo und Milo ist groß, denn die beiden sind getrennt und finden nicht zueinander. In ilomilo, einem Puzzle-Game mit süßer Optik und ebenso zuckersüßer musikalischer Untermalung muss der Spieler den beiden Wesen in 49 Leveln dabei helfen, wieder zueinander zu finden. Das hört sich einfach an, wird im Verlauf des Spiels aber immer kniffliger. Den stetig hinzukommenden Hilfsmitteln stellen sich ebenso stetig erscheinende neue Hindernisse in den Weg.

Ilo und Milo leben in einer Welt, die aus quadratischen Blöcken besteht und ebensolche Blöcke stellen auch die Hilfsmittel dar. Neben einfach Blöcken gibt es solche, die sich nach oben oder vorne verlängern, welche die fliegen und Blöcke, die Ilo/Milo drehen bzw. durchfallen lassen, um eine andere Seite der Welt zu erkunden. Langeweile kommt in keinem der 49 Level auf und zu leicht ist auch keines davon. Man könnte denken, diese limitierte Welt böte kaum Möglichkeiten für viele unterschiedliche Rätsel, doch weit gefehlt. Einige Tricks lernt man und man kann sie auch im weiteren Verlauf des Spiels anwenden, ansonsten ist aber jedes Rätsel wieder aufs Neue fordernd. Unterwegs sammeln Ilo und Milo – man kann immer zwischen den beiden switchen, sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer-Modus – Foto-Fragmente ein, die sich zu Bildern zusammenfügen, durch die die Hintergrundgeschichte der beiden erzählt wird. Dann gibt es noch Schallplatten, die Songs im Menü freischalten, und in jedem Level drei Safkas zu finden, kleine Wesen, die Ilo oder Milo hinterher hüpfen. Sonst begegnen die beiden wenigen anderen Lebewesen, meist sind es nur Ilo, Milo und ein scheinbar unüberwindbares Hindernis. Sterben kann man nicht, man kann sich höchstens den Weg verbauen und muss dann das Level von vorne beginnen, was auch mal einer halben Stunde Spielzeit entsprechen kann.



Diese GIFs, Wallpaper, Songs aus dem Game als MP3 und andere schöne Bilder gibt es im Entwickler-Blog zu ilomilo.

Die 49 Level sind in vier Welten aufgeteilt, jede Welt besteht aus neun Leveln und drei Bonusleveln, wobei die Bonuslevel in der quadratisch angeordneten Welt immer dann freigeschaltet werden, wenn man alle normalen Level in einer Reihe geschafft hat und alle drei Safkas in jedem Level gefunden hat. Die sind aber nicht immer leicht zu finden. Das Absolvieren von 5 der 9+3 Level einer Welt ermöglicht das Weiterziehen, bis Ilo und Milo im letzten Zusatzlevel dann endlich für immer vereint sind. Danach will man aber sofort zurück und alle übersprungenen Level ebenfalls beenden, einfach nur, weil die so schön gemacht sind oder, um die Bonuslevel betreten zu können. Da haben sich die Entwickler von SouthEnd Interactive nämlich was ganz besonders einfallen lassen und bieten neben extrem schweren Puzzles Treffen mit Super Meat Boy oder World of Goo im Hintergrund. In manchen der Bonuslevel erzählt der fliegende Tippgeber Sebastian in hübscher, pixeliger 2D-Grafik eine mehrteilige Story, die ebenfalls zum Beenden sämtlicher Level motiviert. Freischaltbare Songs, Galeriebilder und Ilo & Milo-Figuren für den Xbox-Avatar runden das Spielvergnügen ab. Einziger Wermutstropfen: zumindest in dieser frühen Version stürzt ilomilo extrem oft ab. Die Bewegung, die man durch das Aufstehen und neustarten der eingefrorenen Xbox bekommt, ist dabei das kleinere Übel. Dass der Absturz typischerweise kurz vor Beenden eines Puzzles passiert, kann allerdings doch ein bisschen auf die Nerven gehen. Da das offizielle Releasedatum aber erst der 5. Januar ist – auch wenn sich eigentlich jeder den „geheimen“ Code holen und das Game vorab spielen konnte – kann man so einen Bug noch verzeihen. Da er eigentlich immer bei der gleichen Aktion auftrat, wird er sicherlich leicht aufzufinden sein und mit einem Patch – hoffentlich dann noch vor Release – behoben werden.

Das frühe Releasedatum im Januar ist leider ein Garant dafür, dass ilomilo Ende des Jahres in den typischen Toplisten und Awards vergessen werden wird. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass ilomilo in der Kategorie der Download-Titel dieses Jahr nur schwer übertroffen werden kann, außer vielleicht durch einen Shadow Complex-Nachfolger, aber der steht ja leider noch in den Sternen.

Ilomilo ist für Windows Phone und auf Xbox Live Arcade für 800 Microsoft Points (Link zu ilomilo auf xbox.com) erhältlich und ab 0 Jahren freigegeben.

Previous ArticleNext Article
Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

8 Comments

  1. Cooles Spiel! Allerdings habe ich häufig das Gefühl, dass mir ein Level nicht deshalb schwierig erscheint, weil ich falsch denke, sondern weil ich durch die etwas trickreiche Kamerasteuerung eher mal einfach einen Pfeil übersehe oder so. Das ist dann schon ärgerlich.

    Die Freezes gibt es übrigens noch in der finalen Version, hatte gerade eben einen.

  2. Ich finde die Kamera eigentlich ganz gut so. Zumindest ist es klasse gelöst, dass man durch die Blöcke hindurch sehen kann, wenn man sich denn dahinter befindet. Etwas, das ich bei Castle Crashers immer bemängelt hatte, da sieht man sich desöfteren einfach nicht mehr.

    Ansonsten schließe ich mich auch bedingungslos an: So ein tolles und herzerwärmendes Spiel mit viel Liebe zum Detail und schöner Musik. <3

  3. Man kann als PC-Zocker leider einfach nicht mitreden. Mit Smartphone kann ich auch nich dienen…es nervt schon etwas das viele, vorallem Indiegames, nur für manche Plattformen veröffentlicht werden. Macht das Sinn? Sollte man nicht eher mehr Leute erreichen wollen?

  4. @Seppuku: da sich Games leicht von Xbox nach PC portieren lassen und vice versa, ergibt es eigentlich keinen Sinn. Kann mir nur vorstellen, dass Microsoft als Publisher und Mitentwickler keine Lust auf Steam & Co. hat. Vielleicht wird es das ja später mal im Laden geben.

    Irgendwie ist SouthEnd eh ein komischer Laden. Ein kleines Studio aus Schweden, dass aber auch schon für Ubisoft gearbeitet hat und z.B. XIII mitentwickelt hat.

    Tipp: kauf dir einfach ne Xbox, ist doch nicht so teuer :)

    @Fabian: die Musik gibt’s in deren Blog gratis. Sag mal bitte, ob dich der eine Song auch an Herr der Ringe erinnert oder ob ich total bekloppt bin.

  5. @Seppuku: Tja, was soll man da sagen? Exklusivtitel sind so alt wie Videospiele, warum soll das bei Indietiteln anders sein?
    Bei Ilomilo z.B. kommt zu Beginn ein fettes Microsoft-Logo. Das schließt eine Windows-Portierung natürlich erstmal nicht aus, für alle anderen Plattformen sieht es aber entsprechend finster aus.

    @David: Me and my paper plane meinst du? Das erinnert mich eher an Monkey Island. :) Aber am besten ist eh noch March of the Ilomilos mit dem Papiersummen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: