Der EA SPORTS Online Pass: Die Lösung für die Second-Hand-Problematik? 13

Der EA SPORTS Online Pass: Die Lösung für die Second-Hand-Problematik? 13

Dass Publisher Probleme mit dem Gebrauchtmarkt haben ist keine Neuheit. Das Problem liegt auf der Hand, schließlich verdienen die Unternehmen nichts an einem Weiterverkauf ihrer Produkte. So tüfteln die Konzerne immer neue Strategien aus, wie sie entweder den Gebrauchtmarkt unterbinden, oder ihren Anteil an dem nicht zu unterschätzenden Marktsegment abstauben können.

Wer sich in der letzten Zeit einen Titel von Electronic Arts gekauft hat, wird bereits Bekanntschaft mit den Auswirkungen des Programms „Project Ten Dollar“ gemacht haben: Einzelnen Spielen, darunter Mass Effect 2, lag ein Code bei, mit dem ein wichtiger Inhalt des Spieles einmalig freigeschaltet werden konnte, bei Mass Effect 2 handelte es sich hierbei um das „Cerberus Network“. Käufer einer gebrauchten Version konnten diesen Code in den meisten Fällen nicht mehr nutzen, und mussten zum Freischalten einen entsprechenden Betrag zahlen.

War das Auslassen dieser Features bis dato noch verschmerzbar, dürften sich Käufer von gebrauchten Versionen eines Spieles von EA SPORTS immer mehr dazu genötigt sehen den zusätzlichen Obolus zu entrichten: Mit der Veröffentlichung von Tiger Woods PGA TOUR 11 wird jedem Sport-Spiel aus dem Hause EA zukünftig ein solcher Code beiliegen, welcher den Zugang zu den Online-Funktionen freischaltet. Ist dieser Code bereits verbaucht worden, hat der Spieler die Möglichkeit sich für 800 Microsoft Points oder 10 $ (Der Preis für Deutschland wird noch bekannt gegeben. Ich tippe mal auf 10 €) einen neuen zu besorgen. Glücklicherweise ist es aber möglich, vor dem Kauf eines Online Passes eine kostenlose, 7-tägige Probierphase freizuschalten.

Für Freunde der gebrauchten Kopie ihres Spieles wird sich nun in Zukunft die Frage stellen, ob sich ein Second-Hand-Kauf überhaupt lohnt, wenn neben den Kosten für die Anschaffung des Spieles, auch noch ein Entgelt für Zusatzfunktionen entrichtet werden muss. Zwar gibt es sicherlich viele Leute, die keine Online-Funktionen brauchen, aber besonders bei Sportspielen ist dieses Feature doch essenziell. Was denkt ihr über die neue Taktik von EA? Ist es totale Ausbeute, oder denkt ihr es ist gerecht, dass EA für das Bereitstellen der Online Funktionen Geld verlangt (schließlich muss man für World of Warcraft auch monatlich 10 € löhnen)?

Weitere Informationen zum EA SPORTS Online Pass bekommt ihr im FAQ von EA SPORTS.

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

13 Comments

  1. Moment, es geht jetzt hier um PC oder Konsolenspiele? Bei der Konsole (in meinem Fall der 360) würde ich das als Frechheit empfinden. Schliesslich bezahle ich ja für die Onlinefunktionalität (eigentlich) schon mit meinem Gold-Account bei Xbox-Live. Neben der Abogebühr dann noch pro Spiel zu zahlen wäre ein No-Go für mich.
    Wieder einmal ist der zahlende Kunde der Dumme. Wenn ich ein Spiel kaufe, möchte ich es auch vollwertig wieder verkaufen können.
    Letztendlich kann der mündige Kunde sowas nur so verhindern, dass er solche Spiele einfach boykottiert. Ja ich weiß, das wird leider nicht passieren.

  2. Naja, meiner Meinung nach kompletter Bullshit.
    Für etwas Essentielles 10€ zu verlangen? Das ist nicht der richtige Weg.
    Während es bei BFBC 2 noch „verständlich“ war, dank des VIP Codes wird man hier für einen Spielmodus zur Kasse gebeten den man eigentlich hätte kostenlos spielen dürfen und sollen.

    Was kommt als nächstes? Man darf nur einen Level im SP anspielen und muss dann 10€ zahlen?

    Ist doch ganz großer Mist.

    Bei solchen Gängeleien verstehe ich die Raubkopierer. Ich mein, wofür soll ich da noch Geld bezahlen wenn man für den MP Modus eines Games dann doch blechen muss (auch wenn es nur bei einer gebrauchten Version so ist).

  3. Achja: Der Vergleich mit World of Warcraft schleift ein wenig.
    Dort ist es mit viel mehr Aufwand verbunden die Server aufrecht zu erhalten und der Spieler bekommt (meist) pro Monat neuen Content und sonstige Sachen, während man bei EA trotzdem für den DLC zahlen muss.

  4. @Dirk: Der Online-Pass wird auch für die Konsolen erscheinen – Im Gegensatz zu XBL handelt es sich hierbei allerdings um eine einmalige Zahlung. Nichtsdestotrotz kann ich deine Aufregung verstehen: So gegängelt fühlen wir PCler uns schon seit Jahren!

    @Cactuar1989: Ich muss auch gestehen, dass mein Vergleich absichtlich etwas schleifend daher kommen sollte. Was wir hier erleben ist Teil einer allmählichen Umstellung der Bezahlung. Es fing mit Abos und Bezahl-DLCs an, ging über Micropayments und die Auslagerung elementarer Bestandteile ist auch ein weiterer Schritt in die Zukunft. Ich nehme an, dass wir in 10 Jahren unsere Spiele in Modulen kaufen können: Man holt sich ein Grundgerüst und bucht dort Sachen wie Multiplayer für einen bestimmten Betrag hinzu. Was man davon halten muss, muss jeder für sich selbst entscheiden: Wir können ja nur durch unser Zahlverhalten Einfluss darauf nehmen.

  5. Die Idee ist im großen und ganzen einfach nur Abzocke, finde ich.

    Das Spiel ist gekauft und bezahlt und fertig.
    Was der Kunde am Ende mit dem Spiel macht wenn er es nicht mehr benötigt sollte den Hersteller nicht mehr interessieren.
    Ob es in den Müll geschmissen wird oder auf dem Trödel weiterverkauft wird darf nicht interessieren, denn sie haben einmal schon Geld verdient und Spiele sind, wenn sie neu sind echt keine Schnäppchen.
    Die hohen Preise sind der Grund das ich mir meist keine Spiele kaufe.

    Aber übertragen wir das ganze doch mal auf Bücher.
    Ich kaufe mir ein Buch und dazu gibt es einen einmaligen Downloadgutschein über 10 Euro für die letzten 15 Seiten.
    Dann kann ich mir das Ende der Geschichte online einmal durchlesen und danach war es das.

    Wenn nun jemand anders das Buch lesen möchte kann er es machen, muss aber um das Ende zu erfahren ebenfalls sich die letzten Seiten runterladen gegen Geld.
    Das alles damit Bücher nicht mehr Weiterverkauft werden ?

  6. Ich frage mich ja, warum gerade die Spieleindustrie nach eigenen Aussagen so sehr darunter „leidet“. Was machen dann sämtliche andere Branchen, deren Produkte gebraucht weiterverkauft werden? Was ist mit DVDs, Kleidung, Spielzeug, Elektroartikeln, Autos? Da meckert auch niemand, Gebrauchtverkauf ist Gang und Gebe und überhaupt kein Problem.

    Das einzige Argument, das vielleicht teilweise ziehen würde, wäre dass die Games ja gebraucht keinen Qualitätsverlust erleiden. Das ist aber bei DVDs oder CDs ja genau so und kein Thema. Außerdem gibt es ja an sich bei Games mit steigendem Alter in so fern doch einen Verlust, weil die Grafik dann veraltet ist.

    Die Spieleindustrie sollte sich lieber mal Gedanken machen, warum man ihre Games nach dem Spielen weiterverkaufen will und wieso sich so viele die Games gebraucht besorgen! Das liegt schlicht und einfach am Preis! Wer für ein Spiel à 10 Stunden Dauer teils 60-70 € hinblättern muss und oft nicht mal einen Wiederspielwert hat, überlegt sich das u.U. zweimal!

    Ich wäre ja eher für günstigere Games, die von mir aus auch gern grafisch nicht fotorealistisch daherkommen und keine extrem teuren Rendervideos haben oder sich mit großen Namen und Lizenzen schmücken. Das macht die Indieszene gut vor und da stimmt endlich mal wieder der Spielspaß im Gegensatz zu vielen der „großen“ Games, die oft nur noch auf Bombast aber nur selten Spieltiefe und Innovation setzen.

  7. @beetFreeQ:
    Mal ganz ketzerisch gefragt: Wäre es dann nicht ein super Kompromiss, die Idee von Cactuar1989 und Freddi aufzugreifen und ein Basisspiel für 10 EUR anzubieten? Zusatzfeatures (Multiplayer, neue Levels) kosten dann extra und mit einer Full-Blown-Version mit allen DLCs usw. kommst du dann unterm Strich auf den heutigen Preis.
    Dann könnte ja jeder selbst entscheiden, wie weit er gehen möchte und hätte für 0 < x <= Maximalpaket Stunden Spaß.

    Und die Frage, warum gerade die Spielindustrie den Gebrauchtmarkt bekämpft, ist ganz einfach: Weil sie es können. Kleidung musst du nicht freischalten, Film-DVDs sind auch reine Offline-Medien… you name it.

  8. Naja, mir als nicht-Zocker (also ich bin da nicht auf dem Laufendem) scheint mir das weniger „schlimm“ als andere, nennen wir es mal Zukunftsvisionen, die mir zu Ohren bzw. Augen kamen.

  9. @Fabian: In der Theorie ist der Ansatz nicht schlecht, solang er nicht so ausgenutzt wird, dass eben für das Genre eben essentielle Bestandteile nachgekauft werden müssen. Wer aber ein Action-RPG z.B. eh am liebsten allein spielt, könnte so auf den Multiplayer verzichten.

    Mir ging es aber eher darum, dass die Kosten der Spieleproduktion heutzutage durch immer aufwendigere Grafik und teurere Lizenzen explodieren, ohne, dass sich wirklich im eigentlichen Spielspaß dahinter etwas verbessert. Da nehme ich doch lieber ein Spiel, das zwar simple, aber stimmige Grafik hat und dafür einen Bruchteil kostet.

    Als Beispiel würde ich da mal Torchlight nennen. Das ist zwar auch selbst nicht der Innovationskönig, beweist aber, dass man ein wirklich absolut spaßiges, lang anhaltendes Spielerlebnis für wenig Geld auf die Beine gestellt bekommt. Und auch sonst gibt es hier und da immer mal preiswerte Spiele, die zumindest in Sachen Spielspaß locker mit den Großen mithalten können.

  10. Ich kopiere hier mal rein was ich schon über Facebook geantwortet habe. ;)

    Was heißt hier Problem? Das Geld was ihnen durch den Lappen geht von den Leuten die Spiele gerne gebraucht kaufen *ich z.B. auch* lassen es dann halt einfach und kaufen sich da Spiel nicht oder warten bis man die Dinger eh für 20€ bekommt. Ich finde das ist mehr als lächerlich von denen und eine echte Frechheit.

  11. Ich finds nicht in Ordnung. Aber die Entwicklung geht ja im allgemeinen in Richtung bezahlte Inhalte. Und die Spieleschmieden werden damit auch Erfolg haben. Da viele Spieler den anderen ja in nichts nachstehen wollen, wird gekauft und gekauft und gekauft. Aufhalten lässt sich das wohl nicht.

  12. Ich kaufe meine Spiele generell gebraucht. Ich bin Schüler und habe einfach nicht das Geld dafür, mir jeden Monat ein Spiel für 60 € zu kaufen.
    Wenn die gebrauchten Spiele dann teurer (oder mit weniger Funktionen) herkommen, werde entweder weniger Spiele spielen oder mir sie eben aus den rechtlichen Grauzonen beschaffen.
    Das ist glaube ich nicht das Ziel von – den übrigens am Hungertuch nagenden – EA.

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