Nelly Cootalot fährt in den Switch-Hafen 0

Nelly Cootalot: The Fowl Fleet Review

»Nelly Cootalot II: The Fowl Fleet« erschien bereits im März 2016 nach einer erfolgreichen kickstarter-Kampagne. Drei Jahre später verschlägt es die rothaarige Piratin in ihrem Point’n’Click-Adventure endlich auf Nintendos Switch.

Zu Beginn befinden wir uns mit Nelly auf einem Postschiff. Dort erscheint ihr der Geist des Käpt’n Bloodbeard, der ihr die Aufgabe gibt, die Pläne seines bösen Bruders zu durchkreuzen. Auf der anderen Seite steht der böse Bruder – Käpt’n Breitbart – und seine titelgebende Fowl Fleet. Auf ihrer Quest verschlägt es Nelly an verschiedenste Orte, wo sie auf allerlei verrückte Figuren trifft. Und Vögeln aus der Patsche hilft.

Nelly Cootalot Fowl Fleet Screenshot

In klassischer Point’n’Click-Manier müssen hier Dinge eingesammelt und miteinander kombiniert werden, es müssen Aufgaben und Rätsel gelöst und die passenden Gesprächsoptionen gefunden werden. Die Dialoge sind dabei voll vertont (in Deutsch und Englisch), was Nellys Sprüche meist noch lustiger macht. Stimmen bekannt aus Raumpatrouille Orion, der Muppet Show, Futurama oder den Simpsons hauchen den bunten Figuren, auf die Nelly trifft, Leben ein. Verschiedene kleine Minispiele runden das Spielvergnügen ab und bieten Fans von klassischen Point’n’Click-Adventures wie »Monkey Island« alles, was das Herz begehrt.

Der Handheld-Modus der Switch eignet sich eigentlich perfekt für ein Point’n’Click, da man direkt auf Objekte pointen und… naja… „klicken“ kann. Wer nicht aufs Display drücken (oder einfach lieber am Fernseher spielen) möchte, kann auch auf die Joycons zurückgreifen. Das ist ein bisschen ungewohnt, erleichtert das Spiel aber auch ein wenig, da der Cursor nur Punkte ansteuert, mit denen Nelly auch interagieren kann. Man muss also nicht den gesamten Screen abtasten. Einmal die X-Taste gedrückt, werden aber eh sämtliche Hotspots angezeigt, mit denen Nelly interagieren kann. Die Reihenfolge, in der die Joycons die Hotspots anvisieren, ist nicht immer ganz klar, im Grunde springt man von Punkt zu Punkt, bis man am richtigen ankommt. Auch das Laufen mit dem Analogstick macht nicht immer Spaß, da Nelly nicht immer gleich dorthin geht, wo man möchte, dass sie geht. Ein weiteres kleines Manko: Wege können nicht abgekürzt werden. Häufig ist es in solchen Spielen möglich, den Ausgang in einer Szene anzutippen, um direkt zur nächsten zu wechseln, also z.B. die Höhle zu verlassen, ohne die gesamte Lauf-Animation sehen zu müssen. Bei einem Point’n’Click, wo man in der Regel sehr häufig dieselben Orte besucht, eine sinnvolle Mechanik – die hier leider fehlt. Manche Parts ziehen sich dadurch unnötig in die Länge.

Nelly Cootalot Fowl Fleet Screenshot

»Nelly Cootalot II: The Fowl Fleet« kostet in der Switch-Version, die letzte Woche erschien, 19,99 Euro. Dafür bekommt ihr je nach Rätsellösfähigkeiten etwa 8 bis 10 Stunden Piratenspaß. (Trotz der Optik sei Nelly Cootalot kein Kinderspiel, heißt es in der Beschreibung. Es richte sich eher an erwachsene Adventure-Spieler. Der erfahrene Adventure-Spieler ist vielleicht sogar etwas schneller durch mit dem Spiel). Als weitere kleine Besonderheit verfügt die Nintendo Switch-Version auch über einen „Director’s Commentary“, in dem Entwickler und Comedian Alasdair Beckett-King amüsante Einblicke in die Entwicklung des Spiels gibt. Wer das Spiel schon kennt, wird alleine dafür allerdings nicht 20 Euro hinlegen wollen. Wer wie ich noch nie mit Nelly in See gestochen ist und Point’n’Click-Adventures mit britischem Humor mag, wird mit »Nelly Cootalot II: The Fowl Fleet« aber sicher seine Freude haben.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

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