Welches Game genau mein erstes war, kann ich gar nicht mit Sicherheit sagen. Vermutlich war es Tetris, 1989 auf dem grauen Game Boy. Allerdings hatten wir auch von Verwandten, die damit doch nichts anfangen konnten, einen C64 bekommen und ob das davor oder danach war, weiß ich leider nicht mehr. Und dann waren da noch diese kleinen LCD-Games. Erinnert ihr euch an die? Ein fester Hintergrund, LCD-Männchen mit Animationen, die aus maximal zwei Bewegungen bestanden. Also wie Nintendos Game & Watch, nur in weniger cool. Wäre der C64 zuerst gewesen, könnte ich euch nichts über mein erstes Game sagen. The Hobbit, Olympic Wintergames, North & South… das sind die wenigen Titel, an die ich mich erinnern kann. Ich behaupte einfach mal, meinen Einstieg in die Gaming-Welt hätte mit Nintendos Game Boy begonnen.
Und da keiner von euch was über Tetris (was bestimmt ein Jahr lang mein einziges Game war) lesen möchte, behaupte ich einfach, Super Mario Land wäre mein erstes Game gewesen. Mein (vorerst) letztes Spiel kann ich mit absoluter Bestimmtheit nennen: Hook hatte ich nur sehr kurz, bis ich meinen Game Boy an einen befreundeten Nachbarn verscherbeln musste, um mir mein SNES leisten zu können. An dieses Spiel habe ich so viele positive Erinnerungen, die vermutlich nur daher kommen, dass ich das Spiel so früh wieder abgeben musste. Dazwischen gab es sehr viele Spiel von mir und meinem Bruder. Ich erinnere mich gut an Spider-Man, was mir total viel Spaß machte, aber sauschwer war. A Boy and his Blob was nicht weniger schwer war, Blues Brothers, Super R.C. Pro-Am, Paper Boy, Super Mario Land 2, Duck Tales, Robocop, Elevator Action… Packt man die ganze Retro-Verklärtheit mal zur Zeit, waren die meisten dieser Spiele echt nicht besonders gut. Aber bis zum Release des Super Nintendo dauerte es noch ein paar Jahre und einen NES hatte ich nicht, also mussten Tetris, Dr. Mario & Co. ausreichen, deswegen habe ich sehr viel Zeit in die wenigen Spiele investiert. So kam es mir zumindest vor, denn ich sehe gerade, nur drei Jahre später kam bereits das SNES und dann hatte ich schon keinen (eigenen) Game Boy mehr, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich das SNES direkt zum Release gekauft hatte.
Kommen wir zum Kern der Geschichte: Super Mario Land. Mein erstes Spiel (auch wenn ich es gar nicht selbst besaß) und mein erstes Zusammentreffen mit dem rot gekleideten Klempner, der im Spiel nur in Grüntönen dargestellt wurde. Super Mario Land und mich verband eine Hassliebe. Das Geld war knapp, folglich konnte man sich maximal zwei Mal im Jahr ein neues Spiel leisten. Wenn ein Spiel nicht so toll war: Pech gehabt, die nächsten Monate gab es nichts anderes. Also konnte man es entweder dennoch spielen, oder musste stattdessen Bücher lesen. (Oder das Club Nintendo Magazin, das habe ich verschlungen, mir mit den Screenshots vorgestellt, wie ich das jeweilige Game spiele, die Comics gesammelt… Ich hatte jede Ausgabe, von der ersten an. Dummerweise besitze ich keine mehr davon.)
OH! DAISY. DAISY.
THANK YOU MARIO!
– YOUR QUEST IS OVER –
Genau das meine ich: wenn es für den Endgegner keine Belohnung gibt und der Endgegner schwer ist, warum sollte man sich dann die Mühe machen? Einige Spiele habe ich komplett gespielt und nur den Endgegner ausgelassen, Yoshi’s Story für das SNES ist so eins. Erst Achievements in der neusten Generation der Gamekonsolen haben mir wieder einen wirklichen Anreiz zum Beenden eines Spiels gegeben. Ansonsten lege ich Spiele gerne zur Seite, wenn es mir zu schwer wird. Und Schuld daran sind bestimmt die ersten Game Boy-Spiele, da bin ich ganz sicher.