Warp: Eat ALL the Grubs! 4

Warp: Eat ALL the Grubs! 4

Menschen sind schon eine gemeine Spezies. Sie nehmen kleine, unschuldige Aliens gefangen, stecken sie in ein Labor, machen Tests mit ihnen und klauen ihnen einfach die Fähigkeiten. Deshalb bekommen Alienkinder immer von ihren Eltern eingebläut, dass sie nicht zu Menschen ins Raumschiff steigen sollen. Hätte Zero mal auf seine Eltern gehört, denn der kleine knuffige Protagonist von Warp wurde in ein unterirdisches Geheimlabor verfrachtet und erwacht dort ohne seine coolen Alienkräfte. Die Mission ist also klar: Kräfte zurückbekommen und dann nichts wie raus da. Zum Glück meldet sich per Telepathie eine andere extraterrestrische Entität, die Zero bei seiner Flucht unterstützt und ihm wertvolle Tipps gibt. Soviel zur Story von Warp, das am 15. Februar als erster Titel der Xbox Live Arcade House Party erschien.

Warp vereint Puzzle-, Taktik- und Stealth-Elemente und wird aus der Vogelperspektive gesteuert. Mit Zeros wichtigster Kraft, dem titelgebenden “Warpen”, bewegt man sich von Raum zu Raum und erkundet die Umgebung nach Energiequellen, die nach und nach weitere Fähigkeiten freischalten. So kann sich das schwabbelige Alien, das aussieht wie eine Kreuzung aus einem Raving Rabbid und Wackelpudding, immer ein paar Meter vorwärts, durch dünne Wände, in Gegenstände und sogar in Personen beamen. Das ist auch bitter nötig, denn durch seinen Ausbruchsversuch ist die komplette Einrichtung in Alarmbereitschaft versetzt und überall lauert bewaffnetes Wachpersonal. Kein Problem für Zero. Warpt man sich in die Schergen und rotiert den linken Stick, explodieren diese in bester George A. Romero-Manier in einer völlig überzogenen Splatterfontäne aus Blut und Innereien. Das erklärt zumindest die FSK18-Wertung, die in meinen Augen völlig übertrieben ist. An einigen Stellen im Spiel findet man die sogenannten “Grubs”. Dies sind kleine Aliensnacks, die benötigt werden um bereits gefundene Fähigkeiten zu verbessern oder zusätzliche Hilfsfertigkeiten freizuschalten. Hierzu gehört beispielsweise schnelleres oder lautloses Warpen oder die Möglichkeit, Grubs auf der Karte zu sehen. Mit neuen Fähigkeiten kann man auch in vorherige Abschnitte zurückgehen und dort vorher nicht lösbare Rätsel angehen. Metroidvania, yeah!

Je weiter man also im Spiel fortschreitet, desto kniffliger werden auch die Rätsel. Auch das Fortbewegen wird wesentlich zäher, fordert die Gehirnzellen und erinnert somit an manchen Stellen an Genregrößen wie Portal oder – betrachtet man die tausend Tode, die man in den Geschicklichkeits-Passagen stirbt – auch an Super Meat Boy. Fähigkeiten müssen clever eingesetzt werden, um etwa Laserbarrieren oder Geschütztürme lahmzulegen. Gelegentlich wird das Spiel durch Bossgegner oder Fluchtpassagen aufgelockert. Letztere sind allerdings eher nervig, da sich Zero, wenn er sich gerade mal nicht von Gegenstand zu Gegenstand warpt, eher schwammig steuert. Daran gewöhnt man sich allerdings auch, weswegen es die wirklich spaßige Spielerfahrung kaum trübt. Die nicht zu bunte Comicoptik sieht super aus, und das Hochjagen der Gegner macht auch nach Stunden noch Spaß und zaubert mir immer wieder ein diabolisches Grinsen hervor.

Wer Frustmomente nicht scheut, auf Rätsel und Stealth-Action steht und sich schon immer mal als Alien an den Menschen rächen wollte, der sollte sich Warp definitiv mal anschauen, denn sonst verpasst man einen wirklich gelungenen Titel, der für 800 MS-Points (etwa 10€) sehr erschwinglich ist. Warp erschien im Rahmen der Xbox Live Arcade House Party, zu der insgesamt vier Titel gehören. Kauft ihr alle, bekommt ihr am Ende 800 MS-Points gutgeschrieben und habt somit den Kaufpreis schon wieder raus. Letzte Woche erschien Alan Wake’s American Nightmare, morgen folgt der Arena-Shooter Nexuiz und abgeschlossen wird die Party mit Ubisofts I Am Alive. Klingt doch nach einem fairen Deal, oder?

Gastautor: Daniel McFly
Daniel McFly ist Lehramtsstudent im beschaulichen Paderborn und hatte schon immer das Gefühl, den Leuten seinen Geschmack näher bringen zu müssen. Popkulturelle Pädagogik oder so. Darum schreibt er sonst in seinem eigenen Blog ebenfalls über Videospiele, nimmt seit neuestem auch einen Podcast auf und des Nachts steht er in verschiedenen Clubs an den Plattentellern und lässt dort die Leute zu 4/4-Beats stampfen. Dance, Dance, Dance!

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4 Comments

  1. Ich hab gefühlt 150 Versuche für den Endboss gebraucht. Fand die “Zwischenbosse” unverhältnismäßig schwer im Vergleich zum restlichen Spiel, das ja auch eher puzzle-/stealth-mäßig war. Trotzdem cooles Spiel, dass ich beim Endboss nicht nach 5 Versuchen aufgegeben habe, will ja bei mir schon was heißen.

  2. @ Felicitiy
    Wegen der übertrieben Gewaltdarstellung wollte man wohl auf Nummer sicher gehen. Zumal es eben nicht USK, sondern FSK ist.
    Das heißt der Hersteller hat sich selbst eine Freigabe ab 18 ausgesucht.

  3. @Felicity: du warpst in Menschen rein, wackelst ein bisschen mit dem linken Analogstick und dann explodieren diese Menschen. Sehr blutig. Und manchmal liegen auch noch irgendwo Beine und sowas rum.

    @Phinphin: anders herum :) Wobei das eh Quatsch ist, bei einem Download von Xbox.de gibt es ja keine Altersüberprüfung. Ist also eigentlich nur als Empfehlung zu verstehen und kann ignoriert werden. Man kann das Spiel ja auch durchspielen, ohne jemanden zu töten.

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