Von Mods und Midi 0

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Seitdem ich im Februar das erste Mal an dieser Stelle über die magische Verbindung zwischen Musik und dem menschlichen Körper mittels Kinect und verschiedener Midi-Hacks berichten durfte, sind zwar nur wenige Wochen vergangen, aber das Business boomt. Quasi täglich erscheinen neue Videos, bei denen neben einer Menge Dreck vor allem wunderschöne Ideen sind. Obwohl ich gerne zu jedem neuen Fetzen Kinect-Hack etwas schreiben und berichten würde, könnte das schnell den kompletten Umfang unseres Blogs sprengen. Daher gibt es an dieser Stelle mal ein gesammeltes Round-Up mit allen tollen Fundstücken der letzten Wochen.

Den Einstieg macht ausnahmsweise kein Ableton Live Plug-In, welches von fast allen Musik-Moddern in Verbindung mit Kinect und Midi verwendet wird, sondern Native Instruments Massive-Software. Massive ist ein digitaler Synthesizer, der in diesem Falle mit dem ganzen Körper angesteuert wird. Besonders cool ist, dass die Parameter nicht direkt durch den Körper kontrolliert werden, sondern durch Punkte auf einer 2D-Skala. Diese wiederum werden vom Skelettscan wie durch Telekinese verschoben.

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Weiter geht’s dann doch mit Ableton Live und dessen neuem Plug-In Max for Live, das sich um externe Abwicklung von Effekten kümmert. Mit einer Hand wird der Effekt gewählt, mit der anderen die verschiedenen Bereiche. Ziemlich simpel, aber endlich ohne hörbare Glitches.

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Nochmal Massive, diesmal aber in der Kombination mit Ableton Live. Am liebsten möchte man Fake schreien, wenn man den beeindruckenden Sound hört und glaubt nicht, dass er nur mit Bewegung beider Hände gesteuert wird. Ich empfehle, zu staunen und gemütlich im Takt zu grooven.

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Jetzt geht es in Sci-Fi-Gefilde. Taylor Veltrop steuert nur durch Bewegungen seines Körpers rudimentär Roboter. Das Video ist dieses Jahr auf der RoboGames entstanden und soll hervorheben, wie präzise alle Bewegungen von den Robotern nachgeahmt werden. Den Dubstep-Song aus dem Video gibt’s außerdem in einer längeren Version für lau auf der Soundcloud des Performers.

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Jetzt kommen wir zu einer Premiere, die mir das Herz höher schlagen lässt. Bisher war die Kommunikation von Kinect via Midi noch auf den PC beschränkt, aber natürlich wollen Apfelköpfe nicht vom Spaß ausgeschlossen werden. Da man bestimmt noch etwas auf eine Bewegungseingabe aus Cupertino warten muss, wird halt doch die Microsoft-Lösung genommen. Kurz gesagt: man kann Kinect jetzt auch ohne Probleme mit dem Mac verbinden, was dieses Video (vielleicht etwas peinlich) beweist. Die verschiedenen Parameter, welche beim spielen getriggert werden, sind schön am angeschlossenen Novation-Launchpad zu sehen.

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Nicht nur Musik kann man intuitiv mit Hilfe der Wundercam erzeugen, auch bei der Erstellung von Filmen kann sie eine Bereicherung sein. Das zeigen die Jungs vom Kurzfilm All Nighter und sind damit sogar im Finale des Lights, Canberra, Action-Filmfests angetreten. Warum das abgefahrene Augmented Reality-Filmchen nicht gewonnen hat, kann ich leider nicht erklären.

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Zum Abschluss noch was ganz feines, das zwar nicht direkt mit dem Körper kreiert wird, dafür aber ganz viel Seele hat. Jayson und Prad Senanayake haben für die australischen Musiker The Herd einen Musikclip komplett mit Kinect aufgenommen und mit verschiedenen Hintergründen und Filtern veredelt. The Herd sind eine Hip-Hop-Formation, die sich neben ihren politischen Texten dadurch auszeichnet, dass sie mit kompletter Band auftreten und so ihrer Musik noch mehr Wucht verleihen.

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Insgesamt sehr schön zu sehen, dass die weite Verbreitung und ein relativ niedriger Preis den Kinect-Sensor zum kreativen Spielzeug in allen Anwendungsbereichen macht. Vor zwei Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Spielzeug so schnell Früchte trägt und das künstlerische Denken immens verändert.

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